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Kultur Im Bett mit Morrissey
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16:02 15.11.2017
Morrissey – Meister der Selbstinszenierung. Quelle: EFE
Potsdam

Bevor der erste Song des neuen Albums zu hören war, sorgte Morrissey schon wieder für Schlagzeilen, als er im Mai 2017 nach dem Terroranschlag in Manchester anmahnte, dass Politik und Medien den islamistischen Hintergrund der Tat nicht genug herausgearbeitet hätten. Er goss damit Öl ins Feuer all jener, die ihn ohnehin in die rechte Ecke stellen wollen, weil er sich immer so „very british“ gibt, bei Gigs schon mal den Union Jack überwirft und sich gern als Brexit-Befürworter sowie Anhänger von Nigel Farage outet.

Morrissey war schon immer ein „Mozzer“

Weil er in der Vorab-Single „Spent The Day In Bed“ noch dazu aufrief, im Bett zu bleiben (wo alle Träume erlaubt sind) und keine Nachrichten zu schauen (weil die Ängste schüren), hieß es gleich, er sei Verschwörungstheoretiker und stelle die Glaubwürdigkeit der Medien in Frage. Immer schon hat Morrissey es verstanden, mit der öffentlichen Meinung zu spielen und sich so ins Gespräch zu bringen. Bereits als Sänger der Smiths schieden sich an „Mozzer“ die Geister, wenn er larmoyant über Gewalt in der Schule („The Headmaster Ritual“) oder das Fleischessen („Meat Is Murder“) trällerte.

Auch auf dem aktuellen Album „Low In High School“ gibt er sich wieder provokant politisch, schwärmt im klaviergetragenen Song „Israel“ (dem besten des Albums) vom gelobten Land, auf das all jene, die es kritisieren, ja nur neidisch seien (Ob er Roger Waters damit im Blick hatte, der Kollegen dazu aufruft, nicht in diesem „Apartheidstaat“ aufzutreten)? In „In Your Lap“ trauert Morrissey dem Arabischen Frühling nach. Während er in „Who Will Protect Us From The Police“ gegen Polizeigewalt protestiert und traurig „We Must Pay For What We Believe“ ins Mikrophon säuselt.

Weniger Selbststilisierung wäre mehr

Die Slogans aber sind diesmal nicht griffig. Überhaupt wirkt das ganze Album schläfrig. Morrisseys Ironie reicht nicht an frühere Tage heran. Man würde sich wünschen, dass er sich weniger auf die Selbststilisierung und wieder mehr auf die Musik konzentrieren würde. Die Chancen standen gar nicht mal so schlecht. Konnte das Vorgängeralbum „World Peace Is None Of Your Business“ (2014) doch fast an den Erfolg von „Viva Hate“ (1988) und „Vauxhall And I“ (1994) anknüpfen.

Doch die neuen Songs sind schwach und der von Joe Chiccarelli (Beck, The White Stripes) produzierte Sound kann sich nicht zwischen 80er-Jahre-Keyboards und Boz Boorers surrender Gitarre entscheiden. Das beste Beispiel ist das zerfahrene, sieben Minuten lange „I Bury The Living“. Nicht nur bei diesem Track wünscht man sich beim Songwriting Morrisseys alten Kumpel Johnny Marr aus The-Smiths-Zeiten zurück.

Morrissey: Low In High School (ADA/ Warner)

Von Welf Grombacher

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