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„Das kalte Herz“ bald mit Moritz Bleibtreu

Studio Babelsberg „Das kalte Herz“ bald mit Moritz Bleibtreu

Die erste Klappe zur Neuverfilmung des Märchens „Das kalte Herz“ – koproduziert von Studio Babelsberg, fällt am Wochenende. Regie führt Johannes Naber. Bis Ende Oktober wird gedreht, natürlich auch in Potsdam. Doch aus dem düsteren Stoff wird ein Abenteuerfilm für Jugendliche mit Stars wie Moritz Bleibtreu und Frederick Lau.

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Szene azs der Defa-Verfilmung „Das kalte Herz“ von 1950 mit ... als armer Köhler Peter Munk und Erwin Geschonneck als teuflischer Holländer-Michel.

Quelle: defa-stiftung / erich kilian

Babelsberg. Ein Klassiker kehrt zurück nach Babelsberg: Mehr als ein halbes Jahrhundert, nachdem bei der Defa die Adaption von Wilhelm Hauffs Märchen „Das kalte Herz“ entstand, wird in den Traditionsfilmstudios nun eine moderne Variante gedreht. Bei der Produktion des Berliner Schmidtz Katze Filmkollektiv agiert Studio Babelsberg als Koproduzent. Das bestätigte jetzt Studio-Sprecher Eike Wolf auf MAZ-Anfrage. Nach internationalen Projekten – momentan der Horrorthriller „A Cure for Wellness“ und der TV-Serienhit „Homeland“ – wird seit längerem mal wieder ein deutscher Film in Babelsberg umgesetzt.

Abenteuerfilm für Erwachsene

Am Wochenende fällt im sächsischen Elbsandsteingebirge die erste Klappe für „Das kalte Herz“. Ende September kommt dann das Filmteam um Regisseur Johannes Naber („Zeit der Kannibalen“) nach Babelsberg. Wie bereits zu erfahren war, will Naber aus dem düsteren Stoff einen fantastischen Abenteuerfilm für junge Erwachsene machen. „Es ist eine mitreißende Geschichte voller Poesie und Mystik, die Millionen Menschen kennen. Unser Film hat zusätzliche Charaktere und Handlungselemente, Stockkämpfe und einen einzigartigen Look“, verrät Produzent Steffen Reuter von Schmidtz Katze Filmkollektiv. Die aufwendigen Sets werden von den Handwerkern aus dem studioeigenen Art Department gebaut.

Auch Nabers Interpretation handelt von der schwierigen Liebe zwischen dem armen Köhler Peter (gespielt von Frederick Lau, „Victoria“) und der betuchten Lisbeth (Henriette Confurius, („Tannbach – Schicksal eines Dorfes“). Um reich zu werden, schließt Peter einen teuflischen Pakt mit dem Holländer-Michel (Moritz Bleibtreu, „Quellen des Lebens“) und lässt sich von ihm anstelle seines Herzens einen Stein in die Brust setzen: Peter wird so reich wie rücksichtslos. Lisbeth erkennt ihren Liebsten nicht mehr und stellt sich gegen ihn. Um sie zurück zu gewinnen, muss Peter sein Herz wiederbekommen.

„Das kalte Herz“ kommt in die Kinos

In weiteren Rollen spielen David Schütter („Wir sind jung. Wir sind stark.“), Sebastian Blomberg („Wer wenn nicht wir“), André Hennicke („Die Entbehrlichen“) und Milan Peschel („Halt auf freier Strecke“). Gedreht wird bis Ende Oktober im Elbsandsteingebirge, außerdem bei Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) sowie im Schwarzwald (Baden-Württemberg). Über das Budget wird geschwiegen. Finanzielle Unterstützung erhält der Film unter anderem vom Medienboard Berlin-Brandenburg und dem Deutschen Filmförderfonds. Weltkino Filmverleih wird das Märchen im Herbst 2016 in die Kinos bringen. „Das kalte Herz“ ist die zweite Zusammenarbeit von Schmidtz Katze Filmkollektiv und Studio Babelsberg nach dem Oscar-nominierten Holocaust-Drama „In Darkness“ (2012) von Agnieszka Holland.

Eine Legende

Erzählt wird die Geschichte des armen Köhlers Peter Munk, der mit seiner Mutter in einer kleinen Waldhütte lebt. Er träumt von Geld und Ansehen – besonders, als er die schöne Lisbeth zur Frau nehmen will. Nun hofft er auf eine alte Überlieferung, die besagt, dass ein Glasmännchen tief im Wald haust und einem Sonntagskind drei Wünsche erfüllt. Holländermichel aufzusuchen, einen Riesen mit einem Glasauge und einer großen Narbe darüber, von dem erzählt wird, dass er die Herzen der Menschen stehle und durch einen Stein ersetze. So verspricht er Peter Reichtum und Ansehen im Tausch gegen sein Herz. Peter willigt ein.

Basierend auf Wilhelm Hauffs 1827 geschriebenem Märchen verfilmte Paul Verhoeven 1950 „Das kalte Herz“ für die Defa. In den Hauptrollen zu sehen waren Lutz Moik (als Peter Munk), Hanna Rucker (Lisbeth), Paul Bildt (Glasmännlein) sowie der legendäre Schauspieler Erwin Geschonneck als Holländer-Michel.

Regisseur Marc-Andreas Bochert , Absolvent der Babelsberger Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“, adaptierte „Das kalte Herz“ im vergangenen Jahr für die ZDF-Reihe „Märchenperlen“ neu.

 

Von Ricarda Nowak

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