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Im freien Spiel der Kräfte

MAZ-Konzerttipp Im freien Spiel der Kräfte

Am Jazz Institut Berlin hat Marc Doffey studiert, doch sein Faible fürs Saxofon entwickelt er bereits als Zehnjähriger. In Big Bands spielte er und in wesentlich kleineren Formationen. Mit dem Marc Doffey Quintet, zu dem die bemerkenswerte Sängerin Sabeth Pérez gehört, liegt nun das Debüt des Fünfers vor. Am Dienstag wird es vorgestellt.

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Das Kraftfeld des Fünfers ist die Sängerin Sabeth Pérez (l.).

Quelle: Doville Sermokas

Potsdam. Ein wenig umeinander kreisten Marc Doffey und Sabeth Pérez sich schon: Ein ums andere Mal kreuzten sich die Wege der beiden Musiker bereits in Nordrhein-Westfalen, sogar im Bundesjazzorchester. Hier Doffey, der versiert das Rohrblatt im Tenorsaxofon oder in der Klarinette zum singen bringt. Dort die Sängerin, die ihre Texte selbst verfasst und tadellos zum Vortrag bringt. Bis hin zu freien, bisweilen sirenenhaft anmutenden Vokalisen. Ein freies Spiel der Kräfte.

Keine Frage, diese beiden gehören zueinander und im größeren Rahmen des Quintetts können die zumeist lyrischen Klangfarben, die überdies durch die vitalen, musikalischen Sichten Bertram Burkerts auf der Gitarre, Thomas Kolarczyks am Doppelbass und Fabian Röschs an Becken und Besen aufleben, ausformuliert und zum Leuchten gebracht werden. Das bestätigt das Album „Taking Direction“ des Marc Doffey Quintets Note für Note. Und Schritt für Schritt.

Fünf Musiker nehmen sich die Zeit, ihre klanglichen Vorstellungen und Fertigkeiten in der Interaktion auszuloten. Und sie weben, sie umspielen, sie pointieren mit Finesse den Text „5 Perspektiven“ von Sabeth Pérez – mit Einleitungen und Zwischenrufen. Dennoch kann von fortgesetzter Leisetreterei keine Rede sein. Der Drummer versteht es, prächtig zu rumoren, dem Saxofon werden hektische Läufe und Stottern gestattet, die Übergänge vom eher sanften Erzählen samt Hall in der Gitarre zu treibenden Rockstrukturen oder Anmutungen von Bop und kleinen atonalen Aussetzern sind rasch gemeistert. Zudem: Das Wiederhören bleibt spannend.

Dass das Quintett so einen enorm wandlungsfähigen wie spannenden Spielfluss entwickelt kommt nicht von ungefähr. Denn das Material ist liveerprobt und brachte dem Fünfer im vergangenen Jahr den Saar Jazzpreis ein. Zwar sind hier Debütanten am Werk – aber ganz ausgefuchste.

Konzert: Dienstag, 24. Oktober, 21 Uhr, B-flat, Berlin-Mitte.

Von Ralf Thürsam

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