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Irisches Herzpochen

MAZ-Konzerttipp Irisches Herzpochen

Schellen und Rasseln und Fiedel und Flöten – beim Irish Heartbeat Festival wird ausgelassen gefeiert. Wie immer im März, wenn der Ehrentag von St. Patrick, dem Schutzpatron Irlands, ansteht. Im Potsdamer Lindenpark kann man den Herzschlag der irischen Insel spüren, wenn Mànran, die Armagh Rhymers und Bernie Pháid auftreten.

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Beim Abend mit keltischem Klang mischen Mànran aus Schottland kräftig mit.

Quelle: Promo

Potsdam. Vielerlei Legenden ranken sich um den Heiligen Patrick von Irland, der einst vor Sklavenjägern floh, Schafe hütete und schließlich irgendwo auf der irischen Insel Trost im christlichen Glauben fand. Im 5. Jahrhundert missionierte er das raue Land – gesandt vom Papst Coelistin I., wie aus einer alte Quelle zu erfahren ist. Wie auch immer, dem Bischof und Schutzpatron des Landes wird am 17. März gedacht.

Nur einen Tag später macht das Irish Heartbeat Festival im Lindenpark Station. Dann geht es gar nicht so heilig, sondern eher freudvoll und der Welt zugewandt zu, wenn eine exzellente Handvoll Musiker für ausgelassene Stimmung sorgen wird. Sie wissen genau, wie das irische Herz pocht.

Laut und wild, wenn es um die Tänze, die Jigs und Reels geht. Versonnen und träumerisch, wenn man an die Airs denkt. Diese komplette Gefühlsskala beherrschen Mànran virtuos. Der Sechser segelt aus Schottland heran – die keltische Familie ist ja ohnehin größer als Emerald Island, die grüne Insel. Verwandte leben im nordwestspanischen Galicien oder in der Bretagne. Mànran sind also die Cousins. Die vitalen Schotten haben ihr aktuelles Album „An Dà Là – The Two Days“ genannt - eine große Veränderung. Die gibt es politisch, denkt man an den Brexit. Den nehmen die Schotten sehr persönlich. Aber auch private Veränderungen werden thematisiert. Nicht zuletzt mischt sich in den mitreißenden Folk-Rock, das eine oder andere Genre. Lasst euch überraschen.

Unwiderstehlich

Unwiderstehlich: Bernie Pháid kommt mit ihren Freunden.

Quelle: Promo

Wie vom Liebreiz in der Stimme Bernie Pháids und den Liedern, die sie mit ihren Freunden singt. Aufgewachsen in Kerry, dem Südwesten Irlands, bringt sie frühlingsfrischen Folk mit. Den intoniert sie auf Gälisch, das bei ihr daheim gesprochen wird. Auch englische Lieder gibt es. Und rasch wird klar, dass die Dame mit dem Banjo auch die Musik aus den Appalachen liebt. Aber die war ja sowieso ein Mitbringsel der irischen Auswanderer nach Amerika.

Treiben mächtig Mummenschanz – die Armagh Rhymers

Treiben mächtig Mummenschanz – die Armagh Rhymers.

Quelle: Hering

Seltsame Gesellen sind die Armagh Rhymers. Die Truppe aus der gleichnamigen Grafschaft veranstalten eine Art mystisches Volkstheater, das an Traditionen anknüpft, die womöglich an die zweitausend Jahre alt sind. Eigentümlich gewandet betreten die Mummers, die Vermummten, für ihren Tanz die Bühne. Klamotten aus Lumpen. Überdimensionale Masken tragen sie. Köpfe von Rindern, Schafen oder Pferden. Ihr Auftritt mit Rasseln, Schellen und Instrumenten hat etwas von Beschwörungen und Ritualen keltischer Schamanen. Armagh ist eine der neun nordirischen Grafschaften. Es geht die Sage, dass es einst ein Königreich Oriel gegeben habe – womit wir bei einem früheren Bischofssitz und wiederum beim Heiligen Patrick angekommen wären.

Konzert: Irish Heartbeats gibt es am Sonnabend, dem 18. März, um 20 Uhr, im Lindenpark Potsdam.

Von Ralf Thürsam

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