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Kultur Frisch, saftig und grün
Nachrichten Kultur Frisch, saftig und grün
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07:27 08.11.2018
Haben den Folk längst mit der Welt vernetzt: The Outside Track. Quelle: IFF
Potsdam

Sean dem Schaf ist es gleich, ob er auf einer Wiese bei Muff in Donegal Gras rupft. Oder auf der Wiese etwas weiter unten im Süden, der zu Nordirland gehört. Nur frisch, saftig und grün muss es sein. Doch bald könnte ein fester Zaun ihm den Weg versperren. Denn seit Großbritannien den Brexit betreibt, den Ausstieg von Europa, wächst das Unwohlsein der Menschen über den außenpolitischen Kurs. London kehrt womöglich genau jene positive Entwicklung um, die seit dem Karfreitagsabkommen zwischen den Regierungen der Republik Irland, Großbritanniens und den Parteien in Nordirland im April 1998 ihren Lauf nahm. Die irische Kultur wird erneut immensen Spannungen ausgesetzt sein.

Christy Barry und James Devitt aus dem hochmusikalischen Doolin. Quelle: Petr Pandula

Dass Musik keinerlei Grenzen kennt oder akzeptiert, schon gar nicht im keltisch geprägten Raum, dafür stehen The Outside Track. Die All-Star-Truppe hat jüngst ihr umwerfendes Album „Rise Up“ veröffentlicht. Sie führt das Irish Folk Festival 2018 an. Was sich bereits an der in der Mehrheit weiblichen Besetzung ablesen lässt, die aus Schottland, Irland und sogar Cape Breton in Kanada stammt. Ganz unmittelbar führt das zu unterschiedlichen Stimmungen und Blickwinkeln auf Folk Music. Hochbegabte Künstler sind sie. Niemand hält es auf den Sitzplätzen, wenn der Fünfer die durchaus mit klassischen Instrumenten wie Harfe, Flöte und Fiedel ausgestatten Songs den Einflüssen der großen weiten Welt öffnet und sogar einen Stepptanz hinlegt. Außerdem: Wer eine ausgezeichnete Harfenistin wie Ailie Robertson in den eigenen Reihen weiß, der hat gewonnen.

Die Schottin Ailie stimmt auf der Harfe ein Loblied auf den Whisky an. Quelle: IFF

Mit Auszügen aus ihrem Programm „Traditional Spirits“ führt sie zudem vor Ohren, welche symbiotische Beziehung Volksmusik und Whisky seit langem eingegangen sind. Ob nun die tief gefühlten Songs oder das flüssige Gold Schottlands – beide überaus bekömmlich. Meisterschaft zeigt sich eben in der Reife.

Was sich ohne Frage über Christy Barry – versiert auf Löffeln und Flöten aller Art – und den Geiger James Devitt sagen lässt. Beide prägen seit Dekaden den erstrangigen Musiker-Kreis im kleinen westirischen Doolin. Das genau darum so gern aufgesucht wird wie die nahen Cliffs Of Mohair.

Saiten und Taten sind ihr Ding: Joanna und Tadhg. Quelle: Maurice Gunning

Apropos: Rise Up, Wortmeldung und Blick auf die sich rasch verändernden Lebensumstände. Auch Joanna Hyde (Fiedel) und Tadh Ó Meachair (Piano und Akkordeon) erheben ihre Stimmen. Das frisch verheiratete Paar verwebt ohne Umschweife und Vorurteile amerikanische und irische Weisen. Schlauer Schachzug. Schlauer als die Politiker, die gerade so vieles durcheinander bringen.

Das Konzert: Das Irish Folk Festival kann am Freitag, dem 9. November, um 20 Uhr in der Passionskirche in Berlin-Kreuzberg besucht werden.

Von Ralf Thürsam

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