Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Ironie und Überraschungen bei Paul-Klee-Werkschau
Nachrichten Kultur Ironie und Überraschungen bei Paul-Klee-Werkschau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:10 06.04.2016
Einige Besucher der Paul Klee Ausstellung neben einem Porträt des berühmten Malers. Quelle: Jeremy Lempin
Anzeige
Paris

Übergroßer Kopf, ausgebreitete Hände, die sich gegen den Himmel öffnen - so wie bei der Jesusfigur von Matthias Grünewald auf dem berühmten Isenheimer Altar. "Angelus novus" heißt die aquarellierte Ölfarbzeichnung von Paul Klee.

In Paris hängt das Werk aus den Sammlungen des Israel-Museums in Jerusalem nun erstmals neben "Vorführung des Wunders" aus dem Museum of Modern Art in New York. Das sei eine Weltpremiere, sagt Angela Lampe, die Kuratorin der Klee-Ausstellung im Centre Pompidou. Noch nie seien die Werke zusammen ausgestellt gewesen. Beide gehörten dem Philosophen Walter Benjamin, Klees erstem namhaften Sammler.

Nach mehr als 45 Jahren widmet Paris einem der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts wieder eine umfassende Ausstellung. Mit rund 250 Werken kann sich das Museum rühmen, eine Meisterleistung gestemmt zu haben. Klees (1879-1940) Werke gelten als besonders fragil. Die Exponate stammen aus den bedeutendsten Museen weltweit, etwa 40 Prozent sind Leihgaben des Zentrums Paul Klee in Bern. Rund 60 Prozent seien in Frankreich erstmals öffentlich zu sehen, erklärt die Kuratorin weiter.

Die bis zum 1. August dauernde Werkschau gehört zweifellos zu den Frühjahrsevents der Pariser Kultursaison. Nicht nur wegen ihrer beeindruckenden Anzahl von Arbeiten, von denen auch viele aus Privatsammlungen stammen. Sie rückt auch auf schlüssige Weise ein bislang nur wenig thematisiertes Sujet in den Mittelpunkt. Unter dem Titel "Paul Klee. L’ironie à l’oeuvre" (Paul Klee. Ein Werk voller Ironie) wird der Aspekt der Ironie, des Grotesken und der Satire als prägendes Element seines Schaffens beleuchtet.

Ein ausgezehrter Frauenkörper stützt sich unter dem Titel "Jungfrau (träumend)" auf einen knorrigen Ast auf, ein hässlicher Männerkörper verbeugt sich vor einer Krone und hebt dabei seinen Steiß ehrfurchtsvoll in die Höhe. Beide Radierungen sind frühe Arbeiten aus den Jahren 1903 und 1904, die nach einer Reise durch Italien entstanden sind. Klee habe erkannt, dass in der Antike die Schönheit der Form ihren Höhepunkt erreicht habe. Da er sie nicht imitieren wollte, begann er sie zu karikieren, sagt Lampe. 

Ironie durchzieht Klees Gesamtwerk. Obwohl ihn der Kubismus faszinierte und Klee ihn ab 1910 teilweise umzusetzen begann, spiegeln seine Arbeiten gleichzeitig auch Kritik wider. Beispielhaft dafür steht das Aquarell "Die Hoffnungslosen", ein buntes Durcheinander schwebender, stark schematisierter Figuren. Klee habe hier die Figuren aus der engen, kubistischen Formauffassung befreit, erklärt Lampe weiter. Faszination und Abwehr kommen auch in den Werken in seiner Zeit als Lehrer am Bauhaus in Weimar und Dessau zum Ausdruck. Zwar vertrat er die Ästhetik der klaren Formen, doch als für ihn das Konzept der konstruktiven Bilder zu weit ging, entwarf er bunte Malereien, in der keine Linie mehr gerade ist.

Klees Auffassung von Ironie lehnt sich an die von Friedrich Schlegel an. Für den deutschen Philosophen soll in ihr "alles Scherz und Ernst sein, alles treuherzig offen, und alles tief verstellt". Der Spott galt auch seiner eigenen Person. Niemand bräuchte sich über ihn lustig machen, das mache schon er selbst, hatte er einst gesagt. "Maske eines (jungen) Schauspielers" heißt das Selbstbildnis zu Beginn der Ausstellung. Ein kleines Ölgemälde, auf dem Klee eine Art rote Narrenkappe trägt.

dpa

Ein blauer Diamant ist in Hongkong für umgerechnet gut 28 Millionen Euro versteigert worden. Der 10,10 Karat schwere "De Beers Millennium Jewel 4" ist nach Angaben des Auktionshauses Sotheby's der größte je versteigerte ovale Diamant des Prädikats "Fancy Vivid Blue".

06.04.2016

Roskilde (dpa) – Nach acht Jahren kehrt die kanadische Rock-Legende Neil Young auf die Orange Stage des dänischen Roskilde-Festivals zurück. Wie die Veranstalter am Mittwoch mitteilten, wird der 70-Jährige zusammen mit seiner Band Promise of the Real featuring Willie Nelson’s Sons am vorletzten Festivaltag (1. Juli) auftreten.

06.04.2016

Nach ihrem Erfolg mit dem Blockbuster "Mad Max: Fury Road" plant Charlize Theron (40, "Monster") wieder einen kleineren Film. "Deadline.com" zufolge will die Oscar-Preisträgerin erneut mit Regisseur Jason Reitman (38, "Thank You for Smoking", "Up in the Air") und Drehbuchautorin Diablo Cody (37) arbeiten.

06.04.2016
Anzeige