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Italienisches Verwirrspiel mit schillernden Masken

Musiktheater Italienisches Verwirrspiel mit schillernden Masken

Das Ensemble spielt an drei Abenden bei den Potsdamer Schirrhofnächten in der Schiffbauergasse. Neben diesem Gastspiel konnte das mobile Musiktheater schon internationale Bühnenerfahrungen sammeln. Das Besondere an dem Ensemble: jedes Stück wird anders besetzt.

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Schauspielerin Alexandra Broneske (l.) und Pantomime Steffen Findeisen.

Quelle: Alex Hilbert, I Confidenti/Friedrich Bungert

Potsdam. Aus einem angekippten Fenster des T-Werks in der Potsdamer Schiffbauergasse dringt eine hohe Frauenstimme. Einzelne Liedfetzen sind zu hören. Dann plötzlich Stille. „Wir sind noch nicht durch. Zieh’ dein Kostüm noch nicht aus“, tönt es durch den Raum. Der Regisseur von „I Confidenti“, Jürgen Hinz, gibt letzte Anweisungen. „I Confidenti“ heißt „Die Zuversichtlichen“ – der Name des Ensembles leitet sich vom italienischen Theater ab, der „Commedia dell’arte“. Einem traditionellen Theater des 16. bis 18. Jahrhunderts, das die szenische Inszenierung anstrebt und eher Spieler mit extravaganten Masken, als einzelne Charaktere zeigt. All das verkörpern „I Confidenti“.

Seit 15 Jahren besteht das Ensemble

2001 wurde das Ensemble in der Prignitz unter der Leitung von Christine Jaschinsky aus der Taufe gehoben. Die damalige Kuratorin für Bildende Kunst stattete eine Kirche als Ausstellungsort mit Kunstwerken aus, zur Eröffnung gabe es ein thematisches Konzert gespielt. Das Resümee nach einem Jahr fiel indessen nüchtern aus. Verbesserungen mussten gefunden werden. Aus der Idee, eine Oper zu inszenieren, entstand schließlich das „I Confidenti“, ein mobiles Musiktheater mit mittlerweile internationaler Bühnenerfahrung. Ihre Wurzeln haben sie jedoch nicht vergessen. Mit ihren Künstlern spielt Christine Jaschinsky mehrmals in der Kietzer Theaterkirche von Lenzerwische (Prignitz).

An diesem Wochenende führt das aktuelle Ensemble – eine Sängerin, ein Schauspieler, ein Mime und ein Musiker an der Theorbe, das ist eine Barockgitarre – ihr jüngstes Stück in Potsdam auf. In „Pimpinella und Marc Antonio“ dreht sich alles um die Suche und die Jagd nach Essen, Geld und Liebe. Gespickt mit kleinen Verwirrspielen zwischen Mann und Frau – begleitet von drei Jahrhunderten barocker Musik. Und man kann wunderbar farbenfrohe Kostüme bestaunen. Liedgut vom 16. Jahrhundert bis etwa bis zu der Zeit, als Wolfgang Amadeus Mozart seine Werke schrieb, nimmt das Ensemble in seinen Stücken auf – verknüpft mit historischen Spielformen. Diese strengen, alten Ausdrucksformen findet Darstellerin Alexandra Broneske spannend. Die Mezzosopranistin spielt zum ersten Mal in einem Barocktheater mit. Besonders gefällt ihr, dass sie in dieser Aufführung Gesang und Theater miteinander verknüpfen kann. „Ich mache beides sehr gerne“, sagt sie. Genauso wie Schauspieler Michael Günther, dem das Cross-Over dieses Theaters gut gefällt.

Das mobile Musiktheater „I Confidenti“

„Pimpinella und Marc Antonio“ spielt die Gruppe mit drei Schauspielern und einem Musiker. Insgesamt verkörpern sie zehn verschiedene Rollen. Mit jedem Stück wechselt das Kollektiv die Besetzung.

Gefördert wird „I Confidenti“ unter anderem vom Land Brandenburg, der Stadt Potsdam sowie des Landkreises Prignitz.

 

Das Ensemble spielt am 2./3. September (19 Uhr) und am 4. September (16 Uhr) ihr Stück Open-Air bei den Schirrhofnächten. Karten sind unter 0331/719139 erhältlich

www.I-Confidenti.de

Die besondere Verbindung

Die Verbindung mehrerer Elemente ist der Ansatz, den die Truppe verfolgt. Alles wird von den Schauspielern mitgestaltet. Ebenso von Jürgen Hinz. Für ihn ist die Kombination aus Schauspielern und den anderen Talenten wie Pantomime „ein Glücksgriff“. Viel habe er zu dem Stück jedoch nicht beigetragen, erzählt er bescheiden. Er fügte es aus mehreren Versatzstücken der Commedia dell’arte sowie Zitaten Carlo Goldonis und aus Johann Adolph Hasses titelgebendem Intermezzo „Pimpinella und Marc Antonio“ zusammen.

Regisseur Jürgen Hinz

Regisseur Jürgen Hinz

Quelle: Friedrich Bungert

Langsam neigt sich die Probe drinnen dem Ende. „Eben noch draußen die Akustik testen“, sagt Hinz. „Da ist sie eine andere.“ Alexandra Broneske und Michael Günther springen flink auf die Bühne, stimmen ein kurzes Stück an, alles bestens. Jürgen Hinz ist zufrieden.

Von Lisa Neumann

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