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Jane Austen ist noch immer lesenswert

200. Todestag der Schriftstellerin Jane Austen ist noch immer lesenswert

Die englische Schriftstellerin Jane Austen, der wir einen der berühmtesten Romananfänge verdanken, hatte am 18. Juli ihren 200. Todestag. Wir stellen ihre schönsten Romane vor und erklären (überhaupt nicht objektiv), warum es sich lohnt, Austens Bücher auch heute noch in die Hand zu nehmen.

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Postumes Porträt von Jane Austen.

Quelle: Promo

Potsdam. Zugegeben, Jane Austens Romane sind eher etwas für Frauen. Es sind meist junge Damen, die im Mittelpunkt stehen, und immer geht es um die (romantische) Liebe und die Frage „Wer bekommt wen?“. Man kann beruhigt sein: Trotz verschlungener Pfade, einiger Irrwege und charakterlicher Prüfungen bekommt jede am Ende genau den Mann, den sie begehrt bzw. verdient.

Was Jane Austen lesenswert macht:

– Anders als im Märchen ist bei Austen Schönheit kein Maßstab für charakterliche Integrität. Entspannend auch: Frauen sind bei ihr weder die gefühlvolleren noch die besseren Menschen, und jede findet ihr Pendant in der Männerwelt.

– Ihre Heldinnen sind anständige, differenzierte Persönlichkeiten, dennoch mit Makeln und Fehlern, aus denen sie zu lernen haben. Die Charaktere sind so lebensnah gezeichnet, dass man sie sich gut im Heute vorstellen kann.

– Austen schreibt ohne Pathos und Gefühlsduselei (und wenn, dann mit Ironie), dafür mit viel Humor und feiner Kritik an Unzulänglichkeiten im Wesen und an gesellschaftlichen Normen.

– Nicht zuletzt bekommt man Einblick in die uns heute so steif wirkenden Sitten zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als es für Frauen der besseren Gesellschaft als Schande galt zu arbeiten, und als Schriftstellerinnen - auch Jane Austen - unter dem Pseudonym „By a Lady“ veröffentlichen mussten.

Jane Austen: „Stolz und Vorurteil“

dtv Literatur, 2012. Aus dem Englischen neu übersetzt von Helga Schulz. ISBN 978-3-423-14160-4

„Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, daß ein alleinstehender Mann, der ein beträchtliches Vermögen besitzt, einer Frau bedarf.“ Dies ist einer der berühmtesten und meist zitierten Romananfänge. Gefolgt von einem erheiternden Dialog zwischen Mr und Mrs Bennet, die nicht besonders wohlhabend sind und nicht weniger als fünf Töchter möglichst vorteilhaft unter die Haube bringen müssen. Die kluge und stolze Elizabeth, die sich so sehr an dem reichen und reservierten Mr Darcy stößt, erweist sich dabei als Problemfall. Reichlich Stolz und Vorurteile gibt es auf beiden Seiten.

Filmtipp: „Stolz und Vorurteil“ (Regie: Joe Wrihgt, 2005) mit Keira Kneightley und Matthew MacFadyen. Ebenfalls sehr sehenswert: Die 6-teilige BBC-Serie „Stolz und Vorurteil“ (Regie: Simon Langton, 1995) mit Colin Firth als Mr Darcy, die vor allem in den USA eine wahre „Darcymania“ ausgelöst hat.

Jane Austen: „Verstand und Gefühl“

dtv Literatur, 2012. Aus dem Englischen neu übersetzt von Helga Schulz.
ISBN 978-3-423-14159-8

Die Geschichte der Schwestern Elinor und Marianne - die eine zu reserviert, die andere zu überspannt - und ihrem steinigen Weg zum Glück bzw. in die Ehe. Zwei Schwestern, die sich innig lieben, deren Beziehung jedoch nicht ohne Konflikte ist. Ein bezeichnender Dialog: „Du hast kein Vertrauen zu mir, Marianne.“ „Ich!“ erwiderte Elinor etwas verwirrt, „wirklich, Marianne, ich habe nichts zu erzählen.“ „Ich auch nicht“, entgegnete Marianne mit Nachdruck, „wir sind also in der gleichen Lage. Wir haben beide nichts zu erzählen; du, weil du nichts preisgibst, und ich, weil ich nichts verberge.“ - Obwohl die Dashwood-Schwestern nach dem Tod des Vaters alles andere als eine gute Partie sind, mangelt es weder an Bewerbern noch an sich daraus ergebenden Turbulenzen.

Filmtipp: „Sinn und Sinnlichkeit“ (Regie: Ang Lee, 1995) mit Kate Winslet und Emma Thompson als die Schwestern Dashwood. Thompson schrieb auch das Drehbuch, für das sie 1996 den Oscar bekam. Ebenfalls dabei: der großartige Alan Rickman als Colonel Brandon und der weniger großartige Hugh Grant als Edward Ferrars. „Sinn und Sinnlichkeit“ gibt es zudem als Mini-Serie der BBC aus dem Jahr 2008 (Regie: John Alexander).

Szene aus „Sinn und Sinnlichkeit“ mit Emma Thompson und Hugh Grant

Szene aus „Sinn und Sinnlichkeit“ mit Emma Thompson und Hugh Grant.

Quelle: Promo

Jane Austen: „Anne Elliot oder die Kraft der Überredung“

dtv Literatur 2016. Aus dem Englischen von Sabine Roth.
ISBN 978-3-423-14528-2

Anne ist in jeder Hinsicht das Aschenputtel der aristokratischen Elliots. Ohne Mutter, ungeliebt von Vater und Schwestern, begeht sie einen großen Fehler: Sie weist aus rationalen Überlegungen heraus und dem Rate ihrer mütterlichen Freundin Lady Russell folgend die große Liebe ihres Lebens ab. Jahre später kreuzen sich die Wege zwischen Anne und Frederick Wentworth, der inzwischen zum hoch angesehenen Captain aufgestiegen ist, erneut. „[...] und ihr Herz gehörte auf immer ihm, ob nun die gegenwärtige Ungewissheit einen guten Ausgang nahm oder einen schlechten. [...] Holdere Träumereien von tief gefühlter Liebe und ewiger Treue dürften kaum je durch die Straßen Bath spazierengetragen worden sein, als Anne sie mit sich vom Camden Place zu den Westgate Buildings trug.“

Filmtipp: „Jane Austens Verführung“ heißt die zauberhafte Verfilmung aus dem Jahr 1995 (Regie: Roger Michell) mit Amanda Root als Anne Elliot und Ciarán Hinds („Rom“, „Miss Pettygrews großer Tag“) als Frederick Wentworth.

Weitere Bücher von Jane Austen im dtv-Verlag

Holly Ivins: „Jane Austen. Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt“

DVA, 2017.
ISBN: 978-3-421-04769-4

Zu fast jedem Austen-Buch gibt es mindestens eine zauberhafte Verfilmung. Aufgelistet werden die Verfilmungen in dem Buch von Holly Ivins: „Jane Austen. Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt“. Ein überaus unterhaltsames, anregendes Buch mit vielen spannenden Infos über Janes Privatleben und ihre Familie, über die damalige Gesellschaft, ihre Autorschaft, ihre Romane und ihre Liebe(n).

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Bücher zu gewinnen:

Wir haben jeweils zwei Exemplare der Jane-Austen-Romane „Anne Elliot“,“Sinn und Sinnlichkeit“ und „Stolz und Vorurteil“ in der floralen Flexcover-Ausgabe des dtv-Verlags und drei Ausgaben „Jane Austen. Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt“, erschienen bei DVA, verlost – unter allen Einsendern, die bis zum 22. Juli 12 Uhr mitgemacht haben und die ihre vollständige Adresse angegeben haben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Gewonnen haben: Susanne Müller aus Freyenstein, Caterina Grüning aus Jüterbog, Corinna Dumke aus Königs Wusterhausen, Linn Jablonski aus Glau, Carmen Graffunder aus Tremmen, Helga Griem aus Brieselang, Susanne Eberhardt aus Wildau, Marco Rosenthal aus Stahnsdorf und Roswitha Lindow aus Oranienburg.

Den Gewinnern herzlichen Glückwunsch! Die Bücher werden in den kommenden Tagen auf dem Postweg zugesandt.

Von MAZonline

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