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Die deutsche Jazz-Jugend trifft sich in Potsdam

Festival Die deutsche Jazz-Jugend trifft sich in Potsdam

Die Bundesländer schicken ihre Vertreter vom 4. bis 7. Juni nach Brandenburg, um bei der 13. Bundesbegegnung „Jugend jazzt“ den Sieger zu ermitteln. Es geht nicht nur um Wettbewerb, auch Workshops werden angeboten. Das Höchstalter liegt bei 24 Jahren, maximal zehn Mitglieder stark dürfen die Combos sein. Die Frage stellt sich: Gibt es genügend Nachwuchskräfte?

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Max Punstein, Schlagzeuger und Jazzer aus Potsdam.

Quelle: Festival

Potsdam. Der Jazzer allgemein sucht nicht den Wettbewerb, er sucht die stille Ecke, wo er sich virtuos in Rage, vielleicht auch in ein stilles Moll spielt. Nein, er trägt nicht immer Cordhose, das ist ein Vorurteil, doch meistens ist der Jazzer männlich. Auch Lisa Ose kann da wenig schönreden. Ose, 31 Jahre, ist Mitglied des Organisationsteams, das die 13. Bundesbegegnung „Jugend jazzt“ in Potsdam stemmt. Am Donnerstag beginnen die Musiktage und enden am kommenden Sonntag. „Es bleibt ein Rätsel, warum die talentierten Frauen so selten in die erste Reihe streben“, sagt Ose.

Das Festival wird den Jazzer während dieser Tage aus der Selbstversunkenheit herausholen, ein Wettbewerb ist ausgeschrieben, auch wenn das gegen die Mentalität dieser Musik verstößt. In der Jury sitzen renommierte Größen, etwa – und um jetzt endlich eine Frau zu nennen – die Pianistin Julia Hülsmann. Der Preis wird ermittelt im Wettbewerb der Bundesländer. Nicht jedes Land tritt an, zwölf Bands sind angemeldet, vier Bundesländer haben sich nicht angemeldet.

Für Brandenburg geht das Sol-Fa-Jazztett an den Start, sechs junge Männer, niemand darf älter als 24 Jahre sein beim Wettbewerb. Das Quintett aus Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) will erstmals Eigenkompositionen präsentieren.

Im vergangenen Jahr kamen Big-Bands zum Zuge, in diesem Jahr geht es um kleine Besetzungen, nicht mehr als zehn Mitglieder dürfen die Combos haben.

Es geht nicht durchgehend um einen Wettbewerbscharakter, im Vordergrund steht eine Mischung aus Festival, Konzerterlebnis, Kontaktbörse und Workshop. Das bundesweite Treffen „Jugend jazzt“ steht unter der Trägerschaft des Deutsches Musikrates, der damit neben dem Bundesjugendjazzorchester ein zweites Nachwuchsprojekt etablieren konnte.

Lässt das Interesse am Jazz, der nicht die Popularität des Rock’n’Roll erreicht, bei jungen Leuten nach? Braucht man deshalb diese rituellen Treffen, um die wenigen Jünger bei Laune zu halten? Lisa Ose aus dem Organisationsteam sieht das nicht so: „Jazz hat immer von einer kreativen Szene gelebt, sie dünnt nicht aus, es gibt einen stabilen Stamm. Auch in Ostdeutschland hat sich der Jazz nicht kleinkriegen lassen. In der DDR hing dem Jazz das Image des Widerständigen an, er konnte überleben, nun reibt er zu neuer Blüte.“ Auch die Zahl der Schüler an Musikschulen, die ein jazz-typisches Instrument spielen, etwa die Trompete, mache Mut. Um die Zukunft des Jazz ist Lisa Ose nicht bange.

Eng zusammengearbeitet haben die Veranstalter des Musikrates, die in Bonn sitzen, mit dem Potsdamer Jazzer, Schlagzeuger und Produzenten Max Punstein. Er ist Kopf der Max Punstein Group und konnte Bühnen in Potsdam vermitteln, auf denen sich die Jugendlichen zu Jam-Sessions treffen. Derlei Sessions sind die ausgelassenste, ungezügeltste Spielart des Jazz. Ein Ton gibt den anderen, wenig ist geplant, und irgendwann fliegt die Musik.

„Jugend jazzt“ vom 4. bis 7. Juni in Potsdam. Alle Termine finden Sie unter www.jugend-jazzt.de

Von Lars Grote

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