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Jeb Loy Nichols – der Soul-Man der Stunde

MAZ-Konzerttipp Jeb Loy Nichols – der Soul-Man der Stunde

Während wir Tag für Tag darauf warten, dass der Frühling endlich sein Versprechen einlöst, machen wir uns warme Gedanken. Die wandern dann zu Jeb Loy Nichols, der einst Reggae mit Country mixte. Neudings ist der Amerikaner aber mehr in Richtung Soul unterwegs. Währenddessen klingt Gonjasufi weiter kantig und unkonventionell.

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Schraubte einst Country und Reggae zusammen und gibt den Soul-Crooner: Jeb Loy Nichols.

Quelle: Peter Williams

Potsdam. Heute wissen wir es besser und können daher sagen: Willie Nelson ist da einfach mal zu spät gekommen. Wesentlich zu spät. Zwar hatte der Country-Outlaw mit der Vorliebe für Hanfpflanzen schon 1996 vorgehabt ein Reggae-Album aufzunehmen, doch gingen seine Pläne erstmal in Rauch auf. Bis 2005 „Countryman“ erschien. Was allerdings die Verknüpfung von Country, Folk und jamaikanischen Sounds anlangte, hatte Jeb Loy Nichols dem Star längt den Schneid abgekauft – mit den Fellow Travellers.

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Wenn die Zikaden loslegen und sich die Nacht warm über das Land senkt, dann zieht Frieden ein. Vor allem wenn Inna De Yard auf der Veranda nebenan ihre Songs anstimmen. Getragen von der Kraft der Gemeinschaft. Die Szene Jamaikas – alte Hasen und junge Hunde – hält zusammen. Ken Boothe, The Viceroys und Cedric Myton, um nur drei Namen in die Runde zu werfen, spornen sich zu vokalen Höchstleistungen mit Botschaften an, dazu übersichtliche, bezwingende Offbeats, Bläser nicht zu vergessen. Akustische Reggae-Sounds, Schönheit, pures Vergnügen. Ein Album des Jahres.

Inna De Yard: The Soul Of Jamaika. Chapter Two/Indigo.

Bitte einsteigen! Unser Schiff dampft nach Jamaika. Direkt in die späten Sechziger. The Frightnrs aus dem New Yorker Stadtteil Queens legen ein unerhört stimmiges Debüt vor. Soulige Stimmen schunkeln mit dem Rocksteady. Sehr sexy. Nicht so zackig wie Ska, noch nicht so entspannt und verlangsamt wie der Reggae, der bald den Globus erobern sollte. Eine neue Generation ist auf dem Weg. Qualität und Anspruch gehen Hand in Hand. „Nothing more to say“ heißt das gute Stück, das der Vierer so schwungvoll auf den Weg brachte. Dem ist nichts mehr hinzufügen. Man genießt, staunt und schweigt.

The Frightnrs: Nothing More To Say. Daptone/Groove Attack.

Entspannt machte der in Wyoming geborene Musiker, der später nach London ging und eine Zeit auf einer Farm in Wales lebte, weiter mit seinem Stil-Mix. Auf „Country Hustle“, seinem jüngsten Werk sind Klänge aus der Karibik höchstens in homöopathischen Dosen spürbar – in tiefen summenden Bässen und in den Hintergrund gerückten Echos und Halleffekten. Vielmehr bietet Nichols einen vorzüglichen Trip in soulige Gefilde, sagen wir der Mittsiebziger, an. Hier funky wie in New Orleans. Da blitzt schon die Diskokugel. Dort sind die Südstaaten spürbar. Ein sämige, höchst organische Melange, die der Künstler immer wieder mit angerauter Stimme krönt.

Der Mann für gefährliche Geräusche und unkonventionelle Sounds

Der Mann für gefährliche Geräusche und unkonventionelle Sounds: Gonjasufi.

Quelle: Saccenti

Um halluzinogene bis schmerzhaft empfundene Klanglandschaften geht es dagegen bei Gonjasufi. Der produktive Sohn einer mexikanischen Mutter und eines amerikanisch-äthiopischen Vaters hatte eben noch das unbehauen und grimmig wirkende „Callus“ am Start und legt nun schon seine Platte „Mandela Effect“ mit Remixen, Neubearbeitungen und zwei bisher unveröffentlichten Stücken nach. Sonst erteilt Gonjasufi Joga-Lektionen, doch diesmal eine in Sachen Sound. Bei seiner Tiefenprüfung geht der Tüftler gewohnt unkonventionell und wenig zimperlich vor: Triphop, Afrobeats (geboten vom Meisterdrummer Tony Allen), Grunge, Dancehall-Rhythmen, Industrial-Strukturen – nicht jedem seiner Ausflüge muss man folgen. Gonjasufi hält die Sache im Fluss. Er denkt immer weiter – vor allem auf der Bühne. Eine Mission ohne Kompromisse.

Konzerte: Jeb Loy Nichols spielt am Montag, dem 24. April, um 20 Uhr im Privatclub in Berlin-Kreuzberg. Gonjasufi tritt bereits am Sonnabend, dem 22. April, um 20.30 Uhr, im Gretchen in Berlin-Kreuzberg auf.

Von Ralf Thürsam

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