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Kultur Jewish Monkeys: Frivol, unkorrekt und lustig
Nachrichten Kultur Jewish Monkeys: Frivol, unkorrekt und lustig
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15:12 17.02.2016
Die Jewish Monkeys spielen am 22. Februar in Berlin Quelle: Promo
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Berlin

Israel findet sich ja irgendwie immer in den Schlagzeilen. Meist politisch diktiert, seltener musikalisch. Was nicht so bleiben muss. Ein gutes Beispiel geben die gewitzten Jewish Monkeys aus dem quirligen Tel Aviv ab. Doktor Bojko, Jossi Reich und Gael Zaidner bildeten einst ein Trio. Die Jungs kannten sich aus dem Knabenchor der Frankfurter Synagoge. Ausgewandert nach Israel und bald vereinigt mit weiteren vor Spielfreude explodierenden Musikern, verpassen sie jedem Song eine fantastisch abgründige Schräglage.

Klar, die Klezmer-Klarinette jubelt. Oy! Das setzt man beinahe voraus, oder? Doch die Jewish Monkeys haben mehr als Folkore-Pflege im Sinn. Sie steigen dem Fiedler gehörig aufs Dach und greifen lustvoll und gierig nach jeder Banane, die gut zur Stimmung passt – sei es Surf-Rock, Tuba-Reggae, Jazz oder Balkan-Blechtröten. Banana Boat versus Hava Nagila. Selbstverständlich gehört auch auf ihrer stürmisch gefeierten Platte „Mania Regressia“ das Jiddische dazu.

Überhaupt das Spiel mit den Worten – leicht, frech, grenzüberschreitend, effektvoll und mit herrlich gebrochenem Akzent. Wenn erst die Affen so richtig los sind, dann werden sie übrigens auch politisch. Und frivol. Und unkorrekt. Und daher lustig. Wie in dem Stück „Caravan Petrol“. Darin toben sie sich aus. Öl regiert die Welt und lutscht sie aus. Ausgespart werden weder der Nahost-Konflikt noch prügelnde Väter oder schwere Liebesnöte.

Was war das für eine Sensation, als das Lied „One Day“ des zum Karrierestart ungemein expressiven Folkblues-Rockers Asaf Avidan, gemixt vom Berliner DJ Wankelmut, gar nicht mehr aufhörte, in den Clubs dieser Welt zu rotieren. Ein schlichter wie berückender Song.

The Angelcy spielen am Donnerstag in Berlin. Quelle: Promo

Eingängig sind auch die Lieder von The Angelcy. Nach einer Weile hatte Rotem Bar Or, der aus Eilat stammt und wie Avidan über eine sehr einprägsame Stimme verfügt, genug vom Couchsurfen und von der Straßenmusik. Denn sein Plan stand fest: Eine Band musste her. Die war 2010 bald gefunden, ihr Name ebenfalls. Zumeist und zur Recht verlässt sich der sympathische Sechser auf die Magie der akustischen Instrumente. Gitarren, Flöten, Bass, Klarinette, Drums oder Bratsche. Man könnte es Folk nennen. Bisweilen wird auf ihrer intimen Debüt-Platte „Exit Inside“ behutsam das Tempo forciert. Daheim musste die Band von radikalen linken und rechten Kräften einstecken, da sie sich in ihren Texten unverwandt konsequent wie kritisch äußert haben: gegen den Krieg und nationalistisches Gehabe.

Konzerte: The Angelcy spielen am 18. Februar um 21 Uhr im Astra, Berlin-Friedrichshain. Die Jewish Monkeys gastieren am 22. Februar um 20 Uhr im Roten Salon der Volksbühne in Berlin-Mitte.

Von Ralf Thürsam

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