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16:13 25.06.2018
Nicolai Galliner, Leiterin des Jüdischen Filmfestes Quelle: Festival
Potsdam

Die Kippa steht im Judentum für Gottesfurcht oder Bescheidenheit, die reduzierte Kopfbedeckung ist ein Hingucker in Deutschland, man sieht sie nur noch selten. Was man beklagen muss. Der Reichtum jüdischer Kultur ist nach dem Zweiten Weltkrieg nicht zurückzuholen, doch das zarte Pflänzchen, welches hier und dort gedeiht, soll man gießen: Ideale Hilfe leistet das Jüdische Filmfestival in Brandenburg und Berlin. Es findet ab diesem Dienstag zum 26. Mal statt, die Eröffnungsgala wird ab 19 Uhr im Potsdamer Hans-Otto-Theater gefeiert, zu sehen ist als Europapremiere der Dokumentarfilm „Itzhak“ über den Ausnahmegeiger Itzhak Perlman.

Das Filmmuseum Potsdam zeigt am Freitag, 29. Juni, um 19 Uhr „Das alte Gesetz“ aus dem Jahr 1923, ein jüngst restauriertes Meisterwerk des Weimarer Kinos, das mit einer neuen Musikpartitur versehen wurde. Außerdem läuft im Filmmuseum am 30. Juni um 18 Uhr „Geniale Göttin –die Geschichte der Hedy Lamarr“, eine Dokumentation über den Hollywoodstar österreichisch-jüdischer Herkunft Hedy Lamarr, die nicht nur zum gefeierten Kinostar wurde, sondern auch die Grundlagen für die WLAN- und Bluetooth-Technologie entwickelte. In einer kleinen, ihr gewidmeten Reihe zeige das Filmmuseum einiger ihrer Filme.

Deutscher Kuchenmacher in Israel

Im „Thalia-Programmkino“ in Potsdam-Babelsberg wird am 1. Juli um 20 Uhr „The Cakemaker“ zu sehen sein, ein sinnlicher Film über einen deutschen Kuchenmacher in Jerusalem. Ebenfalls am 1. Juli um 19 Uhr spielt das „Capitol“ in Königs Wusterhausen „Geniale Göttin“ über Lamarr. Im Brandenburger Theater in Brandenburg /Havel läuft am 3. Juli um 19 Uhr „Die Unsichtbaren –wir wollen leben“ über untergetauchte Berliner Juden im Jahr 1943.

Zusätzlich zum offiziellen Festivalprogramm startet das Filmfestival in diesem Jahr erstmalig in Brandenburg die Initiative „Sawlt! Judentum und Israel anders Sehen –anders Verstehen“. Das Festival arrangiert dabei Filmvorführungen in Brandenburger Kinos für Schulen und junge Leute mit Filmen aus Israel bzw. Filmen zu jüdischen Themen und Lebenswelten. Der Titel „Sawit“ ist dabei ein Wortspiel aus dem Englischen „saw it: sah es“ und dem Hebräischen „sawit: Ecke, Winkel“.

Infos über das Jüdische Filmfestival unter www.jfbb.de

Von Lars Grote

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