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19:55 17.04.2017
Träumt von der großen Liebe: Kerstin (Lana Cooper) in dem Eröffnungsfilm „Beat Beat Heart“. Quelle: Verleih
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Potsdam

Blühende Wiesen, idyllische Seen und ein leicht marodes, aber sehr charmantes Gutshaus – die Uckermark im Sommer ist der Schauplatz in dem Film „Beat Beat Heart“, mit dem Mittwoch die 13. Ausgabe des Festivals „Achtung Berlin“ eröffnet wird. Luise Brinkmann erzählt witzig und mit improvisierten Dialogen von der Sehnsucht nach Liebe in unterschiedlichen Generationen. Kerstin, gespielt von der großartigen Lana Cooper, glaubt fest an die große Liebe. Seit Monaten hofft sie, dass ihr Exfreund zurückkehrt und gibt sich derweil ihren wohligen Tagträumen hin. Als plötzlich ihre Mutter Charlotte (Saskia Vester) auftaucht, ist es mit der Ruhe vorbei. Die Mit-Fünfzigerin ist ganz frisch von ihrem Freund getrennt, aber die Trauer hält nicht lange an. „Sehnsucht macht unfrei“ ist das Motto von Kerstins Mitbewohnerin. Mit Hilfe einer App soll Charlotte neue Männer kennenlernen. Und so geben sich die Herren die Klinke in die Hand und Kerstin fühlt sich durch ihre umtriebige Mutter immer mehr unter Druck. Auch Oliver Alaluukas drehte seinen Film, der im Rahmen der RBB-Initiative Leuchtstoff entstand und vom hiesigen Medienboard gefördert wurde, im Norden Brandenburgs. „Rakete Perelmann“ erzählt von einer Künstlerkommune mit jungen Menschen zwischen Techno und Theater. Ibsens „Hedda Gabler“ wollen sie aufführen, so ist es besprochen mit dem Amt Gerswalde. Doch endlose Diskussionen zermürben den anfänglichen Elan.

Die junge Referendarin Katja auf dem Weg in den Lehrerberuf in der Doku „Zwischen den Stühlen“ von Jakob Schmidt. Quelle: Verleih

Nicht nur die Uckermark, auch Teltow-Fläming ist beliebt bei Filmemachern, wie etwa die „Königin von Niendorf“ zeigt. Joya Thomes Heldin ist die zehnjährige Lea (Lisa Moell), die die Sommerferien mit coolen Jungs verbringen will. Dafür muss sie allerdings eine Mutprobe bestehen.

Duc Ngo Ngos Film „Obst und Gemüse“ erzählt von einem trinkfestem Union-Fan und einem vietnamesischem Lebensmittelhändler. Quelle: Verleih

Liebe und Leid, Träume und Trauer – wer wissen will, was die jungen Filmemacher umtreibt, ist auf dem Festival genau richtig. Rund 80 Spielfilme, Dokumentationen sowie Pilotfilme zu neuen Serien stehen auf dem Programm in neun Kinos in der Hauptstadt. Die Neuen Kammerspiele Kleinmachnow sind als einziges Kino aus Brandenburg mit dabei.

Neben den Spielfilmen sind Dokumentationen stark vertreten. Nicht versäumen sollte man die Filme der beiden Babelsberger Filmuni-Absolventen Carlotta Kittel und Jakob Schmidt. Carlotta Kittel interviewt für ihre Doku „Er Sie Ich“ ihre Eltern, die sich 1986 in Berlin kennenlernten, aber nie ein Paar waren. Als Angela schwanger wurde und sich für das Kind entschied, brach der Kontakt ab. Seitdem haben sie nie darüber gesprochen, was damals passiert ist. Jahrzehnte später will es die mittlerweile erwachsene Tochter wissen. Sie stellt eine Kamera auf, interviewt ihre Eltern unabhängig voneinander und spielt die Aufnahmen dem jeweils anderen vor. Plötzlich entsteht eine brisante Dynamik zwischen den Eltern, ohne dass sie sich begegnen. „Es war spannend. Ich habe meine Eltern besser kennengelernt, weiß jetzt mehr über ihre Träume, Wünsche und Ängste im Leben und darüber, wie sie kommunizieren“, erzählt die 29-Jährige, die in Babelsberg Montage studiert hat. Ihre Eltern waren sehr offen, nur manchmal gab es Zweifel, ob ihre Geschichte in die Öffentlichkeit gehört.

Hommage an Michael Gwisdek

Das Festival „Achtung Berlin“ findet vom 19. bis zum 26. April statt. In den Neuen Kammerspielen Kleinmachnow laufen am 22.4. um 18 Uhr „Rakete Perelmann“, um 20.15 Uhr „Beat Beat Heart“. Am 23.4. um 17 Uhr gibt es dort „Club Europa“ zu sehen, um 19 Uhr „Die Hannas“ über ein Paar in der Krise. Karten unter 03 32 03/84 75 88.

Die Hommage ist Michael Gwisdek gewidmet. Zu sehen sind im Kino Babylon „Olle Henry“, „Die Schauspielerin“, „Treffen in Travers“, „Der Tangospieler“, „Kundschafter des Friedens“.

Infos: www.achtungberlin.de

In der Doku „Zwischen den Stühlen“ begleitet Jakob Schmidt drei Referendare auf ihrem schwierigen Weg zum Examen. Es ist eine interessante Perspektive, denn Referendare müssen Schulklassen bändigen und sich von Seminarleitern maßregeln lassen. Sie müssen Zensuren verteilen und schieben helle Panik vor den eigenen Prüfungsstunden. Einige starten mit Idealismus und Herzblut, doch am Ende der Ausbildung ist oft nichts davon mehr übrig. Fünf Jahre hat Jakob Schmidt an diesem Projekt gearbeitet. „Am Ende hatten wir eine vierstündige Rohschnittfassung“, erzählt er. Der 27-Jährige, Sohn eines Lehrers, hatte in seiner Schulzeit ein Erlebnis, das ihn zu dem Film inspirierte. Eine sympathische Referendarin wurde immer verkrampfter, je näher ihre Examensprüfung rückte. Kurz zuvor hat sie ihre Prüfungsstunde genau mit den Schülern einstudiert. „Wie ein Theaterstück. Es war völlig absurd.“ Aber hat sich viel verändert? Jakob Schmidts Doku gibt einen bemerkenswerten Blick hinter die Kulissen des Systems Schule.

Von Claudia Palma

Florentine Nadolni ist gerade einmal 36 Jahre alt und leitet bereits drei Kultureinrichtungen in Beeskow und Eisenhüttenstadt (Oder-Spree). Sie begeistert sich schon seit Jahren für Alltagskultur aus der DDR – und beweist, dass die DDR mehr ist als Plattenbau, Stasi und Pittiplatsch.

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