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Kultur Rheinsberg soll Bayreuth und Salzburg Konkurrenz machen
Nachrichten Kultur Rheinsberg soll Bayreuth und Salzburg Konkurrenz machen
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00:21 09.08.2018
Hat große Pläne: Thomas Falk, der Geschäftsführer der Kammeroper Rheinsberg. Quelle: Foto: Regine Buddeke
Rheinsberg

Dem Besucher der Musikakademie Rheinsberg, die im Kavaliershaus des Schlosses untergebracht ist, bietet sich zunächst ein tristes Bild. Hinter der offiziellen Eingangstür scheint die Zeit stehen geblieben, Gänge und Räume atmen noch DDR-Charme. Doch schon das Büro des seit zwei Jahre tätigen Geschäftsführers Thomas Falk eine Treppe höher wirkt hell und freundlich. In dem Gebäude, das mit dem 1999 wieder aufgebauten Schlosstheater und einem 80-Betten-Haus verbunden ist, soll im September der künftige künstlerische Leiter der Musikkultur Rheinsberg GmbH seine Arbeit aufnehmen.

Die Personalie wurde am 26. Juni bekannt geben, zu Beginn der diesjährigen Saison der Kammeroper Schloss Rheinsberg. Georg Quander wird ab Herbst künstlerischer Direktor der Musikkultur Rheinsberg GmbH – so heißt der Zusammenschluss aus Kammeroper Schloss Rheinsberg und Musikakademie Rheinsberg, der im Sommer 2014 erfolgt ist. Nachdem beide Institutionen, vor allem ihre Leiter, über viele Jahre tief verfeindet waren, soll nun in einer Person der ehemalige Intendant der Berliner Lindenoper für frischen Wind sorgen. Sind die Vertragsverhandlungen mit Georg Quander endlich abgeschlossen?

Geschäftsführer Falk setzt eine undurchdringliche Mine auf, verrät aber immerhin, dass schon am 15. August in Brandenburgs Landesvertretung in Berlin der Spielplan der Kammeroper für das Jahr 2019 vorgestellt wird. Drei Tage vorher, am Sonntag, wird Frank Matthus verabschiedet, der in den letzten vier Jahren die Kammeroper durchaus erfolgreich verantwortet hat. Morgen werden die Besucherzahlen für die laufende Saison bekannt gegeben, die am Sonntag mit der vierten Aufführung des „Freischütz“ im Heckentheater zu Ende geht. Es heißt, dass die Saison unter diesem Aspekt recht erfolgreich war. Brandenburgs Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil wird dem scheidenden künstlerischen Leiter Frank Matthus, der gern geblieben wäre, einen Blumenstrauß zum Abschied überreichen.

Da die Öffentlichkeit lange nicht wusste, wie es nach Matthus weitergeht, war schon befürchtet worden, die Kammeroper hätte keine Zukunft. Doch inzwischen wurde bekannt, dass das Potsdamer Kulturministerium den jährlichen Etat noch einmal kräftig aufstockt. Und Geschäftsführer Falk tritt auch dem Gerücht entgegen, das Festival junger studierter Sänger solle künftig durch die Beteiligung von Laien entprofessionalisiert werden.

„Wir streben die Profilschärfung beider Bereiche an“, versichert Falk, „was aber nicht heißt, dass Synergien ausbleiben.“ Die Castings in aller Welt ließen sich sogar noch ausdehnen, ausdrücklich nennt er Südafrika. Die ausgewählten Sänger könnten dann schon einmal im April nach Rheinsberg kommen, um an einem Meisterkurs der Musikakademie teilzunehmen oder sich in Sachen Gesang, Regie oder Sprache coachen zu lassen. Noch gebe es für beide Institutionen eigene Freundeskreise und Kuratorien, hier werde sich sicher auch etwas ändern. Um ein drittes Beispiel zu veranschaulichen, führt Falk den Besucher in die Küche, in der gerade Brezeln für die abendliche Aufführung im Heckentheater gebacken werden. „Die Küche der Kammerakademie konnte die Kammeroper viele Jahre nicht nutzen. Heute sind wir in der Lage, das Catering selbst zu besorgen.“

„Rheinsberg besitzt einen gnadenlosen Standortvorteil“, beteuert Falk. „Es ist ein schöner Ort, wir haben ein schönes Theater und sogar ein Gästehaus. Und wir befinden uns in der Nähe von Berlin.“ Die schlechte Anbindung an die Hauptstadt lässt er nicht unerwähnt. „Ich weiß, in Berlin gibt es drei Opernhäuser, allein wegen der Oper muss keiner nach Rheinsberg fahren, aber Oper in der Kulturlandschaft – die gibt es nur hier.“

Rheinsberg unterscheide sich von anderen Opernfestivals schon darin, dass es zwei bis vier Neuproduktionen gebe, also mehr als nur eine im Jahr. „Ich bin optimistisch, dass Rheinsberg in Zukunft so bedeutend wird wie Bayreuth oder Salzburg. Wir müssen es schaffen, dass die Leute schon die Karten kaufen, wenn sie etwa am 5. Januar freigegeben werden.“

Einen möglichen Joker lässt er noch zum Schluss blicken, wenn er betont, dass die Musikakademie nicht nur den Status einer Landes-, sondern auch einer Bundeseinrichtung hat. „Sie ist eine von vier Bundesakademien deutschlandweit und die einzige im Osten, bekommt aber bisher noch keine Bundesmittel. Ich werde alles daransetzen, für die Musikakademie Rheinsberg eine institutionelle Förderung vom Bund zu erreichen“, so Thomas Falk.

Von Karim Saab

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