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Karsten Speck spielt im Schlosspark Theater

MAZ-Interview Karsten Speck spielt im Schlosspark Theater

Mehr als sieben Millionen Menschen sahen Til Schweigers „Honig im Kopf“ im Kino. Jetzt kommt das Alzheimer-Drama auf die Bühne des Berliner Schlosspark Theaters – mit Karsten Speck in einer der Hauptrollen. Geplant sind rund 200 Aufführungen bundesweit. Wir haben mit dem Schauspieler gesprochen.

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Achim Wolff (r.) und Karsten Speck spielen zusammen im Schlosspark Theater „Honig im Kopf“.

Quelle: imago stock&people

Potsdam.. Mehr als sieben Millionen Menschen sahen Til Schweigers „Honig im Kopf“ im Kino. Jetzt kommt das Alzheimer-Drama auf die Bühne des Berliner Schlosspark Theaters – mit Karsten Speck in einer der Hauptrollen.

Herr Speck, am Sonnabend hat die Uraufführung „Honig im Kopf“ Premiere. Der gleichnamige Film von Til Schweiger hatte mehr als sieben Millionen Zuschauer. Wie groß ist da der Druck?

Karsten Speck : Man darf Film und Theater nicht miteinander vergleichen, wir spielen das Stück sicher mehr als zweihundert Mal, aber auf solche Zahlen kommen wir natürlich nie. Aber wir wollen natürlich etwas Gutes auf die Bühne bringen, das ist doch klar. Wir erzählen die Geschichte mit einfachen Mitteln, mit wenigen, schlichten Bühnenbildern. Die Fantasie des Zuschauers ist gefragt und ich hoffe, es funktioniert.

Hat sich der Intendant des Schlosspark-Theaters eingemischt? Schließlich spielt Dieter Hallervorden in Til Schweigers Film die Hauptrolle des an Demenz erkrankten Opas.

Speck : Dieter Hallervorden hat das Buch der Bühnenfassung gelesen und gleich angeboten, das Stück mit zu produzieren. Und so sind wir in diesem schönen Haus in Berlin-Steglitz gelandet. Dieter Hallervorden war auch einmal bei der Probe, hat uns zu verstehen gegeben, dass er glücklich ist über die Besetzung und uns freie Hand gelassen. Das nenne ich einen Vertrauensbeweis.

Das Thema Alzheimer nimmt sehr viel Platz ein, im Film wie auch auf der Bühne.

Speck : Wir treffen damit den Zeitgeist: Unsere Gesellschaft wird immer älter, immer mehr Menschen erkranken an Alzheimer und parallel dazu wird diese Krankheit aber auch immer besser erforscht. Und je mehr man sich mit der Krankheit beschäftigt, umso mehr Ehrfurcht bekommt man vor denen, die die Betroffenen betreuen.

Haben Sie Kontakte zu Demenz-Kranken?

Speck : Ich habe mich mit Beteiligten unterhalten, da ist oft eine große Wut gegenüber der eigenen Ohnmacht zu spüren. Man möchte helfen und weiß nicht, wie. Im Freundeskreis meiner Eltern habe ich das auch miterlebt. Es ist wirklich sehr schwierig, damit umzugehen. Als ich in Braunschweig am Theater spielte, habe ich in einer Senioren-Residenz eine Weihnachtslesung gemacht. Ich fing an, die „Weihnachtsgans Auguste“ vorzulesen. Plötzlich hörte ich eine laute Stimme: „Der Kaffee könnte aber ein bisschen wärmer sein.“ Tragik und Komik liegen hier so nah beieinander...

Diesen Spagat zu schaffen auf der Bühne ist schwierig. Hilft da auch die Musik, die Sie für das Stück komponiert haben?

Speck : Ja, aber es war eine echte Herausforderung und hat einige Nachtschichten gekostet! Oliver Kegel, mit dem ich seit zehn Jahren zusammenarbeite, und ich haben uns als Konzept eine immer wiederkehrende Melodie überlegt, eine Art „Honig-im-Kopf“-Suite, so ähnlich wie bei „Forrest Gump“. Sie enthält klassische Elemente, Choreinlagen...

Singen Sie auch selbst?

Speck : Ja, aber der Zuschauer wird es nicht immer erkennen. Weil diese Gesangparts Teile des musikalischen Gesamtkonzepts sind. Die Eingangsmusik zum Klosterbild ist ein gutes Beispiel dafür. Bis zum 14. Juli haben wir für die Theaterbesucher diese Soundtrack-CD fertig. Ich werde auch noch einen Song einspielen, „Ich gehe mit dir den Weg, ich lass dich nicht allein“, soll er heißen und zum Stück passen.

Woran arbeiten Sie, wenn Sie nicht auf der Bühne stehen?

Speck: Ich schreibe an Pop-Chansons und Balladen, in denen ich Geschichten erzähle, die mich beschäftigen, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart.

Sie haben ja einiges zu erzählen. Nach den Turbulenzen in Ihrem Leben, sind Sie jetzt wieder voll da, haben Engagements, sind gefragt und kreativ. Wie übersteht man diesen schweren Weg?

Speck: Indem man an sich selbst glaubt, Fehler analysiert, Verantwortung übernimmt und dann gestärkt aus solchen Krisen hervorgeht. Dass das ohne ein stabiles privates Umfeld nicht geht, versteht sich von selbst.

Von Claudia Palma

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