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Kultur Katrin Bauerfeind: „Ein Herz ist wie eine Handgranate“
Nachrichten Kultur Katrin Bauerfeind: „Ein Herz ist wie eine Handgranate“
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00:21 08.02.2018
Moderatorin und Autorin Katrin Bauerfeind Quelle: Jürgen Naber
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Potsdam

Katrin Bauerfeind ist derzeit auf Tour. Am Freitag kommt sie nach Oranienburg. Die MAZ hat vorab mit ihr gesprochen.

Sie präsentieren ein Programm über die Liebe – dabei ist es doch der Hass, der zurzeit allgegenwärtig ist, oder?

Katrin Bauerfeind: Leider ja, mir hat neulich jemand einen Zettel an meine Windschutzscheibe gehängt, weil ich superkurz eine Einfahrt halb zugeparkt habe: „Sie parken faktisch in einer Einfahrt. Beim nächsten Mal Spiegel ab. Arschloch.“ Innerhalb von fünf Minuten hatte ich mich so reingesteigert, dass ich, als ich kurze Zeit später zugeparkt wurde, auch eine Nachricht verfassen wollte, die der so schnell nicht mehr vergessen würde. Und dann dachte ich – ja, so kommt der Hass in die Welt. Hass macht aber hässlich und wir brauchen gerade das Gegenteil.

Also, was ist zu tun?

Wir sollten immer Zettel in der Tasche haben, auf denen steht: „Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Und Glück. Und Liebe.“

Apropos Liebe. Warum unterscheiden wir so stark zwischen Verliebtsein und Liebe?

Weil das zwei unterschiedliche Dinge sind. Verliebt bewegt man sich ja oft im grenzdebilen Bereich, das gleicht ja einem Drogenrausch. Liebe ist eher die gesetzte Form von Verliebtsein.

Von Nächstenliebe bis Hassliebe

Katrin Bauerfeind tritt am Freitag in der Orangerie in Oranienburg um 19.30 Uhr und am Samstag in den Neuen Kammerspielen in Kleinmachnow um 20 Uhr auf. Restkarten gibt es an der Abendkasse.

Ihr Programm dreht sich um Eigenliebe, Nächstenliebe, Hassliebe und Tierliebe bis hin zur Liebe im Sinne von Sex. Das dazugehörige Buch erscheint am 8. März bei S.Fischer.

Die 35-jährige Moderatorin wurde unter anderem durch die Internet-TV-Sendung „Ehrensenf“ bekannt und gehörte zum Team der „Harald-Schmidt-Show“.

Zu sehen war sie zuletzt auch in der 3sat-Sendung „Bauerfeind assistiert…“, in der sie Prominente einen Tag begleitet.

Sie arbeitet auch als Schauspielerin und Autorin. Die bislang erschienen Bücher heißen „Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag“ und „Hinten sind Rezepte drin – Geschichten, die Männern nie passieren würden“.

Und erfunden wurde beides in Italien, oder?

Schon mit 16, als ich den supertollen Mario mit seinem Stracciatellaeis-Lächeln im Italien-Urlaub kennen gelernt habe, dachte ich, dass Amore doch schon ganz anders klingt als Liebe und alles viel mehr kribbelt. Mit Mario und seiner Vespa in den Sonnenuntergang fahren, ohne Helm aber rauchend, das war schon so wie man immer gedacht hat, dass Liebe geht. Das können sie einfach, die Italiener.

Und wie es, nun ja, zum Beispiel mit den Brandenburgern?

Ich habe mir nie eine vergleichbare Szene in Brandenburg vorgestellt. Heißt aber nicht, dass es da deswegen weniger Emotionen gibt.

Und manchmal führen diese Emotionen zu Missverständnissen. Gerade Männer scheinen ja ihre Wirkung auf Frauen oft falsch einzuschätzen.

Ja, Männer, 30 Kilo zu viel vor dem Gürtel, optisch irgendwo Mitte 80er, kurz vor Seniorenpass, kommen auf dich zu mit der Haltung: „Mädchen, du hast Glück, ich spreche dich jetzt an!“ Da sind Missverständnisse natürlich vorprogrammiert.

Zurzeit wird das Thema Sexismus wieder kontrovers diskutiert. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Sexismus gibt´s überall, die Medienbranche sticht da nicht raus. Männer finden es immer noch normal, Frauen optisch zu beurteilen, worüber die sich im besten Fall bitteschön freuen sollen, zumindest aber nicht aufmucken. Es ist ein sehr altes Frauenbild und es führt zu vielen Situationen, die gerade unter #MeToo gesammelt werden.

Weg vom Sexismus, hin zur Sexualität. Es gibt Pornos im Internet und Dating-Apps auf dem Handy. Wie würden Sie heutzutage einem Kind Sex erklären?

So wie meine Mutter das getan hat. Bei uns wurde Tacheles geredet, als ich fünf war. Ab da war klar woher die Babys kommen. Was Sex ist, muss und will man als Kind ja tatsächlich noch nicht so genau wissen. Mein Patenkind ist acht und findet Mädchen eklig, Küssen auch. Alles wie früher, daran haben Apps nichts geändert.

Und wie ist es mit den berühmten drei Worten? Wie schwer fällt es Ihnen, „Ich liebe Dich“ zu sagen?

Naja, so ein Herz ist wie eine entsicherte Handgranate. Die drückt man ja auch nicht irgendwem in die Hand und sagt: „Hier, von mir für dich. Viel Spaß damit!“ Ich bin vorsichtig mit Liebe.

Was fällt eigentlich schwerer – dem neuen Freund „Ich liebe Dich“ oder Menschen, die einem wichtig sind, „Ich hab Dich lieb“ zu sagen?

Nach dem Besuch meines Programms stellt sich diese Frage nicht mehr. Es wird ein Abend, nachdem man mal wieder seine Mutter anruft und ihr sagt, dass man sie lieb hat oder dem Freund wieder öfter „Ich liebe Dich“ sagt, obwohl vieles einen wahnsinnig macht, zum Beispiel, wie er den Käse aufs Brot legt. Das ist das Ziel. Nach dem Abend lieben wir einfach los!

Von Maurice Wojach

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