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Kaum noch Investitionen in neue Ziele

Kulturland Brandenburg Kaum noch Investitionen in neue Ziele

Das Kulturinvestitionsprogramm ist 2015 ausgelaufen. Kulturministerin Sabine Kunst (SPD) legte gestern eine Bilanz vor. 68 Häuser wurden mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) teilweise aufwendig saniert und erweitert. Wird es künftig weniger neue, attraktive Ziele in Brandenburg geben?

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Schloss Doberlug wurde 2014 für 1 600 000 Euro hergerichtet. Ohne 900 000 Euro EFRE-Mittel wäre das nicht möglich gewesen.

Quelle: Foto: PROMO

Potsdam. „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.“ Diese wehmütigen Worte des Dichters Rainer Maria Rilke fielen zwar nicht auf der Pressekonferenz des Kulturministeriums am Montag in der Potsdamer Staatskanzlei. Aber der Abschied vom Kulturinvestitionsprogramm (KIP) bedeutet, dass es künftig deutlich schwerer fallen dürfte, alte Museumsanlagen und Spielstätten auf Vordermann zu bringen.

Dem Land Brandenburg ist es nicht gelungen, das KIP über das Jahr 2015 hinaus zu verlängern. Dank des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) flossen in den vergangenen 15 Jahren rund 130 Millionen Euro in die Entwicklung und Ausgestaltung von Kulturstätten. „Die Attraktivität vieler Kulturstandorte macht Brandenburg heute zu einem lohnenden Ziel für Touristen, sorgt aber auch dafür, dass sich die Menschen in demografisch gebeutelten Regionen wohler fühlen“, so Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst (SPD).

Eine Broschüre ihres Hauses führt 68 Einzelmaßnahmen auf, die durch eine Überweisung aus Brüssel möglich geworden sind. Oft sind es Summen um die 50 000 Euro, mit denen sich wichtige Weichen stellen ließen. So konnten die Jugendkulturfabrik Brandenburg/Havel eine Tonanlage einbauen, das Peter-Huchel-Haus in Wilhelmshorst den Keller trockenlegen und sich das Morgenstern-Literaturmuseum Werder überhaupt erst einmal gründen. Zu den EFRE-Mitteln addieren sich oft noch Eigenmittel und Förderungen durch Bund, Land oder Kommunen. Zu den kostspieligen Flaggschiffen des Programms zählen der Neubau des Kleist-Museums Frankfurt (Oder), der Umbau des Dieselkraftwerks Cottbus zum Kunstmuseum, die Ertüchtigung des Kulturstandortes Schiffbauergasse Potsdam und der Ausbau der Mönchenkirche Jüterbog zum Kulturzentrum.

„Kultur und Tourismus gehen Hand in Hand“, schwärmte Ministerin Kunst. Fast jeder zweite Besucher (49 Prozent) habe im Gäste-Monitor 2014 kulturelle Aktivitäten mit einer Reise nach Brandenburg verbunden, berichtete Dieter Hütte, Geschäftsführer der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH. Hotels und Herbergen in der Mark zählen mittlerweile etwa viereinhalb Millionen Übernachtungen pro Jahr, Tendenz steigend. Für 31 Prozent der Gäste seien kulturelle Angebote sogar der Hauptreiseanlass ihrer Reise.

Spektakuläre, neue Ziele wie das Renaissance-Schloss Doberlug, das 2014 im Rahmen der Kulturland-Kampagne nachhaltig hergerichtet werden konnte, wird es künftig kaum noch geben. Nun gelte es, die kontinuierlich hohen Leistungen der bestehenden Museen und Musikfestivals herauszustreichen, sagte Dieter Hütte.

Ministerin Sabine Kunst muss sich um die Zukunft Brandenburgs wahrscheinlich keine Sorgen mehr machen. Sie geht Mitte Januar als bisher einzige Kandidatin für das Amt als Präsidentin an der Berliner Humboldt-Universität ins Rennen. Ihr Staatssekretär Martin Gorholt (SPD) bewirbt sich zeitgleich um die Stelle als Landrat im Havelland. Doch das Land braucht eine starke Spitze im Kulturministerium, nicht zuletzt, um als Reiseziel attraktiv zu bleiben.

Von Karim Saab

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