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Kein Frank Castorf und keine Ost-Bühne

Die zehn wichtigsten Theaterinszenierungen Kein Frank Castorf und keine Ost-Bühne

Die Berliner Festspiele legen sich auf zehn aktuelle Inszenierungen fest, die besonders bemerkenswert sind. Die Jury entschied sich für drei Produktionen von Berliner Bühnen, zwei Mal ist Hamburg vertreten. Weitere Inszenierungen kommen aus München, Wien und Zürich. Der Westen überflügelt den Osten. Kassel und Karlsruhe stehlen Leipzig, Dresden, Schwerin und Potsdam die Show.

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Yvonne Büdenhölzer, die Leiterin des Theatertreffens.

Quelle: dpa-Zentralbild

Berlin. Theaterinszenierungen sind Kunstwerke, die sich eigentlich einer objektiven Bewertung entziehen. Um die Spitzenleistungen der reichen deutschsprachigen Theaterlandschaft dennoch gebührend herauszustellen, betreibt der Bund jedes Jahr ein aufwendiges Verfahren. Sieben Kritiker dürfen auf Staatskosten herumreisen, um die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen der letzten zwölf Monate zu ermitteln. Die Jury sah insgesamt 394 Inszenierungen in 59 Städten.

Die Leiterin des Theatertreffens, Yvonne Büdenhölzer, stellte am Mittwoch im Haus der Berliner Festspiele das diesjährige Ergebnis vor. Neben den üblichen Verdächtigen (Schauspielhaus Zürich, Burgtheater Wien, Münchner Kammerspiele) gibt es auch einige Überraschungen. Das Deutsche Schauspielhaus Hamburg (Intendanz: Karin Beier) darf sich gleich doppelt freuen, während das Hamburger Thalia-Theater leer ausgeht. Drei Berliner Bühnen sind unter den Auserwählten: Die Berliner Volksbühne mit Herbert Fritschs virtuoser Sprechoper „der die mann“, das Gorki Theater mit Yael Ronens lebensnahen Flüchtlingsgesprächen „The Situation“ sowie das Deutsche Theater mit Daniela Löffners subtiler Vergegenwärtigung des Klassikers „Väter und Söhne“.

Die Berliner Schaubühne wie auch der alte Berserker Frank Castorf fanden keine Gnade. Kein Haus aus den neuen Bundesländern schaffte den Sprung in die Top Ten. Der Westen der Republik kann dagegen feiern: In Karlsruhe entwickelte Hans-Werner Kroesinger ein Bühnenstück, das die Nazi-Verstrickungen des Staatstheaters verhandelt. Und in Kassel wagte der erst 28-jährige Berliner Ersan Mondtag ein bildmächtiges Experiment ohne Worte.

Aus Potsdamer Sicht gibt es eine Tatsache festzuhalten. Barbara Bürk erhielt für eine Effi-Briest-Adaption in Hamburg den Ritterschlag der Branche. Mit dem Ensemble des Hans-Otto-Theaters erarbeitete die freie Regisseurin 2013 „Wellen“, die vielleicht großartigeste Inszenierung der Ära Tobias Wellemeyer. Doch das ist den Juroren damals entgangen.

Von Karim Saab

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