Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Regen

Navigation:
Kein Tschingderassabum

Musikleben Kein Tschingderassabum

Landespolizeiorchester – wer denkt da nicht an Trommler, an Marschmusik und Zapfenstreich. Doch das Landespolizeiorchester Brandenburg hat ein ganz anderes Selbstverständnis. Es versteht sich als Sinfonieblasorchester und veranstaltet im Potsdamer Nikolaisaal sogar vier Abonnement-Konzerte. Am kommenden Sonntag gehts los!

Voriger Artikel
Rekorde über Rekorde - Das Guinness-Buch wird 60
Nächster Artikel
Bruno Ganz mit Nazi-Rächer-Drama in Venedig

Dirigent Christian Köhler.

Quelle: julian Stähle

Potsdam. Chefdirigent Christian Köhler hat für den kurzen Solopart des Saxofonisten bei der Probe am Mittwochabend einen guten Rat parat. „Stellen Sie sich ein besoffenes Dromedar vor, auch wenn Alkohol bei den Muslimen eigentlich nicht erlaubt ist!“ Das Landespolizei-Orchester (LPO) wiederholt daraufhin die Passage und schon klingt „Die Legende von Ali-Baba“ noch gewitzter und noch orientalischer.

Pferdegetrappel, Peitschenhiebe und Liebesschwüre machen das dreiteilige symphonische Werk des Belgiers Bert Appermont zu einem kurzweiligen Hörerlebnis. Die 45 Profi-Musiker haben sich für Sonntag, 18 Uhr, für ihr erstes Abonnementkonzert im Potsdamer Nikolaisaal ein recht süffiges Programm vorgenommen, bei dem viele bekannte Kompositionen aus Filmen aufgeführt werden, die direkt ins Herz treffen. Um „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ live aufzuführen, wurde der Kinder- und Jugendchor der Singakademie Potsdam engagiert. Außerdem wird die dramatische Musik aus „Fluch der Karibik“, aus Walt Disneys „Aladdin“ und „Der Herr der Ringe“zu hören sein.

Das Sinfonieblasorchester garantiert mit seinen herzerwärmenden Blech-Instrumenten und diversem Schlagwerk ein mitreißendes Live-Erlebnis. Wer seine Enkel – vielleicht erstmals – für den Reichtum differenzierter Orchestermusik begeistern will, der ist hier richtig. Arbeitslose zahlen nur drei Euro Eintritt!

Dass diese Musiker nicht im Frack, sondern in Polizeiuniformen auftreten, hat mit der Einzigartigkeit dieses Klangkörpers zu tun, der direkt dem Potsdamer Innenministerium untersteht. Anders als etwa das Musikkorps der Bundeswehr setzen die Brandenburger nicht auf Tschingderassabum. Sie verfallen beim Musizieren auch in keinen Gleichschritt. Ihre Domäne ist das subtile Metrum, das Konzert.

Köhler, ein charismatischer Hesse, der das Blasorchester seit 2011 dirigiert, setzt auf die Tiefenwirkung von Musik, wenn er etwa Präventionskonzerte leitet. Mit der Geschichte von „Emil und die Detektive“ sollen Kinder lernen, nicht mit Fremden mitzugehen und ihre Wertsachen sicher zu verstauen. Mehr als 200 Auftritte auch in entlegenen Landesteilen prägen den Alltag des Orchesters.

„Der Herr der Ringe“ – Das LPO im Märchenzauber“: 13.9., 18 Uhr. Nikolaisaal Potsdam, W.-Staab-Straße 10. Karten unter 0331/2888828.

 

 

Von Karim Saab

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
www.esprit.de
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?