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Kultur Kendrick Lamar gewinnt als erster Rapper den Pulitzer-Preis
Nachrichten Kultur Kendrick Lamar gewinnt als erster Rapper den Pulitzer-Preis
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00:21 20.04.2018
Kendrick Lamar performs bei einem Konzert in Los Angeles in diesem Jahr. Quelle: imago/ZUMA Press
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New York

 Zwölf Grammys hat er bereits gewonnen, nun kann er sich auch den Pulitzer-Preis auf den Kaminsims stellen. Der US-Rapper Kendrick Lamar ist als erster Popmusiker mit dem renommierten Journalismus- und Literaturpreis ausgezeichnet worden. Auf seinem 2017 veröffentlichten Album „Damn“, liefere Lamar „eindringliche Momentaufnahmen, die die Komplexität des modernen afro-amerikanischen Lebens einfangen“, sagt Dana Canedy, die Vorsitzende der Verwaltung der Pulitzer-Preise, am Montag an der Columbia Universität in New York. Das Album sei eine „virtuose Liedersammlung, vereint von seiner umgangssprachlichen Authentizität und rhythmischen Dynamik“.

Mit „Humble“ zum Durchbruch

Der 30-jährige Lamar ist spätestens seit seinem weltweit erfolgreichen Hit „Humble“ der angesagteste Vertreter seines Genres. Mit einem deutlich vom Westküsten-Gangsterrap der Neunziger inspirierten Sound,  trifft Lamar 2018 den Geschmack eines breiten Publikums. Lamars Stil zitiert die Pioniere des Genres wie Tupac, Ice Cube oder Eazy-E. Zur Jahrtausendwende wurde ihr harter, von der Straßenkriminalität der Ghettos bestimmter Ton, abgelöst von anderen regionalen Spielarten des Hip-Hop. Jay-Z prägte den New-York-Rap der Zweitausender, Lil-Wayne den „Dirty-South-“Rap der Südstaaten. Mit Lamar verlagerte sich die Aufmerksamkeit der Hip-Hop-Szene nach zwei Jahrzehnten erstmals wieder an die Westküste.

Westküsten-Sound

Wie seine Vorbilder stammt auch Lamar aus dem Westen der USA. Sein Geburtsort, der Stadtteil Compton in Los Angeles, ist eng verbunden mit der Geschichte des Westküstenrap. Der Ausspruch „Straight Outta Compton“, direkt aus Compton stammend, ist als Aufdruck auf T-Shirts und Pullovern mindestens so populär wie ein Bildnis von Bob Marley oder Chez Guevara. In Lamars Jugend galt Compton als einer der gefährlichsten Orte der USA. Nach den Rassenunruhen im Los Angeles der späten Sechzigerjahren verließ die weiße Mittelschicht den Stadtteil, der in den Achzigerjahren große Probleme mit Gang-Kriminalität bekam. Eine kulturelle Begleiterscheinung dieser Entwicklung waren die Entstehung und der Erfolg von Rap-Gruppen wie N.W.A (Niggaz wit Attitudes), die  1988 das Album „Straight Outta Compton“ veröffentlichten. Sieben Jahre später sah der junge Kendrick Lamar seine Idole Tupac Shakur und Dr. Dre, wie sie in seinem Stadtteil ein Musikvideo drehten. Ein Schlüsselerlebnis.

Nach ersten musikalischen Gehversuchen unter dem Pseudonym „K-Dot“ gelang Lamar 2010 der Durchbruch mit dem Song „HiiiPoWeR“. Bereits das Debut-Album „good kid, m.A.A.d city“ erreichte 2012 Platin-Status in den USA. Es folgten drei weitere Studioalben und nun der Pulitzer-Preis.

Von Mario Moers

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