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Kultur Im „Taxi“ durch die Nacht
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17:02 23.08.2015
Regisseurin Kerstin Ahlrichs präsentierte „Taxi“. Quelle: christel köster
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Babelsberg

Wie lange Überzeugungsarbeit braucht es, um einen angesagten Hollywoodstar wie Peter Dinklage (46) für ein deutsches Filmprojekt zu gewinnen? Im Fall der in Hamburg angesiedelten Bestselleradaption „Taxi“ dauerte es drei Jahre, bis der Vertrag mit dem kleinwüchsigen „Game of Thrones“-Star unter Dach und Fach war, erzählte Regisseurin Kerstin Ahlrichs am Samstagabend beim Filmgespräch im Thalia-Kino. Dinklage spielt Marc, der Rosalie Thomass als Taxi fahrender, antriebsschwacher Hauptfigur Alex den Kopf verdreht und am Ende ihre ultracoole Attitüde aufbricht.

Die Besetzung ihres Films hat Kerstin Ahlrichs – die ursprünglich Karen Duves „Regenroman“ verfilmen wollte, jedoch an der Finanzierung scheiterte – selbst übernommen. Dank der „tollen Figuren“ von „Taxi“-Roman- und Drehbuchautorin Autorin Karen Duve hatten Schauspieler wie Stipe Erceg, Robert Stadlober, Antoine Monot Jr., Tobias Schenke und Leslie Malton, „einfach Lust auf das Projekt“. Armin Rohde hat man einen schönen Dialog mit Rosalie Thomass zu verdanken. „Fährst Du auch Betrunkene?“, fragt Rohde als nerviger Passagier. „Damit verdiene ich meinen Lebensunterhalt.“

Karen Duve kutschierte selbst 13 Jahre lang einen bunten Fahrgäste-Mix durchs wilde St. Pauli der Achtzigerjahre. Damals konnten sich junge Menschen mit Null-Bock-Stimmung eben treiben lassen. „Heute macht man möglichst mit 17 Abi und bastelt an einer super Vita. Zeit, sich auch mal anderweitig umzugucken, gibt’s doch kaum noch“, bedauerte Kerstin Ahlrichs. Auch der Typus des studentischen Taxifahrers sei selten geworden.

Die Fahrten durch die Hansestadt wurden größtenteils im Studio Hamburg gedreht, die Hintergründe nachträglich am Computer eingefügt. Warum? „Weil Hamburg sich inzwischen so sehr verändert hat. In Berlin findet man dagegen fast jede Epoche.“ Der Achtziger-Jahre-Look in Maske, Kostüm, Ausstattung – es gibt ein Wiedersehen mit Wählscheiben-Telefonen und Commodore-Computern – des Film sei teuer und aufwändig gewesen, erzählte die Absolventin Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin.

Wie man das bei einem bescheidenen Kinofilm-Budget von 2,7 Millionen Euro so macht, wurde aus

Karen Duve stellte ihre Wohnung – die entsprechend umrenoviert wurde – für den Dreh zur Verfügung. Karen Duves Verwandte spielen mit, sogar ihre Bulldogge hat einen Mini-Auftritt.

Ihre Ausflüge auf die Leinwand – „mit Kino verdient man kein Geld“ – kann sich die Regisseurin nur leisten, wenn sie zwischendrin fürs Fernsehen arbeitet. Unter anderem 13 Folgen der ARD-Serie „Lindenstraße“ stehen in ihrer Filmografie, momentan dreht sie eine Episode für die ZDF-Krimireihe „Soko Wismar“. Dass Kerstin Ahlrichs den im Herbst erscheinenden neuen Romans von Karen Duve verfilmt, sei schon ausgemacht.

„Taxi“, täglich um 16.30 und 18.45 Uhr, Thalia-Kino, Kartenreservierung: 0331/743 7020.

Von Ricarda Nowak

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