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00:19 09.12.2017
Galerist Judy Lybke (mit Mikrofon), Kunstkritiker und Hochschulrektor Matthias Flüge und Ex-Museumsleiterin Jutta Penndorf im Barberini. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Drei zu DDR-Zeiten hochgradig engagierte Kunstvermittler kamen am Montag im Museum Barberini in einer Podiumsdiskussion zu Wort. Die Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Hinter der Maske. Künstler in der DDR“ wurde von Deutschlandfunk-Journalist Stefan Koldenhoff moderiert.

Matthias Flügge, seit 2012 Rektor der Kunsthochschule Dresden, war lange Zeit Redakteur der Zeitschrift Bildende Kunst. Er berichtete von einem Buch, das 1983 in der Redaktion eingeführt wurde und alle Künstler aufführte, die öffentlich nicht erwähnt werden durften, da sie einen Ausreiseantrag gestellt hatten. Jutta Penndorf, langjährige Chefin des Lindenau-Museums in Altenburg, erinnerte, wie ein Sekretär für Agitation und Propaganda 1987 mit dem Satz „Darf man das heute?“ eine Ausstellung mit Werken des Malers Walter Libuda hinnahm. Und Judy Lybke, der mit seiner illegalen Galerie „Eigen+Art“ in Leipzig Furore machte und seit der Wende erfolgreich den internationalen Kunstmarkt aufmischt, steuerte manche Anekdote bei, da er die Branche und auch Hochschullehrer wie den Maler Bernhard Heisig zunächst aus der Perspektive eines Aktmodells erlebt hat.

Einig waren sich die drei Diskutanten in ihrer Ablehnung der Palastgalerie, die das Barberini parallel in vier Räumen zeigt. „Die Bilder sind noch viel schlimmer als sie mir damals erschienen“, sagte Penndorf. Flügge pflichtete ihr bei: „Ich bin nachträglich erschrocken, dass ich damals nicht schreiend herausgerannt bin, sondern nur kopfschüttelnd.“ Lybke stellte fest, dass er nie im Palast der Republik gewesen ist.

Matthias Flügge sagte abschließend, er hoffe, dass das die letzte DDR-Kunstausstellung sei. „Die Fixiertheit auf DDR-Kunst macht mich seit der Wende verrückt.“ Das Thema werde ghettoisiert und solle besser in einem europäischen Kontext dargestellt werden“, sagte Flügge weiter.

Dass Bilder in der DDR für viele Menschen ein wichtiges Medium zur Selbstverständigung darstellten, blieb unerwähnt. Nach der Wende verlor die Kunst oft an Stellenwert, da sie nun eher der Dekoration oder der Wertanlage diente.

Von Karim Saab

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