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Klavier-Shootingstar David Fray in Potsdam

Konzert im Nikolaisaal Klavier-Shootingstar David Fray in Potsdam

David Fray begann im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspiel. Inzwischen ist der französische Pianist zum Shootingstar der Szene avanciert. Doch sein Konzert im Potsdamer Nikolaisaal überzeugte nicht bei jedem Stück.

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Pianist David Fray.

Quelle: Promo

Potsdam. Der Pianist zeigt einige Eigenwilligkeiten: Oft liegt ihm das Kinn auf der Brust; die Schlusstakte werden von einem wilden Schlenkern der Arme und Beine begleitet. Außerdem liegt stets ein weißes Läppchen bereits, mit dem sich David Fray fortwährend Hände, Stirn und Nase abtupft.

Derlei Marotten wären nicht erwähnenswert, wenn der exzentrische Südfranzose, Jahrgang 1981, mit seinem Klavierspiel fesseln würde. Doch das war während seines Auftritts am Sonntag im Potsdamer Nikolaisaal nur sporadisch der Fall. Dabei spielte er zusammen mit der Kammerakademie Potsdam unter deren Leiter Antonello Manacorda eines der wunderbarsten Klavierkonzerte Mozarts: das dramatische c-Moll-Stück, das während der Arbeit am „Figaro“ entstand.

Da sowohl Manacorda als auch Fray eher voran preschten als Mozarts gesangliche Innigkeit auszukosten, klang die Musik eher nach Beethoven. Zu diesem Eindruck trug auch das recht groß und entsprechend laut besetzte Orchester bei. Den langsamen Satz hämmerte der Pianist hart, wie im Stechschritt herunter. In den schnellen Ecksätzen hingegen brachte er mit freizügigem Pedalgebrauch die schnellen Läufe ins Schwimmen. Momente Mozartscher Eleganz und Anmut kamen hier nur als Spurenelement auf.

Fray glänzt mit Akkordkaskaden

Davis Frays klarer, direkter Anschlag passte besser zu Bachs A-Dur-Klavierkonzert. Hier glänzte der Pianist mit Akkordkaskaden, fein aufgefächerter Mehrstimmigkeit und virtuosen Verzierungen. Die frisch und lebhaft musizierenden Streicher konzentrieren sich hier auf die rhythmische Grundierung und lassen dem Solisten den Vortritt. An dieser Stelle des Programms hätte man Igor Strawinskis neoklassisches Es-Dur-Konzert für Kammerorchester erwartet, das deutliche Anspielungen an Bach, insbesondere die „Brandenburgischen Konzerte“ enthält. Doch merkwürdigerweise stand dieses Stück am Beginn des Abends, vor dem Mozart-Klavierkonzert.

Strawinskis motorisch intensive Musik liegt dem Temperament Manacordas, der eher dem rhythmischen Drive als der gesanglichen Linie zuneigt. Die raffinierte, virtuos verdichtete Polyphonie erhielt hier einen aparten Groove. Zugleich kostete Manacorda die Störfälle aus, die in den musikalischen Fluss einbrechen: schiefe Töne, schrille Einwürfe oder aber ein keckerndes Fagott.

Den Abschluss machte eine energiegeladene Darbietung von Schuberts Erster Sinfonie, bei der sich die in präziser Einmütigkeit spielende Holzbläser-Riege hervor tat. Erstaunlich, wie selbstbewusst der 16-jährige Komponist seinen sinfonischen Erstling in Angriff nahm! Mit diesem Werk haben Manacorda und die Kammerakademie im vergangenen Herbst ihre Gesamteinspielung der Schubert-Sinfonien abgeschlossen. Manacordas Vorgänger Michael Sanderling kehrt am 12. März als Gast zurück ans Pult der Kammerakademie; mit Musik von Schumann, Mendelssohn und Strauss.

Info: Das kleine Sinfoniekonzert: Hier kommt das Horn. Samstag, 12. März, 16 Uhr, Nikolaisaal.

Von Antje Rößler

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