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Kreuze und Kontrolle: Madonna auf Europa-Tour

Musik Kreuze und Kontrolle: Madonna auf Europa-Tour

Madonna ist der Popstar, der irgendwie immer da war. Jetzt hält die "Queen of Pop" mal wieder in Deutschland Hof. Die Zutaten für ihre Show in Köln: Sex, Religion, kalkulierter Wahnsinn.

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Gewohnt aufwendig - die Bühnenshow von Madonna.

Quelle: Oliver Berg

Köln. Natürlich ist da wieder ein Kreuz. Wenn Madonna irgendwo auftaucht, darf ein Kreuz eigentlich nicht fehlen. Diesmal trägt es der Popstar, der gekleidet ist wie eine fernöstliche Variante der heiligen Jungfrau von Orleans, recht martialisch über die Bühne, umzingelt von einer Horde Samurai-Kämpfer.

Das ist zwar ein etwas bizarres Szenario, im Vergleich zu früheren Auftritten aber eine verhältnismäßig zurückhaltende Inszenierung. 2006 hat sich Madonna auf der Bühne mal wie Jesus an ein Kreuz hängen lassen. Es gab die erhoffte Empörung. So weit kommt es bei der Samurai-Nummer nicht. Aber ihre neue Show, die sie an an diesem Abend in Köln erstmals in Europa zeigt, hat auch gerade erst angefangen.

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Fernöstlicher Touch in Köln.

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Madonna gastiert mit ihrer aktuellen "Rebel Heart" Tour in der Domstadt und irgendwie weiß man nicht so recht, wo man sie momentan einordnen soll. Wirklich relevant waren ihre jüngsten Alben nicht, wenn auch wie immer kommerziell erfolgreich. Gleichzeitig ist die 57-Jährige so etwas wie der letzte große Popstar unserer Zeit, immer präsent seit den 80er Jahren. Dieser Status ist auch in Köln spürbar: Fans belagern das Hotel, in dem die "Queen of Pop" vermutet wird, Medien berichten von ihrer Ankunft. Und Madonna macht einfach immer weiter mit ihrer Erfolgsformel aus kalkulierter Provokation.

Die neue Show, die sie bislang nur in Nordamerika gespielt hat, ist ein Madonna-Universum im Kleinen: Sex, Religion, Weltbürgertum. Es dauert keine Stunde, da schlägt sie ihren Tänzerinnen auf den Hintern. Sie tragen Nonnenhauben und sonst nicht viel mehr. Zwischen den einzelnen Abschnitten der visuell aufwendigen Show wechselt sie so mühelos die Rollen, wie in ihrer gesamten Karriere. Erst heilige Ritterin, dann eine Art Rockabilly-Braut, später spanische Stierkämpferin. Was bleibt, sind Gesten an ihre durchtrainierten Tänzer und das Publikum, die zeigen: Ich habe hier die Kontrolle.

In Köln spielt Madonna gleich zwei Konzerte an aufeinanderfolgenden Tagen. Der Veranstalter gibt an, dass für beide zusammen rund 29 000 Karten verkauft worden seien. Die Arena ist gut gefüllt, ein paar freie Plätze sieht man aber noch. Wer sich im Publikum umschaut, sieht, dass Madonna natürlich kein klassischer Teenie-Star mehr ist. Viele sind um die 40. Als das Konzert verspätet beginnt, gibt es Pfiffe.

Dass Madonna aber weiß, was sie liefern muss, ist auch zu sehen. Es wäre für eine Künstlerin ihrer Kategorie ja nicht unüblich, die eigenen Hits vom Karriereanfang zu verschmähen - insbesondere wenn darunter ein Song wie "Like a Virgin" ist. Nicht so Madonna, die den Klassiker aus ihrer Girlie-Phase auch noch mit 57 singt, modern abgemischt. Ebenso "Material Girl" und "La Isla Bonita".

Und am Ende schlüpft sie dann tatsächlich auch noch in eine Rolle, die man von ihr noch nicht so oft gesehen hat. Sie betritt die Bühne eingewickelt in eine Deutschland-Fahne. Und ruft "Dankeschön".

Weiter Konzerte in Deutschland: Köln (5. November), Berlin (10. und 11. November), Mannheim (29. November)

dpa

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