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Kritik an der Kritik – Reaktionen auf MAZ-Beitrag zum HOT

„Offenes und waches Ensemble“ Kritik an der Kritik – Reaktionen auf MAZ-Beitrag zum HOT

Unter der Überschrift „Maul halten und spielen" hatte die MAZ kürzlich kritisch über die Arbeitsverhältnisse am Potsdamer Hans-Otto-Theater geschrieben. Daraufhin erreichten uns zahlreiche Zuschriften. Wir dokumentieren.

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Das HOT am Tiefen See.

Quelle: MAZ

Potsdam. Unser Beitrag „Maul halten und spielen!“ über die Arbeitsverhältnisse am Hans-Otto-Theater (HOT), erschienen am 28. September, hat in der Kulturszene Diskussionen ausgelöst. Im Kern ging es um den Vorwurf, dass eine Dreiviertel-Mehrheit des Potsdamer Schauspiel-Ensembles intern die Leitung des Hauses zu einer offenen Aussprache aufgefordert hat und Intendant Tobias Wellemeyer auf dieses Ansinnen mit der Entlassung des Ensemblesprechers Axel Sichrovsky reagiert hat. Das Ensemble solidarisierte sich nicht mit dem ausgegrenzten Kollegen. Nach dem Publikwerden des Vorgangs durch die MAZ gibt es viele Stimmen, die für Intendant Wellemeyer Partei ergreifen. Die meisten Reaktionen, die uns erreicht haben, stammen von HOT-Mitarbeitern.

Im Folgenden dokumentieren wir die Zuschriften, die uns erreicht haben.

Petra Wüllenweber:

Sehr geehrte Redaktion der Märkischen Zeitung,

der Artikel von Herrn Saab zeigt – sowohl durch die Art wie er geschrieben ist, als auch durch den gewählten Zeitpunkt – ganz offensichtlich seine Absicht: die Nichtverlängerung von Intendant Wellemeyer und somit auch von seinem Leitungsteam und dem Ensemble. Doch getarnt als „besorgter Journalist“ werden in seinem Artikel Unwahrheiten verbreitet.

Als Autorin und Regisseurin, die an den verschiedensten deutschsprachigen Theatern arbeitet, kann ich bezüglich der Außenwahrnehmung des HOT nur widersprechen. Ich erlebe die Mitarbeiter des Hans Otto Theaters als sehr offene, engagierte Künstler, die vernetzt mit den verschiedensten Institutionen innerhalb der Stadt zusammenarbeiten. Auch ist das HOT ein vorausschauender und weiser Vorreiter: Nach der erfolgreichen Uraufführung meines Stückes NETBOY in Potsdam wurde und wird es nun von mehreren Theatern in Deutschland und Österreich nachgespielt. Denn sowohl der Spielplan des Hans Otto Theaters als auch die Umsetzung der Stücke erhalten sehr wohl viel Beachtung. So steht z. B. das für das HOT geschriebene und in Potsdam spielende Stück UND MORGEN? auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendtheaterpreis 2016. Die Leitung und das Schauspielensemble des HOTs machen Theater für die Menschen in ihrer Stadt und ernten damit zudem Anerkennung im deutschsprachigen Raum – das sollte man wissen.

Beste Grüße

Petra Wüllenweber
Autorin und Regisseurin

Elias Perrig:

Sehr geehrter Herr Saab,

Als ich Ihren Artikel über die angeblichen Zustände am Hans Otto Theater las, musste ich erstmal lachen: Ausgerechnet Sie schwingen sich plötzlich auf zum Anwalt von angeblich unterdrückten Schauspielern? Da sollten Sie mal Ihre eigenen Kritiken lesen und sich ernsthaft fragen, wie menschenunwürdig Sie eigentlich über Schauspieler schreiben (ich erinnere nur an die letzte Kritik, in der Sie eine Schauspielerin einfach als „eklatante Fehlbesetzung“ titulierten). Leider verging mir das Lachen dann doch ziemlich schnell, bei all den Unterstellungen, die Sie dem Intendanten und den Mitarbeitern des Theaters vorhalten. Ihre Absicht, die Verlängerung von Tobias Wellemeyer zu verhindern, ist dann doch zu klar erkennbar, und für dieses Ziel entwerfen Sie apokalyptische Zustände, die angeblich am HOT herrschen. Seltsam nur, dass ich als Gastregisseur von diesen Zuständen noch nie etwas mitbekommen habe. Dass sie dem Intendanten sogar vorwerfen, Gastregisseure zu engagieren, meinen Sie ja hoffentlich nicht ernst, sonst muss ich doch sehr an Ihrer elementarsten Theaterkenntnis zweifeln. Als „Beweis“ für Ihre Unterstellungen bringen Sie nichts als Gerüchte vor, ohne eine einzige erkennbare Quelle. Ist Ihnen das nicht selber etwas peinlich? Dass ein Ensemble sich kritisch mit seinem Intendanten auseinandersetzt, dass da manchmal Briefe geschrieben werden und harte Diskussionen geführt, ist meiner Meinung nach gerade ein Zeichen dafür, dass ein Haus gut (und eben gerade NICHT despotisch) geführt wird. Dass ich sehr gerne am HOT arbeite, hat genau damit zu tun: dass ich hier Schauspieler erlebe, die frei und selbständig denken, die sich ernsthaft auseinandersetzen, die außergewöhnlich teamfähig sind, ein großartiges Ensemble bilden, alles Qualitäten, die ich noch nicht an vielen Theatern in diesem ausgeprägten Maß erleben durfte. Eine solche Qualität würde keinen Bestand haben, wenn ein Intendant sie nicht so sorgfältig pflegen würde, und ich erlebe Tobias Wellemeyer als einen enorm menschlichen, sensiblen, offenen Intendanten, dem die künstlerische Auseinandersetzung, die Inhalte und die Qualität der Produktionen stets wichtiger sind als die Befriedigung seines Machtwillens. Ziemlich genau das Gegenteil eines Despoten also. Dass Theater hierarchische Betriebe sind, ist ja wohl keine neue Erkenntnis, falls Sie darüber eine Grundsatzdebatte anstreben wollten, hätten Sie schon etwas mehr ausführen müssen, was Sie eigentlich dazu sagen wollen. Der Weggang einzelner Schauspieler hat jedenfalls mit all den von Ihnen erwähnten Gründen nichts zu tun. Dass Schauspieler sich nach vielen Jahren an einem Theater nach neuen Aufgaben sehnen, dass manchmal Schauspieler gekündigt werden, all das sind völlig normale Vorgänge, wobei höchstens noch festzuhalten wäre, dass die Fluktuation im Potsdamer Ensemble im Vergleich zu anderen Theatern extrem gering ist. Eigentlich alles Fakten, die Sie als Kritiker kennen sollten. Aber offensichtlich ging es ja nicht um Fakten, sondern um Meinungs-Manipulation. Schade.

Mit freundlichen Grüßen

Elias Perrig,

Gastregiesseur

Andreas Rehschuh:

Sehr geehrter Herr Saab,

mit großer Heiterkeit habe ich Ihren Artikel gelesen, denn Ihre „investigative Story“ ernst zu nehmen, fällt leider sehr schwer. Ich bin seit Jahren als Regisseur am Hans Otto Theater zu Gast, doch die von Ihnen beschriebenen Zustände blieben mir scheinbar immer verborgen. Wenn ich in Potsdam arbeite, treffe ich seltsamerweise nie auf weinende Schauspieler, es sei denn, die szenische Umsetzung verlangt es. Aber vielleicht ist alles noch perfider, als von Ihnen enthüllt und das Ensemble ist - unter Kündigungsdrohung - aufgefordert, sich sehr geschickt, vor den am Haus arbeitenden Gästen zu verstellen. Auch den von Ihnen liebevoll titulierten „schwerblütigen Sachsen“ erlebe ich im Arbeitsalltag langweiliger Weise nie brüllend. Es sei denn, es platzt diesem leidenschaftlichen Theatermann im täglichen Kampf um Erhalt von Qualität und in der Begegnung mit Ignoranz gegenüber der Theaterarbeit wirklich `mal der Kragen. Und das hoffe ich, bleibt auch so.

Doch Scherz beiseite: Ich finde den Versuch sehr beschämend, ein Theater, deren Macher - allen voran Tobias Wellemeyer - mit großer Leidenschaft, Intelligenz, Energie, Risikobereitschaft und Liebe zum Theater arbeiten, so in Misskredit bringen zu wollen. Einem Ensemble, das fast jeden Abend und auch morgens auf den Bühnen des Hans Otto Theaters steht und mit großer Liebe zu seinem Beruf, Ensemblegeist und höchstem Können die Kulturlandschaft in Potsdam mitbestimmt, derart die Mündigkeit abzusprechen, ist schon dreist.

Immer wenn sensible, wache Menschen mit ihren Haltungen und Sichten auf die Welt miteinander ringen, um etwas über uns und unsere Zeit auf der Bühne zu erzählen, entsteht Reibung. Da fliegen sicher auch einmal die Fetzen. Auch zwischen „Unten“ (gemeint ist der Zuschauerraum) und „Oben“ (gemeint ist die Bühne). Doch genau diese Reibung braucht unsere Arbeit, sie bringt uns voran. Ich kann Ihnen versichern, es geht am HOT immer um die Sache und nie darum, einen Menschen zu verletzen. Da liegt der Unterscheid zu Ihrem Artikel.

Ich möchte gar nicht weiter auf so manche von Ihnen gestellte tollkühne Behauptung eingehen. Diese sind in ihrer Absicht recht durchschaubar und entsprechen wie gesagt nicht der Realität.

Es ist schon spät und morgen früh ist Probe für „Terror“, Premiere nächste Woche. Aber da haben Sie ja leider auch schon im Vorfeld eine Haltung für sich gefunden.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Rehschuh, Gastregisseur

Stefan Otteni:

Sehr geehrte Redaktion der Märkischen Allgemeine,
Sehr geehrter Herr Saab,

Man könnte viel zu dem Artikel von Karim Saab sagen, der mit einer Fülle von durcheinandergewürfelten, ungenau recherchierten Vorwürfen überdeutlich auf die Absetzung des Intendanten abzielt. Am meisten aber erstaunt einen die persönliche Diffamierung des Intendanten Tobias Wellemeyer. Ich arbeite als Gastregisseur seit fünf Jahren immer wieder am Hans-Otto-Theater - auch wegen der guten Arbeitsatmosphäre:Das Ensemble dort ist wacher und offener als viele andere in Deutschland. Das gilt übrigens auch für die Mitarbeiter in den Werkstätten und technischen Abteilungen dort. Die Potsdamer Schauspieler begegnen mir in den Proben nicht als geknechtete Opfer eines Despoten sondern als klare, selbstbestimmte, politische Künstler, die sehr auf Teamwork setzen für das man dann als Gastregisseur mit großartigen Ergebnissen belohnt wird.

Tobias Wellemeyer selbst erlebe ich als, ja, schwerblütigen aber umso herzlicheren und verlässlichen Arbeitspartner, Dabei geht es ihm – auch in Konflikten - immer um die Sache, also um das beste Ergebnis auf der Bühne.

Als Gastregisseur schätze ich dabei gerade den Künstler an ihm, der klare Worte zu meiner Arbeit findet, kritische wie euphorische, und sich nicht hinter Manager-Sprech zum Verschwinden bringt. Das muss übrigens einer Stadt klar sein, wenn sie sich einen regieführenden Intendanten, also einen Künstler, als Leiter ihres Theater wünscht: Er steht schon von seinem Auftrag her quer zu rein wirtschaftlich ausgerichteten Zielen und ist als Künstler nicht dazu angestellt, „die Welt gern zu umarmen“, wie Karim Saab sich das wünscht.

Umso höher schätze ich seine langjährigen unermüdlichen Bemühungen, wie man mit dem Programm des Hans-Otto-Theaters noch besser auf das Potsdamer Publikum zugehen kann, ohne dabei auf Anspruch zu verzichten. Einige meiner Regiearbeiten wie „Supergute Tage“ oder „Wie im Himmel“ sind genau aus solchen Überlegungen hervorgegangen: Populäre Stoffe zu finden, die nicht im seichten Boulevard-Theater landen. Aber auch vom Mut des Intendanten und seiner Dramaturgie habe ich immer wieder profitieren dürfen: Produktionen wie Tellkamps „Eisvogel“ oder jetzt „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ auf der Großen Bühne zu präsentieren sind klare inhaltliche Setzungen einer mutigen Theaterleitung. Der Spagat, den Wellemeyer mit seinem Team versucht zu gehen, ist dabei offensichtlich und verdient Respekt statt Häme.

Stefan Otteni, Gastregisseur

Hans Ludwig Böhme:

Sehr geehrte Chefredaktion,

jetzt ist er explodiert - Ihr „Kritiker“ Karim Saab. Jetzt hat er sich selbst abgeschafft, denn in das von ihm vernichtete Theater kann er nicht mehr gehen, und die Leser in der MAZ wollen ganz sicher mal wieder ernstgenommen werden udn guten Journalismus genießen.

Dem Oberbürgermeister und anderen unabhängigen Gratulanten zum 10. Jahrestag des Neuen Theaters ist es zu danken, dass alle von K.S. aufgestellten Behauptungen endgültig zur Farce wurden.

Tobias Wellemeyer erreicht mit seinem Charisma, seinem Wohlwollen und seiner Treue gegenüber den Mitarbeitern eben genau das an diesem Theater, was K.S. nicht willens ist zu sehen: ein sinnliches und lebendiges Stadttheater, das über die Grenzen hinaus wirkt.

In diesem Sinne. Wir lieben das Theater. Wir lieben die Kunst. Auf ein Neues!

Ihr HL Böhme, Theaterfotograf

Göran Gnaudschun:

Sehr geehrter Herr Saab,

ich beobachte das Geschehen in Potsdam gerade ein wenig von außerhalb, bin ich doch gerade in Rom Stipendiat in der Villa Massimo. Dem Theater bin ich nicht nur als Zuschauer, sondern auch durch meine Arbeit als Fotograf dort sehr verbunden, kenne auch dadurch nicht nur das Bühnengeschehen, sondern auch was dahinter passiert. Fotografen sind selten involviert, sondern haben naturgemäß eine Beobachterposition. Hier in Rom verfolge ich gelegentlich das Potsdamer Geschehen und ich war schon sehr überrascht über den Ton und die Aussage Ihres Artikels.

In Theatern wird gern mal gebrüllt und getobt, überall, dafür ist es auch Theater. Hier arbeiten sensible Menschen, die sich in die unterschiedlichsten Rollen einfühlen müssen. Hier gibt es auch Menschen, die die Stücke zusammenhalten und all die unterschiedlichen Befindlichkeiten und Interessen in eine Richtung bündeln müssen. Dass dadurch ein Machtgefälle zwischen Schauspielern, Regisseuren und auch dem Intendanten entsteht, ist vollkommen klar und dem System Theater geschuldet. Auseinandersetzungen gibt es immer, wie in einer Familie klärt man es erstmal unter sich und trägt es nicht gleich nach außen. Der Begriff Wagenburg-Mentalität verkürzt diese spezifischen Verhaltensmuster die in Theatern gelten unangemessen.

Die meisten Schauspieler die jetzt gehen, verlassen nicht fluchtartig Potsdam wegen unerträglicher Arbeitsbedingungen, sondern weil es für viele auch wichtig ist, sich zu verändern. Immer wieder. Frei zu arbeiten mit allen Vorteilen und Risiken oder in anderen Häusern zu spielen, zum Fernsehen zu gehen oder sie sehen in der Leinwand ein größeres Ziel als den Potsdamer Bretterboden. Um die besagten Schauspieler ist es sehr schade, alle von ihnen habe ich gern auf der Bühne gesehen, aber sie nehmen neue Chancen war. So machen sie aber Platz für neue, ungesehene Talente, wie Nina Gummich, die in dem unglaublich dichten Stück „Bilder deiner großen Liebe“ mir mit ihrer Intensität fast den Atem nahm. Übrigens ein Wellemeyer-Stück.

Die Arbeit mit Gastregisseuren würde ich dem Haus auch nicht negativ ankreiden, bleibt doch so vieles frisch und es gibt immer wieder die Gelegenheit neue Handschriften kennen zulernen, wie Alexander Nerlich, der einen „Hamlet“ mit überwältigenden Bildern vorlegte und einem „Peer Gynt“, der die Rätselhaftigkeit und Tragik des namengebenden Haupthelden in eine rätselhafte Inszenierung gepackt hat, so dass ich am Ende ratlos nach Hause ging. Ratlos, im Sinne von anhaltender Verstörung und nachhaltiger Beschäftigung mit dem Stoff. Erst das Uneingelöste bringt die Gedanken zum Kreisen. Beide Stücke könnten übrigens als Beispiel für die „aktualisierende Ausdeutung klassischer Repertoirestücke“ gelten, sie haben sie nur nicht genannt.

Ich bin mir nicht sicher, lieber Herr Saab, was sie mit dem in meinen Augen recht unausgewogenen Artikel bezwecken wollen. Ich habe ein wenig das Gefühl, dass nicht „Frau Müller muss weg“ gerufen wird, sondern „Wellemeyer muss weg“. Möchte man wirklich zu einem Lauffenberg-Theater zurück, dass mit Klamotten, wie dem „Raub der Sabinerinnen“ mit der eingekauften Katharina Thalbach das Haus vollbekam? Übrigens, ja, das Theater ist zu groß. Dafür kann aber ein Intendant nichts, sondern das ist der Stadtpolitik der 90er Jahre geschuldet. Das hätte man aber auch schon zu unseligen Blechbüchsen-Zeiten ahnen können.

Wie dem auch sei, mangelnde Aktualität kann man dem Theater nicht vorwerfen, „Flucht nach vorn“ ist ein Stück von Flüchtlingen und Potsdamer Jugendlichen, dass für den MIXED UP-Preis des Bundesjugendministeriums nominiert ist und das aus den unterschiedlichen Erfahrungsräume beider Gruppen seine Spannung bezieht. Ja, auch ganz aktuell um Nazis ging es in dem verstörendem Dokumentartheaterstück „Mit Tötungsdelikten ist zu rechnen.“ Auch ich wünsche mir mehr von ähnlichen Zugriffen des Theaters auf die Wirklichkeit.

Alles in allem ist aber Stadttheater immer ein schwerer Spagat, während die einen nach Leichtigkeit rufen (klappt doch: „Ein Sommernachtstraum“) möchten die anderen mehr Experimentelles, mehr neue Formen auf der Bühne des Mediums Theater, dessen Drang Grenzen auszuloten bis zum nackig sein und sich mit Theaterexkrementen beschmieren schon alles durch hat. Manche möchten grübeln, manche möchten lachen, Stadttheater ist immer schwer, weil es sich die Profilbildung, wie sie in Berlin vorhanden ist, nicht leisten kann.

Wellemeyer hat für Potsdam eine Form gefunden, die funktioniert, sehr gut sogar, darum ist es mehr als unfair, ihn mit einer vollen Breitseite abzuwatschen. Das hat er, das hat sein Team und das hat das Ensemble, für das sie sich vermeintlich einsetzen wollen, nicht verdient. Ich habe das Gefühl, dass in diesem verdrehten Artikel Stimmung gemacht wird, und es um die Nöte der Schauspieler überhaupt nicht geht. Das sind oft die, die als erste gehen müssen, wenn der wechselt. Wie schade.

 Mit freundlichen Grüßen

Göran Gnaudschun, Potsdam/Villa Massimo, Rom
Theaterfotograf

Wolfgang Vogler:

Klarstellung

Der MAZ Redakteur Karim Saab erlaubt sich in seinem Artikel vom 28.09.2016 „Maul halten und spielen“ (MAZ), meinen Abschied vom Hans Otto Theater als Folge von angeblich schwierigen Arbeitsbedingungen am Haus abzuleiten, ohne je ein Wort mit mir persönlich darüber gewechselt zu haben. Mit dieser völlig aus der Luft gegriffenen Interpretation manipuliert er die Meinung der MAZ-Leserschaft hinsichtlich der Stimmung im Schauspielensemble des Hans Otto Theaters.

Ich fühle mich dem Hans Otto Theater sehr verbunden und stehe seit Jahren mit Tobias Wellemeyer in einem intensiven und produktiven Arbeitsverhältnis. Ich stelle klar: Herr Karim Saab missbraucht meine persönliche berufliche Entscheidung für seinen Zweck, den Intendanten, sowie das künstlerische Personal am Haus zu diskreditieren.

Von einem Journalisten erwarte ich, dass er dem Leser in seinen Artikeln klar aufzeigt, welche Dinge Teil der wahrheitsgemäßen Recherche sind, und welche Dinge seine persönliche Meinung transportieren.

Wolfgang Vogler
Ensemble-Schauspieler

Peter Wagner:

Sehr geehrter Herr Saab, sehr geehrte MAZ-Redaktion,

nachdem ich heute im Aushang des Hans Otto Theaters ihren Artikel „Maul halten und spielen“ sowie etliche Leserbriefe, Stellungnahmen und Kommentare dazu gelesen habe, komme ich nun nicht mehr umhin, meiner Empörung endlich einmal Ausdruck zu verleihen.

Anders als die -in meinen Augen- äußerst diplomatisch verfassten Schriftstücke (ich hoffe, diese haben Sie erreicht), kann ich Ihnen jedoch nur mitteilen, dass mich ihr Geschreibe -und anders kann ich es nicht nennen- schon seit Jahren einfach nur wütend macht, denn es ist in der Regel oberflächlich, unsachlich, populistisch, unreflektiert und herablassend, genau so, wie „Kritik“ oder objektiver Journalismus nicht sein sollte! Ich frage mich ernsthaft, was Sie bewegt in Kulturfragen auch nur einen Satz zu verfassen, wenn ihr einziges Ziel es ist, Menschen/Institutionen bloßzustellen oder zu demütigen?! Was Sie schreiben, hat mit der kritischen Auseinandersetzung eines Themas nichts aber auch gar nichts zu tun, sondern ist pure und üble Meinungsmache.

Ich war in der Zeit von 2005 - 2009 unter Uwe Eric Laufenberg am Hans Otto Theater engagiert und arbeite seitdem regelmäßig als Gast an diesem Haus, wenn auch nicht direkt mit Tobias Wellemeyer. Wenn man, wie Sie, den Begriff „Despot“ unbedingt bemühen möchte, dann kann ich Ihnen nur sagen, haben Sie während der vorangegangenen Intendanz einiges verpasst, was diese Zuschreibung tatsächlich rechtfertigen würde.

Kann sein, es läuft -sofern ich das überhaupt beurteilen kann- nicht alles optimal, auch gibt es Reibungen und Konflikte (seien Sie versichert, ich habe in den letzten Jahren kein Haus erlebt, wo stets eitel Sonnenschein geherrscht hat), die aber, zum einen, von den betreffenden Parteien selbst zu klären sind und definitiv nichts in der MAZ zu suchen haben und -so glaube ich- zum anderen, um einiges differenzierter zu betrachten sind, als eine bloße schwarz-weiß Malerei. Ich bin keineswegs blauäugig und weiß um den ständigen Diskurs zwischen Schauspielern, Regisseuren und der Leitungsebene, auch halte ich mich für äußerst kritisch, sowohl gegenüber Institutionen aber auch mir selbst. Ihr Artikel jedoch ist leider wieder einmal nicht daran interessiert, objektiv, kritisch und vor allem wertfrei zu berichten oder gar konstruktive Denkansätze anzubieten sondern erneut nur, um Personen vor dem Leser zu diffamieren.

Ich hoffe daher inständig auf mündige Leser, die ihre Artikel ebenfalls kritisch einzuordnen wissen und kann Ihnen leider nur ihr eigenes Zitat entgegenrufen: „Maul halten...“

Peter Wagner
Gastschauspieler

Marita Erxleben:

Als Regisseurin, die regelmäßig am Hans Otto Theater Potsdam arbeitet, werde ich stets mit Engagement vom gesamten Mitarbeiterteam unterstützt. Die Atmosphäre am Haus empfinde ich als herzlich, tolerant und inspirierend. Ich erlebe insbesondere Tobias Wellemeyer und Ute Scharfenberg als offene Menschen, die mir und meiner Arbeit großes Vertrauen entgegenbringen.

Ich erfahre das Hans Otto Theater als einen wichtigen Kulturpartner in Potsdam, der unbürokratisch viele soziale und kulturelle Einrichtungen unterstützt, u.a. die Oberschule Werder bei der Durchführung des Tanzprojektes „Romeo und Julia“ und die Priesterweg-Grundschule Potsdam beim jährlich stattfindenden Kinderoper-Projekt in Drewitz.

Mir ist unverständlich, wie man in einem Artikel so einen respektlosen und persönlich angreifenden Ton anschlägt, anstatt konstruktive Kritik zu üben und sachlich zu begründen. 

Marita Erxleben
Gastregisseurin

Dr. Renate Kreibich-Fischer:

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Artikel von Karim Saab vom 28. September über das Hans-Otto-Theater und den Intendanten Tobias Wellemeyer ist tendenziös und meines Erachtens in vielen Aussagen sachlich nicht richtig. Dass sich ein großer Teil des Ensembles gegen diese Unterstellungen wehrt ist nur folgerichtig. Wenn beispielsweise mangelnde Offenheit und zu geringes Hineinwirken in die Potsdamer Gesellschaft beklagt werden, ist das keineswegs richtig. Für das Publikum werden viele Veranstaltungen angeboten, in denen sie direkt mit den Schauspielern und den Theatermachern in Kontakt treten können. In keinem Berliner Theater sind die Beziehungen zwischen Publikum und Schauspielern so persönlich wie im Hans-Otto-Theater.

Wenn Tobias Wellemeyer einerseits vorgeworfen wird, seine Themen seien zu „apokalyptisch“, zu ernst und zu „sozialästhetisch“ und andererseits das Fehlen der Auseinandersetzung mit den „Erbteilen Preußens“, den „Nazis“ und der „DDR“ fehlen, ist das falsch und ein Widerspruch in sich.

Da ich selbst drei Stücke in diesem Theater zu DDR- und Nazithemen mit initiiert habe, kenne ich die Situation und Atmosphäre im Haus gut.  Ich habe ausschließlich Unterstützung und freundliche Kooperation und keinerlei diktatorisches Verhalten erfahren. Dass Schauspieler gelegentlich den Standort wechseln müssen und wollen ist eine Binsenweisheit und liegt in der Natur des Berufes. Selbst in Berlin gibt es Theater mit wesentlich geringerer Auslastung und was die Subventionen anbetrifft, sollten Sie einmal die Quoten für die Berliner Theater und Opernhäuser anschauen.

Potsdam hat eindeutig ein schwieriges Publikum. Es gibt eine Klientel, die nach wie vor ihr Heil in der Berliner Theaterwelt sucht, ohne das Hans-Otto-Theater in seiner Qualität und Vielseitigkeit überhaupt zu kennen. Die Wahrheit ist: Kein Intendant kann sich sein Publikum aussuchen.

Beim Lesen des Artikels fragt man sich, welche wahren Absichten dahinterstecken. Offensichtlich jedenfalls nicht, das  Theater zu unterstützen und das Potsdamer Publikum aufgeschlossener und neugieriger auf ihr schönes Stadttheater zu machen.

Renate Kreibich-Fischer,
Berlin-Zehlendorf, Föderverein Hans-Otto-Theater

Anne Heinlein:

Schmutzige Wäsche

Im Hans-Otto-Theater fließen manchmal Tränen. Das beruhigt mich. Ich bin Bildende Künstlerin, bin in Potsdam geboren und lebe hier mit meinem Mann und meinen drei Kindern.

Schauspieler und Regisseure sind Künstler. So wie ich. Wir sind sensible Menschen, die wach durch die Welt gehen, nehmen diese war und versuchen dem Publikum, bzw. den Betrachtern etwas zu zeigen, was diese vorher nicht wussten und was ihnen im besten Falle etwas Neues eröffnet. Schauspieler und Regisseure sollten in der Lage sein, Emotionen zu zeigen, denn nur so kann das Publikum im Theater mitgerissen, verzaubert werden. Dass es manchmal Streit zwischen Schauspielern und Intendanten an einem Theater gibt, weiß wohl jeder. Und sicher ist, dass das an jedem Theater geschieht. Und sicher ist auch, dass jeder Angestellte mit seinem Chef irgendwann einmal Streit hat. Nun ist aber ein Theater keine Sparkassenfiliale, sondern gleicht eher einer Familie. Auch darum gehen Streitigkeiten eben emotional, gern auch laut über die Bühne, das kann ich mir gut vorstellen. Zu einer guten künstlerischen Aussage gehören im Vorfeld Meinungsverschiedenheiten, Diskussionen und Auseinandersetzungen. Aber das ist menschlich. Schön, dass Herr Saab selbst bemerkt, dass unter jedem neuen Intendanten die Machtspiele, wie er sie bezeichnet, von neuem beginnen würden. Ich empfinde den Artikel von Herrn Saab aus journalistischer Sicht schwierig, weil er sich auf die Aussage von nur drei Ensemblemitgliedern stützt und ich finde es unseriös, in der Öffentlichkeit solche internen Streitigkeiten auszutragen. Herr Saab, sie waschen schmutzige Wäsche, die Ihnen nicht gehört und darüber hinaus werfen sie Dinge in die Waschmaschine, die nicht zusammen gehören und für die Herr Wellemeyer nichts kann. Wie zum Beispiel ein überdimensioniertes Stadttheater.

Herr Saab schreibt, dass in den letzten Jahren viele Schauspieler das Hans-Otto-Theater verlassen haben. Natürlich! Auch das geschieht an allen Theatern der Welt und ist überhaupt keine Neuigkeit. Vielleicht verließ auch der oder die eine das Haus, weil die Zusammenarbeit mit Herrn Wellemeyer nicht gut lief. Das kann ich nicht sagen. Aber Schauspieler kündigen vorrangig, weil sie an anderen, womöglich größeren Häusern spielen möchten oder weil sie frei sein wollen, zum Film gehen oder einfach mehr Geld verdienen möchten. Aber zu sagen, dass alle Schauspieler die kündigten, auf Grund von Herrn Wellemeyers Intendanz gingen, ist meines Erachtens absurd und kann ich nicht glauben.

Ich schätze es sehr, dass Herr Wellemeyer auf sein Ensemble setzt. Das er Schauspieler zeigt, die wie du und ich wirken und keine Filmstars sind. Das ist eine große Stärke! Es sind Menschen mit denen man sich identifizieren kann, denen man vertraut. So wird man persönlich berührt. Die zweite große Stärke ist, dass Herr Wellemeyer mit freien Regisseuren arbeitet. Nur so ist die Sicht von außen auf Potsdam möglich und nur so kann unser Stadttheater Themen auf zeitgenössischer Art verhandeln, die über das Preußentum und Fontanes Birnbaum hinaus gehen.

Geschmäcker sind verschieden. Aber ich denke wir brauchen kein Spaßtheater mit pausenlos leichter Kost, haben wir doch bald ein Spaßbad in dieser Stadt und einen Lustgarten und halten uns überhaupt gerne kulturell an preußischen Blasen fest, die diese Stadt einst prägten und dies immer noch tun sollen im 21. Jahrhundert oder wir ruhen uns gerne auf dem Vorhandensein schöner Schlösser und Gärten in dieser Stadt aus. Aber die Kunst unserer Zeit bleibt dabei immer auf der Strecke. Man sollte auch nicht in unserer scheinbar übersättigten und sorglosen Stadt vergessen ab und zu über den Tellerrand zu sehen und die Probleme die es gibt aufzugreifen. Zum Beispiel auf der Bühne. Und das hat Wellemeyer oft gemacht in den Stücken, die in seinem Haus inszeniert wurden. Nicht zuletzt öffnete er das Theater zur aktuellen Flüchtlingsproblematik. Es gab eine Einladung, ein Willkommensein, ein Angebot des Austausches zwischen Potsdamern und Flüchtlingen. Er organisierte genau das, was ich in dieser Stadt bis dahin vermisst hatte.

Das Theater hat in den letzten Jahren eine gute Arbeit gemacht für ein Landeshauptstadttheater, am Rande Berlins. Es gibt leichte Kost wie den Sommernachtstraum, den ich persönlich sehr amüsant fand und es gibt Stücke, die mich zum Nachdenken bringen, im Herzen berühren, Fragen aufwerfen, Rätsel mit nach Hause geben oder auch einfach erhellend sind. Stücke wie zum Beispiel „Bilder deiner großen Liebe“. Ich brauche kein Theater, das mir die Welt heiler zeigt als sie ist. Es geht nicht um das Leid der Welt, aber um das Nachdenken über die Welt. Und den Hamlet brauche ich nicht klassisch, man kennt ja den Text dank der Schulpflichtlektüre, es war bildnerisch und schauspielerisch eine völlig neue Sicht auf den guten alten Hamlet. Zum Glück.

Anne Heinlein, Künstlerin und Theaterbesucherin aus Potsdam

Ursula und Manfred Schneider:

Wir besuchen in regelmäßigen Abständen das HOT und sind von den Aufführungen sehr angetan. Umso mehr bedauern wir die jetzige Diskussion um den Intendanten und das Ensemble, deren künstlerische Qualität in der Auseinandersetzung infrage gestellt wird.

Wir wünschen uns nachdrücklich den Erhalt des jetzigen Angebots mit diesem Ensemble.

Ursula und Manfred Schneider
Theaterbesucher aus Berlin

Peter Unger-Wolff:

Wenn man dem Autor des Artikels „Maul halten und spielen : prekäre Lage am HOT“ Glauben schenkt, müsste die Atmosphäre am HOT in etwa am absoluten Nullpunkt angekommen sein.

Wie kann es dann sein, dass sich mir als langjährigem Besucher des Hauses ein ganz anderes Bild bietet :

Große Spielfreude im Ensemble, ein ambitionierter Spielplan und damit ein kontinuierlicher Gewinn an Profil sowie ein beispielhaftes Engagement für Flüchtlinge (nicht von ungefähr honoriert mit dem Potsdamer Integrationspreis).

Mit einigermaßen gesundem Menschenverstand ausgestattet kann ich mir nicht vorstellen, dass all diese Leistungen des Ensembles in dem von Karim Saab beschriebenen Szenario von Bedrohung und Tränen Bestand haben könnten und frage mich, was der Autor damit bezweckt ?

Es steht zu befürchten, dass er selbst zu dem beiträgt, was er unter anderem Intendant Wellemeyer vorwirft : Einem schwindenden Publikumsinteresse am HOT.

Ich bin nicht bereit, mich von einem solchen Rundumschlag beeinflussen zu lassen und werde weiter gerne ins HOT gehen !

Peter Unger-Wolff
Theaterbesucher aus Berlin

Dirk Hüttemann:

Bin ich im falschen Theater gewesen?

Bin ich im falschen Stück gewesen?

Bin ich dem falschen Ensemble aufgesessen?

Mit viel Wohlwollen konstatiere ich maximal 3% Deckungsgleichheit vulgo Schnittmenge mit Ihren HOT Kritiken.

Ein Berliner, der immer gerne auch mal nach Potsdam für Kultur fährt.

Dirk Hüttemann
Theaterbesucher aus Berlin

Julia Göhre:

Liebe MAZ, lieber Karim Saab!

Traurig, verärgert und enttäuscht bin ich über ihren Artikel!

Ich liebe dieses Theater, die Auswahl der Stücke, Regisseure und das Ensemble. Ich halte es für großartig was dort auf die Beine gestellt wird.

Ich kann es nicht glauben, das ihr Inhalt des Artikels stimmt ...und werde dadurch auch nicht meine Meinung zum dem von mir sehr geschätzten Theater ändern.

Aber Leute, die noch nie im HOT waren, fragen sich nach ihrem Artikel doch wirklich was da los ist! Wissen sie eigentlich, was sie mit dem Artikel „anrichten“? Schade- ohne Weitblick!

Ich wünsche mir eine Gegendarstellung mit einer ordentlichen Portion Wertschätzung der Arbeit von sehr vielen Menschen unseres Stadttheaters gegenüber!

Danke schon mal dafür!

Ihre
Julia Göhre
Theaterbesucherin aus Potsdam

Wolfgang Bohn:

Ich habe hier in Hamburg den Artikel zum obigen Thema mit Interesse gelesen und mich übereinige Passagen sehr gewundert.  Wann immer ich beruflich oder privat Potsdam besuche ist es für mich Pflicht ins HOT zu gehen.

Warum? Weil es dort ein sehr gutes Ensemble gibt das

1. Seines gleichen sucht

2. sich täglich die Seele aus dem Leib spielt

Ich kann deshalb die Kritik am Ensemble nicht verstehen. Dass Schauspieler zu sein kein Honiglecken ist, trifft nicht nur in Potsdam zu, dass der Ton zwischen der Intendanz und den Schauspielern nicht immer der feinste ist, gibt es auch in Hamburg, Stuttgart oder anderen Großstädten. Hier unterscheidet sich ein Theater nur wenig von einem Betrieb in der freien Wirtschaft.

Leider sieht es für mich so aus, dass in Potsdam jetzt die Schauspieler für ein Politikum herhalten müssen. Das ist nicht fair!

Warum trotz einem schönen, interessanten, anspruchsvollem, ja manch mal auch weniger tolle Inszenierungen die Künstlervor einem halb gefüllten Saal ihre Kunst präsentieren müssen ist und bleibt ein Geheimnis der Potsdamer Bürger. Ein schönes Theater in einer traumhaften Lage mit meist guten Theaterstücken, vorgetragen von mitreißenden Schauspielern hätte mehr verdient.

Was die 12 Mio. Euro angeht ist meine Meinung , dass es in der Kommunalpolitik viel sinnlosere Projekte gibt bei denen Steuergelder verschwendet werden, als ein Theater das immerhin 200 Menschenbeschäftigt.

Kunst hat sehr viel mit Bildung zu tun und die Stadt hat diesen Bildungsauftrag

Was die Vertragsverlängerung von Herrn Wellemeyer angeht, um die es offensichtlich in diesem Bericht geht, hoffe ich dass die Räte die darüber entscheiden sich die Mühe machen das Hot zu besuchen um sich eine eigene Meinung zu bilden und nicht auf die Stimme eines Theaterkritiker angewiesen sind.

Potsdam braucht weiterhin ein gutes Stadttheater mit engagierten Menschen.

Mit freundlichen Grüßen
H+W Bohn, Theaterbesucher aus Hamburg

 

Von Karim Saab

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