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Kultur Krone und Pfennig illustrieren Kuss und Liebesspiel
Nachrichten Kultur Krone und Pfennig illustrieren Kuss und Liebesspiel
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02:15 16.07.2015
Lothar Krone (l.) und Wolf-Dieter Pfennig in der Galerie M – links Pfennigs Bild „Endlich gestrandet und guter Dinge“. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Lothar Krone hat eine Narbe auf dem Kopf, ihm wurde ein Tumor entfernt – konkret bedeutet das für ihn, dass er jetzt nicht mehr nach Australien fliegen kann. Krone möchte das nicht weiter ausführen, denn er spricht lieber von der Kunst als von der Krankheit. Der Radius seiner Reisen reicht im besten Falle bis Vietnam, er trifft dort seine Tochter, eine Fotografin, die ihrerseits aus ihrer Wahlheimat Australien anreist. Krone landet in Hanoi, einer Stadt wie ein gut durchgerührter, bunter Farbeimer.

In der Potsdamer Ausstellung „Unentbehrliche Kronen und Pfennige“ der Galerie M, die Krone sinnigerweise mit Wolf-Dieter Pfennig bestückt und deren Titel schon den Weg in Richtung Witz und Schelmenstücke weist, ist ein Gemälde zu sehen, das schlicht „Hanoi“ heißt. Wer es betrachtet, dem wird schwindelig, und es führt umgehend zum Schwur, sich nicht mehr aufzuregen über den mitteleuropäischen Feierabendverkehr. Denn was „Hanoi“, das Bild von Lothar Krone (Mischtechnik auf Hartfaser, 65x118 Zentimeter), bietet, ist das organisierte Chaos aus der Vogelperspektive dieser Stadt. Enge Straßen, drängelnde Autos, Häuser, die das alles stoisch und stumm ertragen. Krone koloriert das Durcheinander wie ein Wimmelbuch für Kinder, fast wirkt die Farbgebung beschönigend. So einen ausgelassenen Stadtplan hätte man selbst gerne, denn er weist nicht nur den Weg zum Ziel, sondern letztlich zur Erleuchtung. Denn er ordnet und er inspiriert zugleich.

Tiefbau und Silbermedaille

Wolf-Dieter Pfennig wurde 1956 in Dresden geboren, er studierte Grafik in Berlin. Seine Plakate sind mehrmals beim Wettbewerb „100 beste Plakate des Jahres“ ausgezeichnet worden. 2006 Silbermedaille auf der Biennale in Lahti. 1995 Toulouse-Lautrec-Medaille vom Plakat-Museum in Essen.

Lothar Krone kam 1952 in Potsdam zur Welt, nach dem Studienverbot hat er als Hilfsarbeiter in einer Potsdamer Tiefbaufirma begonnen. Von 1979-1986 arbeitete er als Theatermaler am Potsdamer Hans-Otto-Theater. Nach der Wende fünf Jahre Vorsitzender des Brandenburgischen Verbandes Bildender Künstler.

Die Ausstellung „Unentbehrliche Kronen und Pfennige“ bis 16. August in der Galerie M, Charlottenstraße 122, Potsdam. Mi-Fr. 11 bis 17 Uhr, Sa/So 11 bis 18 Uhr.

Dieses Bild steht typisch für das Werk von Lothar Krone, der inhaltlich und strukturell oft überreich gestaltet, als würden sich die Träume einer ganzen Nacht zusammenfinden, um hinter Milchglas ihr Antlitz zu zeigen.

Anders der Grundton seines Kollegen Wolf-Dieter Pfennig. Er ist ein Grafiker, mit dem Verträumten und Versonnenen, das sich an den Details ergötzt, sollte man ihm nicht kommen. Pfennig liebt den Feinsinn, doch er kommentiert ihn handfest. Er gestaltet ihn beherzt, sein Strich wirkt schnell und fest. „Endlich gestandet und guter Dinge“ heißt eines seiner Bilder (Papier, Kreide, Acryl, Aquarell, 106x78 cm) – ein Mann mit Bowlerhut spielt Kontrabass,die Augen froh, der Mund bereit zum Lachen. Rechts neben ihm ein Mann, in denn Hosenbeinen blitzen Augen. Unten eine Frau in lila, liegend, über ihr drei Meerjungfrauen mit der Flosse eines Fisches. Eine zärtliche Umarmung von der Frau da unten und den dreien da oben, kurz vor dem Kuss oder dem Liebesspiel. Oder sind die drei letztlich nur eine einzige in unterschiedlichen Bewegungsstadien?

Ocker, Violett und Grün dominieren das Bild, bei aller Symbolik wirkt es nicht gedankenschwer, eher beschwingt wie eine Karikatur oder ein forscher Entwurf.

Pfennigs Werke verkörpern das Gegenstück zum skrupulösen Stil von Krone. Beide Künstler sind gute Handwerker und starke Erzähler, sie sättigen die Sinne und befeuern den Geist.

Von Lars Grote

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