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10:24 24.08.2016
Galerist, Kurator und Veranstaltungsorganisator: Jörg Zieprig leitet seit dem Jahr 2000 die Klosterscheune. Quelle: Enrico Kugler
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Zehdenick

Es war knapp. „Nur mit einer Stimme Mehrheit wurde 1998 im Stadtparlament beschlossen, unsere Klosterscheune zu renovieren und als Kulturort zu etablieren“, erzählt Jörg Zieprig, in seiner Stimme ein leichtes Beben. Heute ist das Ausstellungs-und Veranstaltungsgebäude eine eingeführte Adresse für anspruchsvolle Kultur in Zehdenick und im Landkreis Oberhavel. Dafür steht Jörg Zieprig jeden Tag ein.

Eine Scheune als Kulturhaus

Die Scheune – ehemals Schule und Hospital eines Zisterzienserklosters und in der DDR Unterstellplatz für landwirtschaftliche Gerätschaften – wurde etwa 1250 erbaut. „Jede Woche gibt es bei uns Abendveranstaltungen wie Konzerte, Lesungen oder Filmvorführungen“, sagt Zieprig. Die Ausstellungen plant der 57-Jährige mit dem Vorstand des Kunstvereins „Kulturlandschaft Brandenburg Nord“ ein Jahr im Voraus. Die Umsetzung ist viel Arbeit für nur einen Angestellten. „Mir gefällt es trotzdem, auch wenn ich am Ende für alles verantwortlich bin“, sagt er mit Stolz. Seit 2000 leitet er die Klosterscheune, bemüht in der Kleinstadt die kulturellen Angebote abwechslungsreich und auf hohem Niveau zu halten.

Die 13 000-Einwohnern-Stadt Zehdenick liegt 60 Kilometer nördlich entfernt von Berlin, umgeben von Felder und Wiesen. Bürgermeister Arno Dahlenburg (SPD) ist „stolz auf die Angebotsvielfalt und –qualität“ der Klosterscheune. Aber die Stadt unterstützt die Galerie nur mit 46 000 Euro im Jahr. „Es reicht aus“, meint Zieprig, „ist aber sehr knapp bemessen“. Das Schülerkunstprojekt – Aktionstage, an denen sich Schüler mit Kunstdrucken oder im Flamenco-Workshop ausprobieren können – findet nur statt, wenn Zieprig Sponsoren findet, erzählt er mit ein wenig Wehmut in der Stimme. Es fehlt schlicht und einfach an Geld.

Der Ausstellungsbesuch in der Scheune kostet keinen Eintritt. „Am Tag kommen etwa 30 bis 40 Menschen in unsere Galerie“, erklärt Zieprig. „Der Berlin-Kopenhagen-Radweg, der durch Zehdenick führt, beschert uns auch touristisches Publikum“, so Zieprig. Im Winter jedoch gehen die Besucherzahlen zurück.

Mehr als nur Kunstausstellungen

In der Klosterscheune findet alles auf einer Ebene statt, Konzerte wie Veranstaltungen. Gerade zeigt der Berliner Künstler Hans Scheib seine Drucke und Bronzeplastiken unter dem Titel „Dodo und Quagga“. Eine Ausstellung, bei deren Besuch sich Kunstinteressierte sich an den letzten Zoobesuch erinnert fühlen können. Bilder eines Tapirs, eines Okapis, einer Eidechse. Eine bronzene Giraffe verbiegt akrobatisch den Hals, steht leicht wacklig auf den Beinen, scheint, als hätte sie getrunken. Ein Eisbären-Druck erinnert an einen Macho – groß, kräftige Schultern, breitbeiniger Stand. Noch bis zum 23. Oktober besteht Scheibs Bilder- und Skulpturensammlung in der Klostergalerie.

Bildhauer Hans Scheib Quelle: Promo

Abendveranstaltungen ergänzen die jeweiligen Ausstellungen. „Ideal ist die Scheune für Konzerte und Filmvorführungen, die Akustik des Raumes ist gut“, erläutert Zieprig. Der Kurator möchte, dass die Scheune mehr als nur eine Galerie ist und versucht immer wieder aufs Neue, den Spagat zwischen akademischer Kunst und kindlicher Unterhaltung zu meistern. „Bei den Kindern sind russische Märchenfilme besonders beliebt“, weiß er.

Zwischen den vielen Programmpunkten bleibt wenig Zeit zum Verschnaufen. Für Zieprig stellt es eine interessante Herausforderung dar, dass sich die Abendveranstaltungen auf die aktuellen Ausstellung beziehen. Schätzen die Bürger sein Engagement? Zieprig kann auf die Zehdenicker zählen. Einige kommen sogar zu jeder Ausstellungseröffnung, wie eine Dame, die immer noch über das Eisbärenbild von Scheib schmunzelt. Jörg Zieprig freut sich: „So lange wie möglich möchte ich hier arbeiten.“

Von Lisa Neumann

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