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Kultur LIT:potsdam möchte Hitze trotzen
Nachrichten Kultur LIT:potsdam möchte Hitze trotzen
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00:38 05.07.2015
Michael Wildenhain im Humboldt-Gymnasium Potsdam. Quelle: Foto: B.G.
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Potsdam

„Bisher gab es nichts für Kinder oder Leute wie Euch“, sagt Martin Klein, selbst Kinder- und Jugendbuchautor in Potsdam. „Und da nicht zu erwarten ist, dass Ihr an diesem Wochenende eine der Veranstaltungen unseres Literaturfestivals besucht, sind wir zu Euch gekommen.“

Der Mann mit Basecap und grasgrünem Fußball-Trikot steht am Mittwoch vor 32 Schülern der elften Klasse im Potsdamer Humboldt-Gymnasium, um seinen Schriftstellerkollegen Michael Wildenhain einzuführen. Der Gast aus Berlin wird eine von drei Schullesungen halten, die dem dritten Festival LIT:potsdam zur stärkeren Bodenhaftung verhelfen sollen. Martin Klein kuratiert ein zusätzliches Programm, das in forschem Neusprech lit:pots for kids genannt wird. Während die Erwachsenen an diesem Wochenende viele namhafte Literaten wie Martin Walser (heute, 19 Uhr, Park der Villa Jacobs), Volker Kutscher und Marc Raabe (Samstag, 20 Uhr, Reithalle) oder Ferdinand von Schirach und Harald Martenstein (Sonntag, 11 Uhr, Hans-Otto-Theater) erleben dürfen (Motto: „Starke Worte, Schöne Orte“), sorgt sich Martin Klein um den Leser-Nachwuchs. Keinen Geringeren als Paul Maar, den Erfinder des respektlosen Sams und des schüchternen Herrn Taschenbier, wird er heute, 17 Uhr (Alte Brauerei Babelsberg) und morgen, 14.30 Uhr (fabrik Potsdam) begrüßen.

Doch nun erst einmal Michael Wildenhain, dessen Buch „Das Lächeln der Alligatoren“ für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war. Der 56-Jährige hat sich mit mehr als 20 Titeln als Erzähler einen Namen gemacht. Aufgrund seiner Themenwahl gilt er als Experte für Rechts- und Linksradikalismus, für Jugendbewegungen, Hausbesetzer und das Multikulti-Leben in Kreuzberg. Wildenhain spricht die Schüler mit „Sie“ an. „Eine Lesung vor der Oberstufe ist mir selten vergönnt. Meist lese ich vor neunten Klassen“, sagt er und leitet zum Buch über: „Es gab nach der Nominierung viele Rezensionen – positive und negative. Die einen lobten die Sprache, die anderen tadelten sie. Die einen hielten die Handlung für gut komponiert, die anderen für zu konstruiert.“

Wildenhain setzt sich eine Brille auf und liest mit lässigem Pathos. Er vertraut seinem Text, der zunächst von einem 15-jährigen Jungen erzählt, der sich 1977 auf Sylt in ein drei Jahre älteres Mädchen verliebt, die seinen schwerkranken Bruder pflegt. Die Schüler sind bemerkenswert ruhig, manchmal geht eine bunt bedruckte Getränkedose von Hand zu Hand. Bei einigen Sätzen schauen sie sich fragend an, etwa wenn es heißt „Der Geruch des Erbrochenen, das einem Gemälde gleicht, bereitete ihm Übelkeit.“ Einmal gibt es einen Lacher, als der Protagonist seinen Ringfinger nicht aus dem Bierflaschenhals herausbekommt.

Wie wach und detailfixiert die Schüler wirklich zuhören, wird deutlich, als Wildenhain zum zweiten Teil des Buches überleiten will und nur kurz fragt, ob es schon Fragen gäbe. Die Schüler wollen auf der Stelle mehr wissen über die Hauptfiguren, ihre Motive und Beziehungen und über das dunkle Zentrum, auf das die Handlung zusteuert. So viel Anteilnahme und innere Frische ist den anderen Autoren des Literaturfestivals trotz ermüdender Hitze an diesem Wochenende nur zu wünschen!

Programm unter www.litpotsdam.de

Von Karim Saab

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