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Land erhöht Förderung für Freie Theater

Kulturpolitik Land erhöht Förderung für Freie Theater

Die Arbeitsbedingungen der Freien Theater im Land Brandenburg waren bisher prekär. Gagen und Aufwandsentschädigungen stehen in keinem Verhältnis zu den beachtlichen Leistungen, die von den Gruppen regelmäßig erbracht werden. Nun hat das Kulturministerium ein Einsehen und stockt den Etat auf.

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Verkündete eine gute Nachricht: Ministerin Martina Münch.

Quelle: foto: dpa

Potsdam. Die Feien Theater bereichern das kulturelle Angebot im Land Brandenburg ungemein. Vor allem sind sie auch dort präsent, wo nur selten Menschen die Gelegenheit haben, gemeinsam einer Aufführung zu folgen: in Dörfern und Kleinstädten in den Weiten des Flächenlandes.

Kulturministerin Martina Münch (SPD) würdigte am 8. Februar bei einer Pressekonferenz in Potsdam die Leistungen der Freien Theater. „Mit ihren kreativen, innovativen und oft leidenschaftlichen Inszenierungen und Events setzen sie facettenreich, unkonventionell und innovativ immer wieder spannende kulturelle und gesellschaftliche Akzente“, sagte sie. Es sollten keine leeren Worte bleiben, denn ab diesem Jahr wird das Kulturministerium dem Landesverband Freier Theater Brandenburg 350 000 Euro mehr als bisher überweisen – insgesamt sind es 1,35 Millionen. Das ist ein Aufwuchs von immerhin 35 Prozent.

Allein sechs Ensembles teilen sich 770 000 Euro: die Fabrik Potsdam, das Piccolo Theater Cottbus, das theater 89 in der Uckermark, das Ton und Kirschen Wandertheater aus Werder, das T-Werk Potsdam und das Theater des Lachens Frankfurt (Oder). Elf weitere Initiativen, unter ihnen sowohl Profis wie auch Amateure, wären ohne Förderbeträge zwischen 10  000 und 50 000 Euro kaum in der Lage, ihr Publikum zu erreichen. Die freien Gruppen erreichen mit Opern, Kinder- und Jugendtheater, mit Tanz-, Puppen- und experimentellem Theater immerhin 200 000 Besucher jährlich, das sind etwa ein Drittel aller Theaterbesuche im Land, sagte Sabine Chwalisz, Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes. Hinzu kamen 38 000 Teilnehmer an Workshops. Die Arbeit der Freien Theater beruht zu einem guten Teil auf Idealismus und Selbstausbeutung, ließ Björn Langhans vom Theater des Lachens durchblicken. Oft ließen sich nur halbe Stellen finanzieren. „Wir müssen gut sein, um von internationalen Festivals eingeladen zu werden, die uns dann bezahlen“, sagte er.

In diesem Jahr soll der Geldsegen des Landes in Investitionen fließen. So ist beispielsweise an die Anschaffung von Autos ist gedacht. 50 000 Euro könnten dafür ausgelobt werden, Gastspiele zu ermöglichen. So war es bisher aus finanziellen Gründen kaum möglich, das Theater des Lachens aus Frankfurt (Oder) einmal in Potsdam oder Brandenburg/Havel zu erleben. Ab 2018 soll das zusätzliche Geld dann in die Produktionen der einzelnen Ensemble fließen. Im Verteilungskampf, den eine Jury regelt, war in diesem Jahr das Potsdamer Poetenpack ziemlich leer ausgegangen. Obwohl von dieser Truppe viele Impulse ausgingen, musste sie sich mit 10 000 Euro Landesmitteln begnügen.

Von Karim Saab

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