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Kultur Landesjugendchor in Vietnam
Nachrichten Kultur Landesjugendchor in Vietnam
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00:33 15.03.2018
Der Landesjugendchor Brandenburg sieht sich als Spitzenensemble, vorne seine brasilianische Dirigentin Claudia Jennings. Quelle: Wiebke Dürholt
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Potsdam

Theo wird auf dieser Reise seinen ersten Geburtstag feiern. Stimmlich ist er noch nicht festgelegt, er ist da variabel, alterstypisch aber neigt er zu den hohen Tönen. Um genau zu sein: Mitunter schreit er. Das passt nicht unbedingt zum Chor, der sich als Spitzenensemble begreift. Im Grunde ist Theo das Maskottchen, er ist der Sohn der Dirigentin und wird die Konzerte in sicherem Abstand verfolgen.

Der Landesjugendchor Brandenburg geht an diesem Dienstag zehn Tage lang auf Tournee in Vietnam, nicht nur Theo ist dabei, sondern auch 26 Sängerinnen und Sänger. Hinzu kommt Konstanze Sander, einerseits ist sie Generalsekretärin des Landesmusikrates Brandenburg, zu dem der Chor gehört, andererseits ist sie Managerin des Landesjugendchores. Auch Claudia Jennings fährt nicht nur in führender, sondern in doppelter Funktion mit: als Dirigentin und Mutter von Theo.

Nicht allein die Zeitverschiebung von sechs Stunden wird den Chor auf seiner Reise begleiten und ihm womöglich in den Kleidern hängen, sondern auch eine Verschiebung des Tonsatzes. Die asiatische Musik hört auf andere Rhythmen, auch die Harmonien erzählen von einer ungewohnten Tradition, sie klingt oft weit entfernt von dem, was wir am Morgen hören, wenn wir zum Frühstück das Radio andrehen.

Ein A-cappella-Chor ohne instrumentalen Beistand

Als gute Gäste werden die Brandenburger versuchen, diese Tradition aus Asien zu adaptieren, sie haben neben Stücken von Brahms, Ravel oder Holst das traditionelle vietnamesische Lied „Beo dat may troi“ im Gepäck. Ein frischer Lufthauch, das in seiner perlenden Sentimentalität an europäische, gar an amerikanische Hits erinnert.

Die Brandenburger bilden einen A-cappella-Chor, sie spielen ohne instrumentale Begleitung, müssen einander also besonders gut zuhören und auf die Artikulation achten. Aktuell gibt es Bedarf an Tenören, den hohen männlichen Gesangsstimmen. Eine ausgesuchte Gattung, die nicht einfach zu finden ist, denn es gibt ein Vorsingen, das Bestanden werden muss, um im Chor Fuß zu fassen.

„Jeder sollte einen Heimatchor haben, das hält die Stimme wach“, sagt Konstanze Sander, „am besten auch ein Instrument spielen, dann kann man sich die Stücke daheim besser erarbeiten.“ Denn es gibt im Landesjugendchor vier, fünf Probenphasen im Jahr, im Rest der Zeit soll das Programm daheim vertieft werden.

Die Krawatte bei 35 Grad lösen

Die Mitglieder des Landesjugendchores sind bis zu 27 Jahre alt, bei den männlichen tiefen Stimmen wird die Grenze bis 29 Jahre gedehnt, hier ist Erfahrung wichtig.

35 Grad erwarten die Sänger in Vietnam, am Abend bei den vier Konzerten um die 26 Grad. Die Auftritte werden zur Arbeit, die Männer lösen ihre Krawatten und ziehen das Jackett aus. Nur die Dirigentin wird solche Temperaturen kennen: Claudia Jennings kommt aus Brasilien. Doch vielleicht bringt Theo sie ins Schwitzen.

Von Lars Grote

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