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Leben zwischen Brandenburg und der Krim

Monika Funke Stern Leben zwischen Brandenburg und der Krim

Monika Funke Stern denkt in Bildern. Bildsprache ist die, mit der sie sich am besten ausdrücken kann – ob als Malerin oder Filmschaffende. Mit ihrer Kunst provoziert sie und setzt klare Botschaften. Und sie führt ein Leben zwischen Deutschland und der Krim. Beides beeinflusst die Künstlerin auf ganz andere Weise.

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Für Monika Funke Stern ist Kunst eine Berufung. In ihrem großzügigen Atelier in Glienicke hat sie ein Triptychon aus Bildern ihres Films „Am nächsten Morgen kehrte der Minister nicht an seinen Arbeitsplatz zurück“ (1986) geschaffen.

Quelle: Christin Iffert

Groß Glienicke. Monika Funke Stern provoziert mit Bildern, Installationen, Filmen. Sie greift Missstände in der Gesellschaft auf, setzt klare Botschaften. In ihrem Atelier in der Groß Glienicker Panzerhalle streicht sie über eines ihrer jüngsten Werke. Es zeigt eine Frau auf einem Räumfahrzeug der Polizei im Visier der Wasserwerfer. Das Bild bleibt als Ikone des G-20-Gipfels – auch im Kopf der Künstlerin aus Falkensee (Havelland). „Was in der Welt passiert, findet sich in meinen Arbeiten“, erklärt die promovierte Philosophin und emeritierte Professorin für Film. Sie setzt Polizeigewalt in Hamburg um – in Öl auf Leinwand. Oder die Verschleierung von muslimischen Frauen in einer Installation, weil sie die Zwänge durch gesellschaftlichen Druck unerträglich findet. „Es ist Bildsprache, in der ich mich am besten ausdrücken kann“, sagt sie.

Das Atelier von Monika Funke Stern in Groß Glienicke ist auch am Abend lichtdurchflutet

Das Atelier von Monika Funke Stern in Groß Glienicke ist auch am Abend lichtdurchflutet.

Quelle: Christin Iffert

Nach ihrer Philosophie-Promotion war zunächst Film für sie eine Erleuchtung, der sie als Medium bis heute begleitet. Doch die Falkenseerin beschränkt sich nicht. Die zierliche Frau, die Mitglied des Künstlerinnenvereins Endmoräne ist, fasziniert die Vielfalt an Materialien der Kunst. Sie experimentiert, malt im großzügigen Atelier, braucht Raum für Ideen, manchmal auch den Zeitdruck anstehender Ausstellungen. Ihr künstlerisches Wirken lässt sich in unterschiedliche Phasen einordnen. Derzeit arbeitet sie mit Lack hinter Glas. „Das Material arbeitet unabhängig von dem, was ich mir vornehme. Der Eigensinn, die Kraft und Farbigkeit sind faszinierend“, sagt sie. Farben verlaufen in unterschiedliche Richtungen wie bei Aquarellen. Allerdings haben sie eine Brillanz, die ihresgleichen sucht.

Bewegte Zeiten auf der Krim

Viele Lackarbeiten sind auf der Krim entstanden. Dort hat Funke Stern mit ihrem Mann, dem Schauspieler und Theaterregisseur Sascha Kadyrov, seit den neunziger Jahren ein Haus an der Südküste mit Blick auf das Meer und riesige Felsen, die berüchtigt bei Kletterern sind. Auf der Halbinsel sind bewegte Zeiten seit der russischen Annexion 2014. Die Ukraine und die Mehrheit der internationalen Gemeinschaft sehen die Krim als autonome Republik des ukrainischen Staatsgebietes. „Zwischen der hiesigen Berichterstattung und dem Leben vor Ort gibt es einen Unterschied“, sagt die Künstlerin. Man merke den Umbruch kaum. Die Mehrheit der Menschen will laut Funke Stern wieder russisch sein.

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Monika Funke Stern aus Falkensee ist promovierte Philosophin, emeritierte Professorin für Film und Künstlerin. Hauptsächlich lebt sie in Falkensee. Doch über die Sommermonate wechselt sie auf die Krim. Hier und dort nimmt sie Impulse mit und lässt sie in ihre Werke einfließen. Ein Blick in ihr Brandenburger Atelier.

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Kunst, die auf der Krim entsteht, zeigt statt Umbruch andere Impulse: Wasser, Felsen, ihr dynamisches Zusammenspiel. Auch wenn sich die Künstlerin an der Wirklichkeit orientiert, entstehen „neue Visionen, völlig andere Objekte“ – mal schwarz-weiß, mal farbig. Anschließend fotografiert sie Details der Werke und zieht sie wie bei dem Bild„Schlucht“ auf Aluminium, so genanntes Aludibond.

Energievisionäre: Selige und Verdammte des Ministers

Mit 19 Jahren hat sich die Künstlerin von ihrem familiär-katholischen Leben in Bergisch-Gladbach losgesagt, um nach Berlin zu gehen. Der „Extrembeeinflussung aus moralischem Druck“ wollte sie entkommen. Bis heute arbeitet sie den Abschnitt ihres Lebens in der Kunst auf, verbindet das mit aktuellen Einflüssen.

Etwa in einem Triptychon, das an das Werk des Künstlers Fra Angelico „Das jüngste Gericht“ angelehnt ist. Aus ihrem Film, „Am nächsten Morgen kehrte der Minister nicht an seinen Arbeitsplatz zurück“ (1986), eine Art Science-Fiction mit Kritik am versprochenen Wohlstand, hat sie jüngst Filmstills auf Leinwand gezogen. In der Mitte thront der Herr, ein Minister, rechts und links die Seligen und die Verdammten, seine Energievisionäre.

Monika Funke Sterns Werke werden bundesweit und international ausgestellt. Jede Ausstellung ist einzigartig, die Künstlerin wiederholt sich nicht. Dafür hat sie zu viele Themen und Inspirationen. Und wie beim Gemälde zum G-20-Gipfel kommen stets neue Impulse hinzu.

Weitere Informationen zu Monika Funke Stern

www.art-movie.de

www.monika-funke-stern.de

Von Christin Iffert

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