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Leipzig sieht schwarz: 25 Jahre Wave-Gotik-Treffen

Musik Leipzig sieht schwarz: 25 Jahre Wave-Gotik-Treffen

Seit 25 Jahren pilgert die düstere Szene zum Wave-Gotik-Treffen nach Leipzig. Zum Jubiläum fahren die Grufties Achterbahn.

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Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Quelle: Hendrik Schmidt

Leipzig. Zum 25-jährigen Bestehen des Wave-Gotik-Treffens (WGT) in Leipzig fährt die schwarze Szene Achterbahn. Für die Eröffnungsfeier an diesem Donnerstagabend wurde ein Freizeitpark reserviert. Bis Mitternacht heißt es: freie Fahrt für alle Gothics.

"Das ist sicherlich ein ungewöhnlicher Ort, den man erstmal nicht mit dem WGT in Verbindung bringt", sagt Festivalsprecher Cornelius Brach. "Wir denken aber, wenn der Vergnügungspark komplett in schwarzer Hand ist, herrscht dort gleich eine ganze andere Atmosphäre." Szene-DJs sollen den passenden Sound zwischen den Fahrgeschäften verbreiten.

Die Achterbahn ist auch ein treffendes Bild für ein Vierteljahrhundert Wave-Gotik-Treffen. Was 1992 mit einer Handvoll Bands und 2000 Besuchern klein anfing, hat sich zum weltgrößten Szene-Treffen aufgeschwungen. Dazwischen liegen Geschichten von Aufstieg und Fall, ein Chaos-WGT im Jahr 1999 mit einer Pleite der Veranstalter und ein Neustart 2000 mit anderen Organisatoren.

Seither ist Ruhe eingekehrt. Jahr für Jahr zieht das Festival zu Pfingsten rund 20 000 Besucher aus dem In- und Ausland an. Auch dieses Jahr planen die Veranstalter wieder mit dieser Zahl, wie Brach sagt. "Vielleicht werden es auch ein paar mehr wegen des Jubiläums." Aber eigentlich gehe es den Machern nicht um Wachstum. Sie wollten vielmehr die besondere Atmosphäre des WGT erhalten.

Warum ist das WGT so langlebig? "Es liegt sicherlich an dem besonderen Konzept, dass man deutlich mehr anbietet, als nur ein paar Szenekonzerte", sagt Brach. Das WGT ist in der gesamten Stadt Leipzig präsent, es gibt ein Picknick im Park ebenso wie Kartenkontingente für Wagner-Opern oder Museumsführungen. "Unsere Besucher sind für das kulturelle Programm sehr aufgeschlossen", sagt Brach.

Die anfängliche Skepsis der Leipziger Bevölkerung ist längst einer großen Offenheit gewichen. Hoteliers und Geschäftsleute haben begriffen, dass man mit den WGTlern den ein oder anderen Euro verdienen kann. Von gebackenen Vampirzähnen beim Bäcker bis hin zu Grufti-Eis ist nichts mehr unmöglich.

Ein Publikumsmagnet abseits der Szene-Konzerte dürfte in diesem Jahr das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig werden. Es hat dem Phänomen die Ausstellung "Leipzig in Schwarz" gewidmet. Die Ausstellungsmacher haben mit Unterstützung von Szenekennern viele Originalexponate aus der WGT-Geschichte zusammengetragen - von Mode, Accessoires bis hin zu Eintrittskarten und getöpferten Treffen-Bechern aus der Anfangszeit. Die Ausstellung sollte bis Ende Mai laufen, wurde aber inzwischen bis zum 24. Juli verlängert.

dpa

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