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Kultur „Lenas Klasse“ über eine Jugend in Russland
Nachrichten Kultur „Lenas Klasse“ über eine Jugend in Russland
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10:19 28.04.2016
Titelheldin Lena (Mascha Poeshaewa) lässt sich über die Gleise tragen. Quelle: Krokodil
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Potsdam

Aufgrund einer Muskelerkrankung ist die 15-jährige Lena (Mascha Poeshaewa) auf den Rollstuhl angewiesen. Ihre Mutter erzieht sie zunächst allein zu Hause, bevor sie in eine Sonderschule für Behinderte kommt. Dort fühlt sie wohl. Und sie gibt sich viel Mühe, möchte sie doch am Ende des Schuljahres in eine ganz normale Klasse hinüberwechseln. Doch natürlich erschwert der Rollstuhl ihr so einiges. Zum Beispiel gibt es in der Schule keine Rampe. Schafft Lena die vielen Stufen nach oben? Auf dem Weg zur Schule überquert sie täglich Eisenbahnschienen. Wie kommt Lena da rüber? In ihrer neuen Klasse gibt es zum Glück Anton (Philipp Awdejew). Er holt Lena vor der Schule von zu Hause ab und bringt sie am Ende des Tages wieder zurück. Zwischen ihnen entwickelt sich mehr als nur eine Freundschaft, sie verlieben sich ineinander. Dass die beiden ein Paar sind, merken bald auch die Klassenkameraden. Neid und Eifersucht kommen auf. Und es kommt zu einem schockierenden Ereignis.

„Lenas Klasse“ ist ein sehr starker Film. Er handelt von der ersten Liebe, von Vertrauen und letztlich von Verrat. Er ist mitreißend und man kann auch genau mitfühlen, wie sich Lena gerade fühlt, ob sie leidet oder glücklich ist. Es ist vor allem der Kampf um persönliche Freiheit, den Mascha Poeshaewa in der Titelrolle überzeugend spielt.

Der junge russische Regisseur Iwan Twerdowski macht in seinem Film aber auch deutlich, wie sich Jugendliche mit Einschränkungen im russischen Schulsystem fühlen: diskriminiert und ungerecht behandelt. Die Lehrer sind gelangweilt und haben kein Interesse, ihnen etwas bei zu bringen, sondern sie bestrafen und beschimpfen sie.

Info „Lenas Klasse“, Start: 28. April, Regie: Iwan Twerdowski, Länge: 93 Minuten, FSK: ab 12 Jahren, Verleih: Krokodil Distribution

Von Moritz Palma

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