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Lenné im Schlesischen

Ausstellung Lenné im Schlesischen

Das Hirschberger Tal – überreich an Kulturschätzen und landschaftlichen Höhepunkten – wird seit Mitte des 19. Jahrhunderts auch „Schlesisches Elysium“ genannt. Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. erwarb Schloss Erdmannsdorf. Dort wirkte Landschaftsgestalter Peter Joseph Lenné, wie die Schau „Meisterhaft wie selten einer…“ im Schloss Caputh zeigt.

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Schlossansicht von Erdmannsdorf, nach 1843.

Quelle: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Caputh. „Die Gegend ist himmlisch, die Mittagsseite großartig, die Mitternachtsseite höchst lieblich.“ Neidhardt von Gneisenau schreibt das 1816, der pensionierte preußische Feldmarschall. Gerade hat er Schloss Erdmannsdorf erworben, im Herzen des Hirschberger Tales, zur Mitte des Jahrhunderts wird die Gegend, überreich an Baudenkmalen, Kulturschätzen und landschaftlichen Höhepunkte auch „Schlesisches Elysium“ genannt.

Namhafte Architekten und Meister der gestalteten Landschaft

1831 geht die Anlage an Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. Er holt die besten Architekten des Landes wie Karl Friedrich Schinkel und Friedrich August Stüler in die Gegend südlich von Hirschberg, heute das Polnische Jelenia Gora. Und selbstredend legte der Gartenkünstler Peter Joseph Lenné mehrere weitläufige Parkanlagen an.

Mehr als 30 Parks tragen Lennés Handschrift

Auch wenn das Potsdamer Gartenreich die Hauptwirkungsstätte des vor 150 Jahren Verstorbenen war, tragen doch auch mehr als 30 Parks auf dem Gebiet des heutigen Polens seine Handschrift. Darüber informiert die Ausstellung „Meisterhaft wie selten einer…“, die noch bis 24. Juli im Schloss Caputh zu sehen ist. Entstanden ist sie als Kooperation zwischen dem Deutschen Kulturforum östliches Europa mit Sitz in Potsdam und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Treppe zu den Außenanlagen von Schloss Kamenz in Niederschlesien

Treppe zu den Außenanlagen von Schloss Kamenz in Niederschlesien.

Quelle: ARCHIV

Zwar reichte Lennés Betätigungsfeld bis Mragono (Sensburg) in Ermland-Masuren, einen Schwerpunkt seines Wirkens bildeten aber die Entwürfe für die königliche Familie im Hirschberger Tal. Die Gegend nördlich des Riesengebirges mit ihrer imposanten Bergkulisse und der lieblichen Tallandschaft zog seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert Maler, Dichter und Kulturreisende an.

Sommerfrische der Hohenzollernfamilie

Im frühen 19. Jahrhundert begann der preußische Hof, das Tal als Sommerfrische zu entdecken. Zentrum war zunächst der Badeort Warmbrunn mit seinen Thermalquellen. Ein Bruder des Königs kam 1822 erstmals hierher. Wenig später erwarb er Schloss Fischbach, das der gesamten Hohenzollernfamilie ausnehmend gut gefiel und rasch zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Region wurde. Gerne besuchte der König dabei Gneisenau in Erdmannsdorf, und nach dessen Tod 1831 kaufte er das Schloss. Schinkel wurde mit den notwendigen Instandsetzungs- und Umbauarbeiten beauftragt. Und an Peter Joseph Lenné war es, ab 1836 einen der schönsten Landschaftsparks der Region zu gestalten. Finanzminister von Rother meinte 1837 voller Euphorie, dass „wohl nicht ein schönerer Punkt in Deutschland gefunden werden dürfte“.

Gartenplaner Peter Joseph Lenné (1789–1866),

Gartenplaner Peter Joseph Lenné (1789–1866),

Quelle: EPD

Nach dem aus England übernommenen Prinzip des „zonierten Landschaftsgartens“ war der Bereich zwischen Schloss und Kirche als Pleasure Ground mit Blumenbeeten und blühenden Ziergehölzen reich geschmückt und von Spazierwegen durchzogen. Erhalten gebliebene Bestelllisten geben Auskunft über die umfangreichen Neupflanzungen, für die man 170 verschiedene heimische und exotische Gehölzarten verwendete. Zum Teil wurden sie aus Potsdamer Baumschulen angeliefert. Der eigentliche Park lebte vom unmerklich gestalteten Übergang in die umgebende Landschaft und bezog auch die angrenzenden Wirtschaftsflächen in die Gestaltung des herrschaftlichen Anwesens mit ein. Nach dem Prinzip: Das Schöne mit dem Nützlichen verbinden.

Und auch das benachbarte Schildau, ein Geschenk des Königs an seine Tochter Luise, wurde samt Lomnitz in die Lennéschen Planungen einbezogen. Prächtige Alleen verbanden die einzelnen Herrschaftssitze.

Von Frank Starke

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