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Kultur Es wird bunt in der Potsdamer Sperl Galerie
Nachrichten Kultur Es wird bunt in der Potsdamer Sperl Galerie
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00:31 22.06.2015
Max Grimm: Der Rote und der Blaue (2014) Quelle: Foto: Sperl
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Potsdam

Sie sind jung. Noch nicht reif. Aber genau das macht für Rainer Sperl den Reiz der beiden Künstler aus, die ab Morgen in seiner Galerie in Potsdam zu sehen sind. „Man kann noch nicht sagen, wie das ausgeht – wie die in 20 Jahren malen werden“, sagt er. Vielleicht ganz großartig, vielleicht auch nicht. Junge Künstler auszustellen sei eben immer ein Experiment – und in gewisser Weise auch ein Risiko.

Die Galerie Sperl stellt sich dem Risiko und hat dafür eigens ein Format entwickelt: „Fokus Junge Kunst“. Zwei recht unterschiedliche Künstler stehen diesmal im Fokus. Der aus Guatemala stammende Maler Lezzueck Asturias-Coosemans und der Magdeburger Maler und Grafiker Max Grimm. Beide lieben die Farbe, beide arbeiten figürlich und verwenden Motive aus der Natur, doch stilistisch liegen Welten zwischen ihnen.

Der erst 26-jährige Max Grimm hat sich mit seinen in satte Farben getränkten Gemälden und Siebdrucken in der Magdeburger Kunstszene bereits ein gewisses Renommée erarbeitet. Grimm liebt ganz offensichtlich geometrische Formen, in die er die abgebildeten Gegenstände und Figuren zerlegt. Seine Vorbilder Picasso und Delaunay sind nicht zu übersehen. Trotzdem entwickeln die flächigen, aus abstrakten Formen und aus auf ihre Grundprinzipien reduzierten Gegenstände komponierten Bilder einen eigenwilligen Reiz. Technisches und Natürliches gehen in einander über, ihre Grenzen zerfließen.

Es ist ein besonderes Licht, das aus den Bildern des Lateinamerikaners Lessueck A. Coosemans scheint. Quelle: Lezzueck Coosemans

Das Verhältnis zu Natur treibt auch den 36-jährigen Lessueck A. Coosemans um. Die Bilder des in Weimar lebende Lateinamerikaners verweisen schon in ihrer Farbgebung auf seine Herkunft. Es ist das besondere Licht dieses Subkontinents, wie es aus den Werken etwa einer Frida Kahlo scheint. Coosemans malt allerdings in feinen, pastellernen Tönen. Es sind meist Pflanzen und Tiergestalten, die auf seinen Bildern zu sehen sind, handwerklich akribisch auf die Leinwand gebracht. Seine an den Stil der naiven Malerei angelehnten Werke entführen in eine surreale Märchenwelt. Da steht etwa ein Stuhl auf dem Rücken eines stilisierten Schwans, auf dem wiederum ein vogelgesichtiger Mensch sitzt. „Die Schätze des blauen Vogels“ nennt der Künstler das Bild. Symbol für die Ausbeutung der Natur durch den Menschen? Oder der utopische Traum vom Einklang der menschlichen Lebensweise mit der Natur? Antworten sind bei Coosemans nicht zu finden. Aber Denkanstöße und unerwartete Fragestellungen. Naiv vielleicht, aber deshalb noch lange nicht unberechtigt.

Beide Künstler sind ganz offensichtlich dabei, sich von ihren historischen Vorbildern zu lösen. Es lohnt sich, ihnen dabei zuzuschauen.

Fokus Junge Kunst: Lezzueck A. Coosemans & Max Grimm. Sperl Galerie, Friedrich-Ebert-Str. 4, Potsdam, Mi – So, 12 – 18 Uhr, 21. Juni bis 23. August.

Von Mathias Richter

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