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Lionel Richie sagt Potsdam "hello"

Stadtwerkefest Lionel Richie sagt Potsdam "hello"

Lionel Richie, der große Mann des Soul und Pop, hat Geschichte geschrieben. In den 70ern stand er mit den Commodores für R&B. In den 80ern folgte die noch erfolgreichere Solozeit mit Hits wie „Hello“ und „Say You, Say Me“. Am Samstag singt er bei freiem Eintritt im Potsdamer Lustgarten. Die MAZ hat ihn vorher zum Interview gebeten.

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Lionel Richie.
 

Quelle: dpa

Potsdam.  Der Soul- und Pop-Star Lionel Richie (66) über das Hochgefühl, zu Hause zu sein, die Härten des Geschäfts und seine Freude vor ganz vielen Leuten Open-Air-Konzerte zu geben – wie am Samstagabend in Potsdam

MAZ : Hallo Mister Richie, wo erreiche ich Sie gerade?

Lionel Richie : Nicht zu glauben, ich bin ausnahmsweise zu Hause in Los Angeles. Nicht im Konzert, nicht im Flugzeug, nicht im Fitness-Studio. Daheim. Yeah!

Sie gehen so fleißig auf Tournee, es hatte den Anschein, Sie halten es nicht lange aus in Ihren eigenen vier Wänden.

Richie: Ganz ehrlich, ich bin so oft auf Achse, reise durch die ganze Welt, wenn ich wieder zu Hause bin, ist das hier mein bestes Hotel und meine schönste Wellness-Oase (lacht).

Man sieht Sie immer gut gelaunt, täuscht das? Woher nehmen Sie Ihre Lebenslust?

Richie : Mein Glück ist es, Lieder zu schreiben, die Leute berühren können. Wenn ich auf die Straße gehe, bin ich Teil der Familie – um mich herum sind Leute, die haben sich in einen Menschen verliebt, als sie einen Lovesong von mir hörten. Sie haben Kinder bekommen. Sie haben sich scheiden lassen. Alles zu meinen Liedern. Es gibt keine Distanz zwischen den Leuten und mir. Mein Publikum und ich, wir gehören zusammen.

Stars beim Stadtwerkefest

Lionel Richie , der große Mann des Soul und Pop, singt am Samstag um 22 Uhr. Richie hat sich einen Namen bei den Commodores während der 70er Jahre gemacht. In seiner Solozeit folgten Hits wie „Say You, Say Me“, „Hello“ und „All Night Long“.

 
The Hooters spielen am Samstag um 20 Uhr, die Band aus Philadelphia hat den Folk mit dem Rock gekreuzt, ihre Hits sind Legende: „Johnny B.“, „Satellite“, „All You Zombies“. Vor 35 Jahren wurden sie gegründet, sie legten eine Pause von 1995 bis 2001 ein.

Keimzeit spielen Samstag um 18.30 Uhr, Mark Forster um 16.45 Uhr.

Das Stadtwerkefest findet vom 3.-5. Juli im Potsdamer Lustgarten statt. Details unter www.swp-potsdam.de/stadtwerkefest

War es in den 80ern, als Sie Ihre großen Hits hatten, leichter als heute, ein Popstar zu sein? Die Medien vermessen heute jeden Zentimeter des Privatlebens...

Richie : Ich bin froh, dass ich in der alten Zeit groß geworden bin. Heute ist es härter. Wenn du ins Restaurant gehst, trittst du viel öffentlicher ins Leben als früher. Jeder hat heute ein Handy und eine Kamera dabei. Früher wollten die Leute Autogramme, heute möchten sie Filme mit dir drehen. Es ist nicht einfacher geworden.

Lieben Sie Ihren Beruf noch?

Richie: Klar, das ganze Popgeschäft wird aufgeregter, aber ich kriege vor allem die Sonnenseite mit. Was tun die Leute, wenn sie mich sehen? Sie lächeln. Und fragen: „Hello, Is It Me, You Looking For?“ Hallo, bist du auf der Suche nach mir? (lacht). Sie singen mein Lied und haben Spaß. Man kann Leuten nicht böse sein, die dir so gut gelaunt entgegentreten.

Was hat sich im Rock’n’Roll über die Jahre verändert?

Richie: Mein Gott, alles hat sich verändert! Die technischen Möglichkeiten im Studio sind großartig, das ist ein Riesenfortschritt. Andererseits sind die Songs inzwischen früher im Internet als im Radio. Das ist nicht immer leicht. Du hast als Künstler keine Zeit mehr, deine Lieder fürs Album in Ruhe zusammenzustellen. Es gibt zeitlich einen enormen Druck. Früher haben wir die Hits auf Konzerten gespielt und guckten, ob die Leute sie mochten. Heute kennen die Leute den Hit, bevor er das Studio verlassen hat.

Wie steht es um Ihr Image als Frauenheld? Können Sie gut damit leben?

Richie: Also, wenn ich Liebeslieder über Frauen singe, dann muss ich Frauen mögen, okay? Ein Sänger, der den Frauen huldigt, aber Frauen nicht mag, der hat wirklich ein Problem. Wenn mich die Frauen mögen, nehme ich diese Einladung an (lacht).

Sie sind 66 Jahre alt, doch wirken so vital, als wären Sie Mitte 20. Kostet es Kraft, Ihre Stimme und Ihren Körper in Form zu halten?

Richie: Ich habe Glück mit meinen Genen. Meine Oma mütterlicherseits ist 103 Jahre alt geworden, meine Oma väterlicherseits immerhin 98. Doch das alleine reicht nicht, ich gehe mit Ehrgeiz ins Fitness-Studio. Sonst schaffst du die Konzerte nicht, ich spiele ja zweieinhalb Stunden. Das schwerste ist der Tourstart, der Körper muss sich erst an diesen Rhythmus und den Stress gewöhnen. Nach zwei Wochen hat er sich dann akklimatisiert. Wenn du 19 bist, brauchst du diese Anlaufzeit allerdings nicht (lacht).

Ihr letztes Album steckt voller Country, kommt da eine heimliche musikalische Liebe zum Tragen?

Richie : Ich bin im Süden der USA aufgewachsen, das hat mich geprägt. Irgendwann bin ich nach New York gezogen, dann nach Los Angeles. Zwischendurch hatte ich vergessen, dass ich aus Alabama stamme. Auch in meinem „Easy Like Sunday Morning“ steckt Country, das fiel nur nicht so auf, weil es von einem schwarzen Sänger stammte. Dabei bin ich so voll mit Country-Einflüssen, es ist fast beängstigend. Das musste irgendwann heraus.

Ganz allgemein: Mögen Sie die Bealtes oder die Stones lieber?

Richie: Ohhh! Was für eine gemeine Frage. Ich liebe die Beatles, weil Paul und John großartige Songschreiber sind. Ich liebe die Stones, weil sie diese unendliche Energie haben. Noch mehr als ihre Songs zählt für mich, dass sie immer noch zusammen sind. Sie kümmern sich um keinen Ratschlag. Sie sind immer noch die bösen Jungs.

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Sie spielen in Potsdam ein Open-Air-Konzert, ist das ein anderes Gefühl als Auftritte in großen Hallen?

Richie : Beim Open-Air kannst du so viele Leute erreichen wie sonst nirgendwo. Ich liebe das. Unter freiem Himmel kannst du die Leute sehen, weil es oft noch einen Rest von Tageslicht gibt. Bei Hallenkonzerten sind Scheinwerfer auf mich gerichtet, die Halle ist dunkel, ich sehe mein Publikum kaum. Open-Air ist großartig. Das Publikum ist dort gemischter, weil auch die jüngeren Leute zum Festival kommen, die sich eine Karte für die Halle nicht leisten könnten.

Kennen Sie Potsdam? Haben Sie schon mal von der Stadt gehört?

Richie: Überhaupt nicht! Aber ich freue mich auf diesen Auftritt sehr, eben weil er unter freiem Himmel stattfindet, und ich sonst fast nur in den Arenen spiele. Und das sind aktuell etwa 150 Shows im Jahr, aufgeteilt auf Europa, die USA und Australien. Jemand hat gefragt: Wie lange bist du auf Tour? Ich habe ihm gesagt, ich bin unterwegs seit 1974!

  Von Lars Grote

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