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Kultur Literaturfestival für Leser von 8 bis 88
Nachrichten Kultur Literaturfestival für Leser von 8 bis 88
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00:20 17.06.2018
Mehr als 30 Schriftsteller und Schauspieler werden bis 17. Juni zur sechsten Ausgabe des Literaturfestivals „Lit:Potsdam“ erwartet, darunter Bestsellerautor Frank Schätzing. Quelle: dpa
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Potsdam

Frank Schätzings „Die Tyrannei des Schmetterlings“ steht seit Wochen auf Platz eins der Spiegel-Bestseller-Liste. Autor und Thriller werden am Sonntag, 11 Uhr, von dem Fernseh-Journalisten Denis Scheck im Potsdamer Hans-Otto-Theater vorgestellt. Das ist nur ein Highlight von vielen, mit dem das Literaturfestival LIT:potsdam noch bis Sonntag „starke Worte an schönen Orten“ präsentiert.

Die Veranstaltung mit Schätzing ist schon deshalb eine Sensation, weil sich der Autor in der Öffentlichkeit äußerst rar macht. „Es handelt sich um die erste Lesung nach der Buchpremiere im März in Köln“, betont Festival-Sprecherin Susanne Meierhenrich. Auch dass der israelische Schriftsteller und Friedensaktivist David Grossman den Weg nach Potsdam findet, dürfte dem Festival, das in diesem Jahr zum sechsten Mal stattfindet, überregionale Beachtung einbringen. Für die Open-Air-Festveranstaltung Freitag, 18 Uhr, mit dem „Writer in Residence“ im Lenné-Park der Villa Jacobs, Bertiniweg 2, gibt es nur noch Restkarten an der Abendkasse.

Die Festspiele der Literatur setzen aber nicht nur auf Glamour und große Namen. Mit einem kleinteiligen Kinder- und Jugendprogramm umwerben die rührigen Veranstalter auch die Leser von morgen. Insgesamt stellen 15 Autoren an 17 Schulen ihre Bücher vor. Gestern etwa verfolgten 30 Schüler der Potsdamer Montessorischule den Auftritt des aus Wuppertal angereisten Schriftstellers Hermann Schulz. Der 79-Jährige, der nach seiner Pensionierung als Verleger eine beispiellose Karriere als Jugendbuch-Autor startete, erzählte, wie er als 13-Jähriger Nichtleser 1951 einen angekokelten Schmöker auf einer Müllkippe fand, der ihn dermaßen elektrisiert hat, dass er sich ein Leben lang der Buchbranche verschrieb.

Ein Höhpunkt verspricht die Lesung der Sachbuch-Erfolgsautorin Maja Nielsen zu werden, die am Samstag, 17 Uhr, im Pferdestall, An der Alten Brauerei 1-24, in Potsdam-Babelsberg, ein Publikum von 8 bis 88 an Bord der Titanic anlocken soll. Auf ein großes, vor allem jugendliches Publikum dürfte der Kultautor Marc-Uwe Kling treffen, wenn er ebenfalls am Samstag, 20 Uhr, in der Waschhaus Arena aus seinem Bestseller „QualityLand“ liest. Nach seinen beliebten Vorlese-Geschichten über das antikapitalistische Känguru setzt er sich in dem satirischen Zukunftsroman mit dem digitalen Zeitalter auseinander. „Das ist der Algorhythmus, wo man mit muss! lautet sein Werbespruch.

„Neue deutsche Heimatliteratur – gibt es die? Und warum?“ steht über einer Diskussion mit den Autorinnen Mariana Leky und Dörte Hansen (Samstag, 18 Uhr, Museum Barberini). Beide beschwören einen erzählerischen Kosmos, der sich auf ein Dorf beschränkt. „Altes Land“, das literarische Debüt von Dörte Hansen von 2015, wurde gerade in der 32. Auflage gedruckt und erzählt eine Familien- und Flüchtlingsgeschichte. In „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky kommen realistische und magisch-fantastische Elemente zum Tragen.

Und außerdem?

Verkuppelte Worte: Bas Böttcher ist ein Pionier des Poetry Slam. Er schreibt Liebesgedichte auf Denglisch und lässt Wörter stolpern und Verstecke spielen. (Sonntag, 13 Uhr, Theaterschiff, Schiffbauergasse).

Literarisch übers Wasser: Exklusive Lesung mit John von Düffel an Bord der Motoryacht „Sunshine“. Der Autor ist seinem Werk immer wieder zum Wasser zurückgekehrt. Zuletzt mit dem Band „Wassererzählungen“ und seiner „Gebrauchsanweisung fürs Schwimmen“.

Europa ein Geschichtenschatz. Europäische Autoren wie Sofi Oksanen (Finnland), Arnon Grünberg (Niederlande), Janne Teller (Dänemark) wurden eingeladen, eine Geschichte aus ihrem Land zu benennen, die ein literarisches Kleinod darstellt. Am 28. Juni, 19.30 Uhr, werden die Geschichten in der St. Johanniskirche in Brandenburg/Havel von den Schauspielerinnen Jutta Hoffmann und Karen Schneeweiß-Voigt sowie von Keimzeit-Sänger Norbert Leisegang präsentiert. Anschließend soll über die Motive geredet werden.

Tickets gibt es an der Abendkasse und online unter www.litpotsdam.de

Die intimen Floß-Lesungen mit den drei Brandenburgischen Autoren Julia Schoch, André Kubiczek und Torsten Schulz sind bereits ausverkauft. Aber der Büchermarkt am Havelufer zwischen Hans-Otto-Theater und Tanzfabrik steht auch 2018 wieder unter dem Thema „Brandenburg literarisch entdecken“. Viele Akteure des regionalen Buchmarktes, Buchhandlungen und Kleinverlage, bieten hier am Sonntag von 11 bis 17 Uhr ihre literarische Handelsware an.

Von Karim Saab

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