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Literaturnobelpreis geht an Kazuo Ishiguro

Stockholm Literaturnobelpreis geht an Kazuo Ishiguro

Der diesjährige Nobelpreis für Literatur geht an Kazuo Ishiguro. Das teilte die Schwedische Akademie am Mittag in Stockholm mit.

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Kazuo Ishiguro erhält den Nobelpreis für Literatur.

Quelle: AP

Stockholm. Auch in diesem Jahr erlaubt sich die Schwedische Akademie eine faustdicke Überraschung: Der Literaturnobelpreis 2017 geht an den Autor Kazuo Ishiguro. Er wurde 1954 im japanischen Nagasaki geboren, lebt aber schon lange in Großbritannien. Bekannt wurde der Romancier mit dem Roman „Was vom Tage übrig blieb“. Dafür erhielt Ishiguro den renommierten Booker-Preis; auch die Verfilmung von James Ivory mit Emma Thompson und Anthony Hopkins war ein Erfolg.

Er werde für seine Romane mit starker emotionaler Wirkung ausgezeichnet, sagte die Vorsitzende des Vergabegremiums, Sara Danius, zur Begründung. In seinen Werken habe Ishiguro die „Abgründe unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt“ bloß gelegt. Das trifft auf die Bücher des heute 62-Jährigen tatsächlich zu. Dennoch überrascht die Wahl des japanisch-britischen Autors auf der einen Seite durchaus: Als Favoriten galten im Vorfeld der Bekanntgabe eher die kanadische Autorin Margaret Atwood und der Israeli Amos Oz. Andererseits passt die Entscheidung für Ishiguro zu der neue Linie der Akademie: Im vergangenen Jahr – dem ersten unter Leitung von Sara Danius – hat Songwriter Bob Dylan den Preis bekommen.

Ihiguro veröffentlichte Romane wie „Damals in Nagasaki“, der in Deutschland 1984 erschien, und „Der Maler der fließenden Welt“ (1988). 2005 kam der ebenfalls verfilmte Roman „Alles, was wir geben mussten“ in Deutschland heraus.

„Brett vor dem Kopf in ein Fenster zur Welt verwandelt“

Der Literaturkritiker Denis Scheck äußerte sich „begeistert“ über die Vergabe des Literaturnobelpreises an Ishiguro. „Die schwedische Akademie hat mit dieser Entscheidung ihr Brett vor dem Kopf in ein Fenster zur Welt verwandelt“, sagte Scheck der Deutschen Presse-Agentur. „Ishiguro ist ein idealer Brückenbauer nicht nur zwischen Japan und Großbritannien, sondern auch zwischen der fantastischen Literatur und Science Fiction hin zum bürgerlichen Roman.“

Der 1954 geborene Autor wurde mit Werken wie „Damals in Nagasaki“ (dt. 1984) und „Der Maler der fließenden Welt“ (dt.1988) bekannt. Am berühmtesten wurde sein Roman „Was vom Tage übrig blieb“, der 2005 auf Deutsch erschien.

Der Literaturnobelpreis ist in diesem Jahr mit neun Millionen Schwedischen Kronen dotiert (etwa 940.000 Euro). Die Summe wurde vor kurzem um eine Million Schwedische Kronen erhöht. Der Preis wird jedes Jahr von der Schwedischen Akademie vergeben, die nominell 18 Mitglieder hat. In diesem Jahr sind es aufgrund eines Todesfalls lediglich 17. Die Verleihung findet am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896).

Am Freitag wird der Gewinner des Friedensnobelpreises verkündet

Im vergangenen Jahr war der Preis überraschend an den US-Sänger und Poeten Bob Dylan gegangen. Dieser ließ sich tagelang Zeit, bevor er sich überhaupt zur Annahme äußerte und blieb auch der offiziellen Verleihung fern.

Zuvor waren bereits die Träger der Nobelpreise 2017 für Medizin, Physik und Chemie bekannt gegeben worden. An wen der Friedensnobelpreis geht, wird am Freitag verkündet. Am Montag folgt die Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaften, die kein Nobelpreis im eigentlichen Sinn ist, weil sie nicht von Alfred Nobel, sondern von der schwedischen Reichsbank gestiftet wurde.

Der Nobelpreis für Literatur wird seit 1901 vergeben. Zuletzt bekam 2009 mit Herta Müller eine deutschsprachige Autorin die Auszeichnung verliehen. In der Galerie können Sie einen Blick auf Ishiguros Vorgänger werfen.

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Ob bekannter Literaturstar oder Überraschungspreisträger: Das Komitee wusste in den letzten Jahren oftmals zu überraschen.

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Von Martina Sulner/dpa/AP/RND

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