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London Fashion Week: Raum für Experimente

Mode London Fashion Week: Raum für Experimente

Die Londoner Fashion Week hat nicht die Haute Couture-Häuser von Paris oder die superstarbesetzten ersten Reihen von New York. Stattdessen hat sie souveräne Altmeister und junge Wilde.

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Wie aus einem Comic: Kreationen von Gareth Pugh. Foto: Hannah Mckay

London. Partys, Empfänge, Pressetermine und natürlich eine Schau nach der anderen: In den Kalendern der britischen Modeszene ist die London Fashion Week die vollste Woche des Jahres. Soho, das Vergnügungsviertel im Zentrum der Stadt, wo erstmals der Großteil der Vorstellungen stattfindet, brummt.

Da können Laufstegpräsentationen wie die von Jasper Conran zur Oase geraten. Ruhig, unbeirrt gleiten seine Models über den verspiegelten, grün verzierten Laufsteg wie über den Boden eines stillen, tiefen Sees. Grün sind auch die Entwürfe: Jede erdenkliche Schattierung hat Conran in der geradlinigen Frühjahrskollektion für 2016 verarbeitet, aufgelockert durch Kontrapunkte in weiß und gold.

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Die Fashion Week in London ist für ihre Experimentierfreude bekannt. Der ideale Platz also für den Designer Gareth Pugh, der mit seinen extravaganten Looks auch Stars wie Lady Gaga begeistert.

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Conran ist einer von 78 Designern, die seit Freitag ihre Entwürfe in London zeigen. Simple Schnitte, klare Muster: Conran, ein Veteran der Londoner Mode-Szene, markiert einen Pol des Spektrums der Fashion Week - britische Zurückhaltung mit einem modernen Dreh.

Am anderen Ende finden sich deutlich experimentierfreudigere, verspieltere Labels: So schickt das Duo Fyodor Golan seine Models am Freitag in transparenten, mit aufgenähten Rosen verzierten Kunststoffwesten und -röcken über den Laufsteg.

Molly Goddard wählt als Kulisse für ihre zuckrige Kreation aus Tüll und Rüschen einen Sandwich-Laden und Faustine Steinmetz sparte sich den Laufsteg komplett: In ihrer Präsentation durchbrechen die Models die Wände, ragt hier ein Bein hervor, da ein Kopf oder Oberkörper.

Klein, weitgehend unbekannt, eigenwillig und vor allem aus London - Designer wie Steinmetz und Goddard gibt es viele auf der Modewoche. Goddard und Steinmetz haben, wie viele ihrer Kollegen, ihr Handwerk am Central Saint Martins College gelernt, zu deren Alumni auch Mode-Superstars wie Alexander McQueen und Stella McCartney gehören. Einheimisches Talent ist wichtig für die Londoner Modewoche, die noch immer nicht in derselben Liga spielt wie Mailand, Paris oder New York.

Doch die Branche wächst, wie das British Fashion Council, Ausrichter der Fashion Week, mitteilt: 26 Milliarden Pfund (rund 36 Milliarden Euro) trägt die Modewirtschaft zum britischen Bruttoinlandsprodukt bei, fünf Milliarden mehr als noch 2009. Etwa 800 000 Menschen beschäftigt die Branche. Die unzähligen Einkäufer aus aller Welt, die während der Fashion Week in die Stadt kommen, werden, wenn sie gehen, 100 Millionen Pfund an Bestellungen aufgegeben haben.

Die Fashion Week wäre aber nicht die Fashion Week, gäbe es neben den nackten Zahlen nicht auch viel Glanz und Glitzer. Für den Glamour-Faktor sorgte am Freitag die britische "Vogue": Die hatte zur Auftakt-Party ins Haus des US-Botschafters geladen. Und so kamen nicht nur Paparazzi-Magneten wie It-Girl Alexa Chung und Victoria Beckham, die ihre eigenen Kollektionen in New York präsentiert, sondern auch US-Außenminister John Kerry.

Bis Dienstag dreht sich das Karussell noch in London, unter anderem mit den Frühjahrskollektionen von Mary Katrantzou, Christopher Kane und Altmeisterin Vivienne Westwood. Dann zieht der Modezirkus weiter nach Mailand.

dpa

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