Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Lummerland steht in Babelsberg
Nachrichten Kultur Lummerland steht in Babelsberg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:59 25.03.2018
Potsdam

„Eine Insel mit zwei Bergen und im tiefen weiten Meer, mit viel Tunnels und Geleisen und dem Eisenbahnverkehr. Nun, wie mag die Insel heißen, ringsherum ist schöner Strand. Jeder sollte einmal reisen in das schöne Lummerland.“ Das berühmte Lied der Augsburger Puppenkiste kommt jetzt noch einmal ganz groß raus: Michael Endes Kinderbuchklassiker „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, den es bislang nur als Marionettenspiel im Fernsehen gab, ist ab nächsten Donnerstag als Realverfilmung auf großer Kinoleinwand zu sehen, koproduziert von Studio Babelsberg.

Um die Kulissen hat sich Uwe Schaer gekümmert

Gedreht hat Regisseur Dennis Gansel die Abenteuer der Titelhelden mit Scheinriesen, Drachen und Piraten in den Babelsberger Studios sowie im benachbarten Filmpark.

Ausstellung im Potsdamer Filmmuseum

„Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ startet am kommenden Donnerstag in den Kinos, etwa in Oranienburg, Luckenwalde, Neuruppin, Brandenburg und Potsdam.

Die Lok Emma ist im Filmpark Babelsberg zu besichtigen. Die Saison beginnt am 29. März.

Im Potsdamer Filmmuseum sind ab 29. März im Foyer Originale wie das Modell der Lokomotive Emma, das Reisekostüm des Kaisers von China, ein Kostüm von Jim Knopf, das Drehbuch sowie Set- und Modellzeichnungen zu sehen.

Und Uwe Schaer hat sich um die Kulissen gekümmert. „Sieben Wochen haben wir bei schönstem Wetter Lummerland aufgebaut“, erzählt der Art-Departement-Projektleiter. Zwischen 70 und 80 Mitarbeiter waren damit beschäftigt, den Bahnhof, die Lok Emma, das Haus von Herrn Ärmel und den Kaufladen von Frau Waas in Originalgröße zu bauen. Die Felsen der Insel bestehen aus Styroporblöcken, die mit Kettensägen bearbeitet und dann mit einer Schicht aus Beton und Bindemitteln überzogen wurden. Für die Mauern der Häuser ließ Uwe Schaer Steinformen in Gips gießen.

Die Handwerker haben ganze Arbeit geleistet, alles sieht realistisch aus. Dahinter steckt ein gewaltiger Aufwand: Die Dachziegel für die Pagode zum Beispiel, die in der Marlene-Dietrich-Halle entstand, sind aus Styropor. Aber jede Ziegel ist ein Unikat und musste angefertigt werden. Es waren Tausende.

Seit 41 Jahren im Studio Babelsberg

Wenn Uwe Schaer und seinem Team die Zeichnungen der gewünschten Kulissen vorliegen, überlegen sie, was digital animiert oder tatsächlich in Handarbeit produziert wird. „Es ist natürlich eine Frage des Geldes und der Zeit und die wird leider immer knapper heutzutage. Wir wägen ab und freuen uns, wenn wir in unseren Werkstätten loslegen können“, so der gebürtige Potsdamer, der seit 41 Jahren auf dem Studiogelände arbeitet, 1977 dort als Tischler-Lehrling begann. Seiner Erfahrung nach stehen die Schauspieler auch lieber in einer echten Kulisse als sich vor einem Green Screen, einer grünen Leinwand, den Hintergrund vorstellen zu müssen.

Um auf dem neuesten Stand der Technik zu sein, hat Studio Babelsberg im digitalen Bereich aufgerüstet. Ein großer 3-D-Drucker und ein riesiger Fräser sind im Einsatz: Für „Jim Knopf“ wurde etwa der Drachenkopf gefräst sowie die Löwen am Eingang zum chinesischen Kaiserpalast, der in der Marlene-Dietrich-Halle entstand.

Die Lokomotive Emma gibt es gleich vier Mal

Eine Hauptrolle neben Jim Knopf und Lukas spielt die Lok Emma, da sind sich alle einig. „Emma gibt es sogar in vier Versionen“, erzählt der gelernte Tischler Schaer. „Eine fährt auf Schienen, eine schwimmt auf Pontons im Wasser und in einer dritten Variante ist sie als Drachendame verkleidet. Und ein weiteres Exemplar wurde beim Dreh im südafrikanischen Sand gebraucht“. 7,5 Tonnen wiegt die Lok aus massivem Stahl mit elektrischem Antrieb, die sogar dampfen kann. Zwei Schlosser haben sich mit viel Herzblut an die Arbeit gemacht, denn solche schönen Aufträge sind selten, so Schaer.

Alles aus dem Lummerland-Lied ist vorhanden

Nur die Sache mit dem Gleisbett bereitete lange Zeit Kopfzerbrechen. Es war ein spezielles Maß erforderlich und die Schienen mussten extra in Süddeutschland geordert werden, obwohl Uwe Schaer lange in der Region gesucht hat. Auch die Inneneinrichtung des Kaufladens ist liebevoll mit allem ausgestattet, was die Fans aus dem Lummerland-Lied kennen: „Hustenbonbons, Alleskleber, Regenschirme, Leberkas, Körbe, Hüte, Lampen, Bürsten, Blumenkohl und Fensterglas, Lederhosen, Kuckucksuhren und noch dies und dann noch das.“

Für Uwe Schaer ist „Jim Knopf“ eines seiner liebsten Projekte. Und das soll etwas heißen, schließlich ist der 57-Jährige schon Jahrzehnte dabei. Zwei bis drei Filme betreut er im Jahr, bleiben die Aufträge aus, baut er mit seinem Team auch schon mal ein Schiffswrack für das Aquarium im Ozeaneum in Stralsund. Wenn „Jim Knopf“ gut läuft, ist eine Fortsetzung geplant. Uwe Schaer kann es kaum erwarten.

Von Claudia Palma

Es ist wieder einmal ein typischer Walser. Es ist ein Buch über die Endlichkeit und wie in letzter Zeit so oft, dreht er sich um sich selbst: Martin Walsers neuer Roman „Gar alles“.

25.03.2018
Kultur MAZ-Gespräch mit Regisseur Dennis Gansel - Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung“

Im Alter von sieben Jahren hat Dennis Gansel „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ kennengelernt. Jetzt hat er das Kinderbuch von Michael Ende verfilmt. Die MAZ hat mit ihm darüber gesprochen.

25.03.2018

Herrlich sinnfrei. Herbert Fritsch zieht mit seinem Theaterstück „Null“ alle Register, um das Nichts zu bearbeiten. Dauer-Klamauk vom Feinsten.

25.03.2018