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Kultur Diese Abenteuer warten auf Bibi und Tina
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19:46 22.08.2016
Lina Larissa Strahl als Bibi (r.) und Lisa-Marie Koroll als Tina. Quelle: Andreas Schlieter
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Kietz

Die Sonne scheint unermüdlich auf das große Stoppelfeld, in regelmäßigen Abständen zieren Strohballen den Horizont, es riecht nach Sonnenmilch. Zwischen all den Ballen tummelt sich eine Filmcrew. Männer mit Kameras, Tongeräten und großen schwarzen Leinwänden haben mitten auf dem Feld ihr Set aufgebaut.

Der Querfeldein-Ritt wird von einem Kamerateam begleitet. Quelle: Andreas Schlieter

Zwischen den umtriebigen Technikern und Visagisten kommt ein himmelblauer Mercedes angebraust, wirbelt Staub auf und bremst abrupt. Zwei Männer lehnen sich aus dem Auto und rufen zwei anderen Männern südeuropäischer Herkunft etwas zu. Zwischen ihnen zwei Mädchen, neben ihren Pferden, ein Schimmel und ein Brauner. Die Unterhaltung mit den Männern scheint den Stimmen zufolge nicht die freundlichste zu sein. Die Männer sind verärgert, sie haben offenbar mit jemand anderem als den beiden Mädchen auf diesem Feld gerechnet.

Dort auf dem Feld, im Norden von Brandenburg an der niedersächsischen Grenze, dreht Regisseur Detlev Buck den vierten Bibi-und-Tina-Film: „Tohuwabohu total“. Nach drei erfolgreichen Streifen der beiden Pferdefreundinnen Bibi Blocksberg aus Neustadt und dem Bauernhofkind Tina Martin hat sich der Filmemacher entschieden, einen weiteren Film zu drehen.

Das passiert im vierten Film

In der vierten Episode der beiden Pferdenärrinnen läuft ihnen ein Ausreißer in die Arme, der sich später als Mädchen Ader entpuppt. Um ihrer albanischen Familie zu entkommen, die für sie ein „traditionelles“ Leben vorgesehen hat – frühe Heirat und ohne Schulbildung – flieht Ader. Bibi und Tina wollen ihr natürlich helfen und verstecken sie. Gar nicht so einfach. Dazu kommt noch, dass auf dem benachbarten Schloss „Falkenstein“ Bauarbeiten durchgeführt werden, Grafensohn Alex ein Musik-Festival organisiert, Tina entführt wird und zu allem Übel auch Bibis Hexkraft irgendwann nicht mehr weiterhilft.

Die Darsteller müssen eine Szene aus verschiedenen Kameraperspektiven drehen. Quelle: Andreas Schlieter

An diesem Tag sollen drei Szenen im Kasten sein. Bis alles perfekt aussieht und aus mehreren Kameraeinstellungen eingefangen wurde fallen auch schon mal 44 Klappen. Bevor die Konfrontation von Aders Familie mit Bibi und Tina erneut gedreht werden kann, gibt Buck – lässig in kurzen Jeans, T-Shirt und Hut – noch einige Anweisungen, ehe er in einen Transporter mit Monitoren und Kopfhörern zur Überwachung des Drehs springt. „Action“ erschallt es über das Feld. In dem Moment scheint es nur noch die Schauspieler in ihrer Szene zu geben. Auch die Umstehenden können die paar Sätze des Filmausschnitts mittlerweile mitflüstern. „Wo ist Ader?“ „Wer?“ „Kenn’ ich nicht“. Ein „Cut“ ertönt aus dem Wagen, Buck, ein wenig aufgebracht, stürmt heraus. Konzentration verlangt er von seinen Akteuren, denn der für die Szene aufgewirbelte Staub verflüchtigt sich schnell. Irgendwann ist es endlich soweit, die Szene ist abgedreht. Mittagspause. Neben den beiden Jung-Schauspielerinnen, die mittlerweile volljährig sind, scheint auch der Plot erwachsen geworden zu sein. Die unerschrockenen Mädchen kämpfen im Film für die Gleichberechtigung von Mann und Frau, sind dabei weltoffen und ziehen sich nicht ängstlich zurück. Ein Signal an die heranwachsenden Jungen und Mädchen!

Bibi und Tina-Darstellerin werden erwachsen

Dass die Schauspielerinnen Lina Larissa Strahl (Bibi) und Lisa-Marie Koroll (Tina, beide 18) mit ihren Rollen eine Vorbildfunktion einnehmen, ist ihnen bewusst. Die beiden jungen Frauen wirken schon sehr erwachsen, wenn sie von ihren Rollen und ihren Zukunftsplänen erzählen. „Ein bisschen mehr Privatleben“, möchte Strahl in der nächsten Zeit haben. Beim Drehen und der Paukerei fürs Abi kam das ein wenig zu kurz. „Ich möchte jetzt ein bisschen was von meiner Jugend haben“, erzählt sie beim Essen auf einem Bauernhof. Einen fünften Teil wird es nicht mehr geben, erklärt Regisseur Buck. „Die beiden, Lina und Lisa, wären für die Rolle dann auch schon ein wenig alt“.

Regisseur Detlev Buck gibt letzte Anweisungen. Quelle: Andreas Schlieter

Nicht schlimm für die Mädchen. Beide würden gerne studieren. Lisa-Marie möchte erst einmal alles auf sich zukommen lassen. Strahl findet Geschichte „ganz interessant“. Sie seien beide noch so jung, da könne man sich ein wenig ausprobieren, sagt sie. Ein wenig kindliche Naivität schwingt in ihrer Stimme mit.

Von Lisa Neumann

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