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00:27 13.12.2015
Theo von Brockhusen: „Holzbrücke in Baumgartenbrück“ aus dem Jahr 1907 Quelle: Museum Havelländische Malerkolonie
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Ferch,

Welch eine Szenerie! Auf der Holzbrücke in Baumgartenbrück flanieren auf Theo von Brockhusens Bild von 1907 allerhand Passanten. Ein Fuhrwerk passiert ebenso diese Überquerung über die Havel bei Geltow. Es ist eine fröhliche Völkerwanderung an einem Herbsttag. Im selben Jahr hatte von Brockhusen (1882 - 1919), ein märkischer van Gogh, dieses Motiv noch einmal verewigt. Beide Werke kann man in der sehenswerten Ausstellung „Gesichter einer Landschaft. Bilder aus der Berliner Secession“ im Museum der Havelländischen Malerkolonie in Ferch (Schwielowsee) betrachten. Der Künstler hatte sie Familie Herrmann geschenkt. Für Kost und Logis. Zwischen 1906 und 1916 wohnte er in ihrem Gasthaus „Baumgartenbrück“. „Im Frühjahr und Sommer hatte er dort immer ein Zimmer gemietet“, erzählt Kunsthistorikerin Jelena Jamaikina, Kuratorin der Schau. „ Wenn’s kalt war, brachte ihm Liselotte Herrmann, die Mutter des heutigen Lokal-Besitzers, einen Schnaps. Die zwei Gemälde sind Leihgaben des 78-jährigen Albrecht Herrmann. Wir haben sie gereinigt und gerahmt.“ Auch Brockhusens „Blick vom Franzensberg“ ist gleich zweimal zu bewundern. Großartige Panoramen, jeweils von 1914, über den Schwielowsee. Einmal in Richtung Werder, einmal gen Petzow und Ferch. Zudem acht Grafiken von ihm.

Karl Hagemeister (1848 – 1933) kam dereinst auch oft ins Herrmannsche Wirtshaus, wo man von ihm so manches Kunstwerk in Zahlung nahm. Der in Werder (Havel) Geborene war 1898 Gründungsmitglied der Berliner Secession, einer künstlerischen Gruppierung, die den deutschen Impressionismus institutionalisiert hat. Kaiser Wilhelm II. – er wurde auf Paraden abgebildet – wäre die Fercher Schau ein Gräuel gewesen. Am 18. Dezember 1901 hielt er seine berühmte Rede über „die wahre Kunst“. Der Impressionismus war für ihn eine „Rinnsteinkunst“, die Kunst armer Leute. Um 1900 versuchte man gegen seinen Geschmack anzumalen.

Jelena Jamaikina erzählt: „Hagemeister zog mit dicker Jacke bei Eis und Schnee los. Das Malzeug auf dem Schlitten.“ Zwischen 1878 und 1892 lebte er in Ferch, begründete dort die Havelländische Malerkolonie mit. Dann zog er nach Wildpark-West ins Eckhaus am Werderschen Damm, um seiner kranken Mutter in Werder näher zu sein. „Er hatte ein Bötchen, damit konnte er schnell zu ihr hinüber.“

Havelländische Malerkolonie

Neben den frühen Malern Karl Hagemeister und Carl Schuch, die die Havelländische Malerkolonie begründeten, ließen sich um 1900 Künstler aller Couleur anfangs in dem Malerdorf Ferch am Schwielowsee (Potsdam-Mittelmark) nieder, allerdings im Gegensatz zu anderen Künstlerkolonien ohne festen Zusammenschluss. Bald lebten und arbeiteten rund um den gesamten Schwielowsee Künstler. Sie reizte die Nähe zu Berlin und Potsdam, und die durch Seen, den Flusslauf der Havel sowie Wälder und Wiesen geprägte märkische Landschaft bot ihnen vielfältige Anregungen und Motive.

Im Rahmen des Themenjahres „Be rliner Secession“ werden im Fercher Museum der Havelländischen Malerkolonie Arbeiten von Malern gezeigt, die dieser 1898 gegründeten Künstlergruppe angehörten, lange Jahre vom Wannsee bis hin zum Schwielowsee wohnten und künstlerisch tätig waren. Unter dem Titel „Sechs Mal Secession“ beteiligen sich mit Ausstellungen in Berlin ebenso das Bröhan-Museum, das Käthe-Kollwitz-Museum, die Liebermann-Villa am Wannsee, die Guthmann-Akademie – Forum für Berliner Kunst- und Kulturgeschichte, sowie Galerie Mutter Fourage.

Ausstellung „Gesichter einer Landschaft. Bilder aus der Berliner Secession“, bis 23. April 2016, Museum der Havelländischen Malerkolonie, Beelitzer Straße 1, 14548 Schwielowsee, Ortsteil Ferch, geöffnet Sa/So 11 bis 17 Uhr, 033209/21025.

Fünf Werke sind von ihm ausgestellt. Darunter „Winter am Schwielowsee“ (um 1905). Kurz vor der Abstraktion. Man nimmt eigentlich nur Linien und Strukturen wahr. „Damals kam die Vorstellung auf, dass wir es in der Natur mit einem gekrümmten Raum zu tun haben. Hagemeister hat nie Einstein gelesen. Doch hat er durch sein Leben in der Natur gesehen, was wir auf diesem Bild sehen: Der Horizont hebt und senkt sich nicht.“

Auch vor seinem „Tauwetter“ (1904) kann man lange verweilen. Bemooste Stämme in sattem Grün. „Und diese restlichen roten Beeren an den kahlen Zweigen, die sich übers Wasser neigen. Das ist unser Torfgraben Richtung Caputh.“ Faszinierend ist die Diesigkeit, in der alles verschwindet. Wie er das Grau in Grau verewigte. Jelena Jamaikina sagt: „Eigentlich ist es eine völlig triste Witterung. Doch das Bild ist nicht trist, sondern poetisch. “

Im zweiten Raum des kleinen ehrenamtlich betriebenen Museums hängen Werke von fast in Vergessenheit geratenen Künstlern. Wie der 1864 geborenen Julie Wolfthorn. Ihr Bild „Der Seerosenteich“ (o. D.) oder „Werft bei Potsdam“ mit einem Dampfschiff drauf, werden gezeigt. Sie war öfter bei ihrer Cousine in Ferch, die da Ärztin war, und wurde 1942 in Theresienstadt umgebracht. Im selben Jahr deportierte man auch Emil Pottner dorthin, von da aus in die Nähe von Minsk, wo sich seine Spur verlor. Von ihm stammt „Im Hafen“ (1904) in Blau-, Rosa- und Lilatönen. Vorn ein Staketenzaun, dahinter ein Segelboot. Von nah sieht man bloß gespachtelte Masse. Erst von Weitem wird das impressionistische Bild lebendig.

Franz Heckendorf (1888 – 1962), der sich ab 1909 an den Ausstellungen der Berliner Secession beteiligte, wohnte ab 1919 im Haus seiner Eltern auf dem Franzensberg. Weil er jüdischen Freunden half, steckte man ihn ins KZ Mauthausen. Er war überzeugter Vertreter des Expressionismus. Seine „Sommer-Seelandschaft“ (1929) ist in kräftigen Farben erschaffen. Vom Geltower Grundstück aus mit Blumenrabatten hielt er den Blick aufs Wasser fest.

Wunderbar sind ebenso die Radierungen, Lithographien und Zeichnungen. So Philipp Francks (1860 – 1944) „Schwäne im Schilf“ von 1902 oder Max Liebermanns ( 1847 – 1935) „Ritt durch den Tiergarten“. In der Fercher Schau liegt der Schwerpunkt auf märkischen Landschaften von Malern, die viele Jahre vom Wannsee bis hin zum Schwielowsee lebten und arbeiteten.

Von Angelika Stürmer

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