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Mahlower Grundschüler drehen einen Kurzfilm

Kinderrechte-Filmfestival Mahlower Grundschüler drehen einen Kurzfilm

Film ab für das Kinderrechte-Filmfestival! Die kurzen Werke junger Regietalente im Alter von neun bis zwölf Jahren entstanden in den letzten Monaten während mehrtägiger Workshops an Brandenburger Schulen. Auch die Tschäpe-Grundschule in Mahlow hat sich beteiligt. Am 28. und 29. Januar sind die Werke im Potsdamer Thalia-Kino zu sehen.

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Schüler der Klasse 5b der Herbert-Tschäpe-Grundschule überprüfen die Einstellung der Kamera. Filmcoach Jonathan Schwab hilft.

Quelle: Fotos: INA VOLMER

Mahlow. „Los, zieht die Jacken aus!“, ruft Philipp seinen Mitschülern zu. „Und Action!“ Die beiden Hauptdarsteller bibbern vor Kälte, als sie nur mit zerrissenen Hosen und kurzem T-Shirt bekleidet über die Straße laufen und ihnen eine Filmkamera dabei folgt. Aber so steht es nun einmal im Drehbuch, das sich die Klasse 5b der Herbert-Tschäpe-Grundschule in Mahlow ausgedacht hat. Und der elfjährige Philipp weiß genau, wie er die Szene haben möchte. Eine moderne Variante von dem Märchen „Hänsel und Gretel“ wollen die Schüler erzählen und damit beim Kinderrechte-Filmfestival in Potsdam groß rauskommen.

Zum zweiten Mal beteiligen sich 16 Grundschulklassen mit rund 400 Schülern aus Brandenburg mit Kurzfilmen an dem Festival, das der Landesverband Kinder- und Jugendfilm Berlin (KiJuFi) organisiert. Dafür gehen Coaches in die Schulen und führen Kinder in die Welt des Films ein, schließlich soll alles so sein, wie auf einem richtigen Filmset. Zwei Stunden hat Jonathan Schwab den 22 Schülern der 5b das Wichtigste über Regie, Aufnahmeleitung, Ton, Kamera und Requisite erklärt. Er zeigte, worauf die jungen Filmemacher bei den Kameraeinstellungen achten sollten, welche Perspektiven und Besonderheiten es gibt. Dann wurden die Aufgaben verteilt. „Jeder hat seine Wunschrolle ergattert“, so Schwab, der in London Film studiert hat. Den ersten Drehbuchentwurf haben die Kinder zuvor mit ihrer Klassenlehrerin erarbeitet. „Der Film erzählt von zwei Kindern, die von zu Hause weglaufen. Doch das Leben auf der Straße ist ihnen zu gefährlich, sie wenden sich an die Polizei. Das Jugendamt organisiert schließlich eine Aussprache mit den Eltern“, so Melanie Baumgartner-Zierach, die Deutsch und Politische Bildung unterrichtet. Die Kinder seien mit Leidenschaft bei der Sache gewesen, hätten sich um Requisiten und Kostüme gekümmert und auch die Drehorte ausgesucht.

Kinderrechte-Filmfestival in Potsdam

„Kinder auf der Flucht” heißt das Motto des diesjährigen Kinderrechte-Filmfestivals. Kooperationspartner sind Unicef, das Kinder- und Jugendbüro Potsdam sowie Kompaxx e.V.

Zu sehen sind die Filme am 28. und 29. Januar von 10 bis 13 Uhr im Potsdamer Thalia-Kino. Info: 0331/74 370 70

Eine Kinder- und Erwachsenenjury – darunter Familienministerin Diana Golze (Linke) und Beate Rabe vom Potsdamer Filmmuseum – entscheiden über die besten Filme. Über die Preise wird noch nichts verraten.

Einen Tag nach dem Festival sind alle Filme im Netz auf Youtube zu sehen. Dort haben die Zuschauer die Gelegenheit, einen Monat lang für ihren Lieblingsfilm abzustimmen.

Doch vor dem Dreh standen vier Stunden Theorie zum Thema Kinderrechte auf dem Stundenplan. In einem Workshop mit einem Sozialpädagogen und zwei Gymnasiastinnen machten sich die Schüler Gedanken über ihre Rechte und Bedürfnisse. Was braucht ein Kind, um glücklich zu sein? Wie ist es möglich, dass in Deutschland 7000 Kinder auf der Straße leben?

Aber Theorie ist an diesem Drehtag nicht so wichtig, die Kinder wollen die nächste Szene vorbereiten. Und die spielt zum Glück nicht draußen in der Kälte, sondern im Jugendamt. Dafür hat sogar die Schulleiterin Vanessa Frank ihr Büro geräumt. Zehn Mal muss die Szene wiederholt werden, ehe sie im Kasten ist. Die Kinder stöhnen. Dass Film soviel Geduld und Ausdauer erfordert, hätten sie nicht gedacht. Traumberuf Film? Eher nicht. Regisseur Philipp jedenfalls möchte lieber Lehrer werden.

Von Claudia Palma

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