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Kultur Malerische Gegensätze
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20:50 05.08.2016
Kerstin Heymann, Galerist Rainer Sperl und Ulrike Hogrebe vor einigen Bildern Hogrebes in der Sperl Galerie in Potsdam. Quelle: Friedrich Bungert
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Potsdam

Grau, trostlos und mit abblätternder Farbe steht das Gebäude der alten Fachhochschule neben der Nikolaikirche und dem Stadtschloss in Potsdams Mitte. Die Galerie Sperl dagegen, im Erdgeschoss des Gebäudes, erstrahlt zur Zeit in den prächtigsten Farben. Derzeit stellen Ursula und Rainer Sperl die Werke von Kerstin Heymann und Ulrike Hogrebe aus. Unter dem Titel „Stadtblüte und Landliebe“ können Kunstliebhaber außergewöhnliche Pflanzenbilder sowie teilweise rätselhaft arrangierte Naturmotive der beiden Künstlerinnen sehen.

Prächtige Blütenbilder

Kerstin Heymanns „Do Investigate“ Quelle: Galeri Sper

Blumenbilder gehören ins Repertoire jedes kleinen Mädchens, das seiner Mutter ein Bild malen möchte. Ein Stängel, zwei Blätter, ein kleiner Blütenkopf – äußerst simpel. Heymann hat diese Form der Malerei auf die höchste Stufe gehoben. In ihren Pflanzenbildern mischt sie akkurat gezeichnete Formen von Blättern, Blumen und Zweigen mit verwässerten Andeutungen anderer Blüten. Zunächst wirken die Malereien wie Blütenmeere mit einer unendlichen Farbvielfalt. Erst auf den zweiten Blick und ein Schritt entfernt, werden in den großformatigen Gemälden die hintergründigen, verschwommenen Elemente sichtbar. Je länger das Bild den Blick auf sich zieht, desto mehr kleine Elemente treten hervor. Schon kommt der Betrachter dem Leinwand wieder ein Schritt näher, um alles genau zu erkennen. Irgendwann, so scheint es, sind die Blumen gewachsen und nebenan lockt schon das nächste nächsten farbenfrohe Arrangement.

Strukturreiche Komposition

Ulrike Hogrebes „Bootsfahrt bei Nacht“ Quelle: Galerie Sperl

Ebenso farbenfroh, aber deutlich kontrastreicher sind die reduzierten Kompositionen von Ulrike Hogrebe. Ihre Darstellungen der Welt scheinen keinen Regeln zu folgen. Der Schwerkraft trotzend steht ein Bauwagen auf grünem Grund, davor stehen schemenhaft zwei einsame Tiere, Rehe oder Hunde. Sie wenden sich von einem Schriftzug ab, der in die entgegengesetzte Richtung weist. Exit, steht dort geschrieben, Ausgang. Aber ein Ausgang wohin? Ein Geheimnis stellen auch kleine orangene Kreise in einem anderen Bild dar – hingequetscht in einer unteren Bildecke einer fast schwarzen Zeichnung. Im Wesentlichen zeigt das Bild, „Gesicht“ betitelt, die dreieckige Kontur eines Kopfes. Daneben ein weiterer kleiner Farbakzent, der den Kopf eines Tieres versinnbildlichen könnte. Hogrebes Bilder lassen viel Raum für Interpretation und spielen mit der persönlichen Fantasie und den Assoziationen der Betrachter.

Die Ausstellungsstücke beider Künstlerinnen könnten nicht unterschiedlicher sein. Heymann öffnet mit ihren Bildern von Blumenwiesen, verschlungenen Ranken und farbenfrohen Kompositionen für den Beobachter ein Fenster, das ihn ins Paradies schauen lässt. Mit ihren sanften, schmeichelnden Farben wirken die Bilder wie Boten des Sommers, die Leichtigkeit und Gelassenheit übermitteln. Bilder voller Lebensfreude und Freiheit.

Ganz anders die Werke von Hogrebe. Nur Silhouetten zieht sie für ihre Werke heran, die für den Betrachter viele Geschichten ermöglichen. Die minimalistischen, fast oft geometrisch strukturierten Bilder verbinden doppeldeutige Komponenten, unterschiedliche Farbebenen und fein skizzierte Gegenstände des alltäglichen Lebens. Hogrebe lässt die Bilder durch Linien und große Flächen eine eigene Sprache sprechen. Die Doppelausstellung von Kerstin Heymann und Ulrike Hogrebe zeigt die so unterschiedlichen Handschriften beider Frauen zum ersten Mal in einem Raum. Trotz der unterschiedlichen Motive und Darstellungen harmonieren die Bilder beider Künstlerinnen. Hogrebes Bilder wirken wie eine Ruhepol zu Heymanns verspielten Blumenbouquets.

Von Lisa Neumann

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