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Kultur Manfred Krug ist mit 79 Jahren gestorben
Nachrichten Kultur Manfred Krug ist mit 79 Jahren gestorben
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18:14 27.10.2016
Manfred Krug während Dreharbeiten zur ARD-Serie „Liebling Kreuzberg“ in der Rolle des Anwalts Robert Liebling. Quelle: dpa
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Potsdam

Der deutsche Schauspieler Manfred Krug ist tot. Er starb bereits am vergangenen Freitag im Alter von 79 Jahren in Berlin, wie sein Management am Donnerstag bestätigte. Er seit „friedlich im Kreise seiner Familie zuhause eingeschlafen“. Wie die „Bild“-Zeitung meldete, wurde Krug bereits im engsten Familienkreis beerdigt.

Krugs Künstleragentur in Leisnig (Sachsen) wurde von der Nachricht überrascht. „Wir sind schockiert. Wir sind mitten in den Planungen für seine neue Tournee im kommenden Jahr. Es sollte demnächst Fernsehaufnahmen geben. Außerdem ist seine neue Platte ja auch schon fertig. Die sollte bis zu seinem Geburtstag im Februar erscheinen“, sagte ein Agentur-Sprecher der „Leipziger Volkszeitung“.

Sein Vater nahm ihn mit in die DDR

Zuletzt war es still geworden um den in Ost wie West erfolgreichen Schauspieler. Krug lebte in Berlin. Er war verheiratet und hatte mit seiner Frau drei gemeinsame Kinder. Im Jahr 2002 bekannte er sich zudem zu einer unehelichen Tochter, die 1998 geboren wurde. Im April 2013 erhielt der Künstler das Bundesverdienstkreuz.

Der Schauspieler, Autor und Musiker wurde 1937 in Duisburg geboren. Die Eltern ließen sich nach dem Zweiten Weltkrieg scheiden, sein Vater zog 1949 in die DDR und nahm den Sohn mit. In Brandenburg an der Havel machte Krug zunächst eine Lehre zum Stahlschmelzer, bevor er Schauspieler wurde. Im Brandenburger Stahlwerk brannte ihm ein Spritzer flüssigen Stahls die markante Narbe in die Stirn.

„Spur der Steine“ machte ihn ihm Osten berühmt

Seine bekannteste Filmrolle war 1965 die des Zimmermanns Hannes Balla in „Spur der Steine“, der mit der Partei und der Bürokratie in Konflikt gerät. Der Film von Frank Beyer wurde später verboten (einen Bericht des rbb mit Szenen aus dem Film finden Sie hier).

Nachdem Krug einen Protest zahlreicher DDR-Künstler gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann unterzeichnet hatte, erhielt er 1976 ein Teilberufsverbot. Ein Jahr später stellte Krug einen Ausreiseantrag, der genehmigt wurde. Am 20. Juni 1977 verließ er Ost-Berlin.

In West-Deutschland wurde er unter anderem durch die TV-Serien „Liebling Kreuzberg“ und „Auf Achse“ sowie durch seine Rolle in der Krimi-Reihe „Tatort“ bekannt. Zwischen 1984 und 2001 stand Krug als Paul Stoever 41 Mal vor der „Tatort“-Kamera. Die Folge „Stoevers Fall“ gehört bis heute zu Tatort-Filmen mit der höchsten Einschaltquote: 15,86 Millionen Zuschauer hatte die Ausstrahlung im Juli 1992 gesehen.

1997 erlebte der Mann mit dem robusten Naturell eine schwere gesundheitliche Krise: Er erlitt in seiner Berliner Wohnung einen Schlaganfall. Der leidenschaftliche Zigarettenraucher sprach später von einer Zäsur in seinem Leben: „Das war ein Schuss vor den Bug.“


Noch im Frühjahr 2016 trat der Schauspieler in Potsdam auf und begeisterte die Zuschauer im Nikolaisaal.

Brandenburgs Ministerpräsident würdigt den Künstler

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat unterdessen den gestorbenen Schauspieler Manfred Krug als „einen der herausragenden und beliebtesten Künstler Deutschlands“ gewürdigt. „Mit seinen einprägsamen Rollen in „Spur der Steine“, „Tatort“ oder „Liebling Kreuzberg“ hat er in Ost und West gleichermaßen Erfolge gefeiert – und dazu beigetragen, dass Ost und West besser zueinander fanden“, sagte Woidke am Donnerstag in Potsdam. „Zudem gebührt Krug bis heute Respekt und Anerkennung für seine klare Haltung zur damaligen Ausbürgerung Wolf Biermanns, in dessen Folge er wie viele andere Künstler die DDR verließ.“

Bundespräsident Joachim Gauck kondolierte Krugs Frau Ottilie und schrieb, er erinnere sich an „einen der glaubwürdigsten und populärsten Schauspieler unserer Zeit“. In vielen Rollen im Fernsehen, im Kino und auf der Bühne habe er in wundervoller Art Schwächen und Stärken der Menschen vor Augen geführt. Krug werde als ein großartiger Schauspieler und als ein ganz besonderer Mensch in Erinnerung bleiben.

Ein beliebter „Typ mit Ecken und Kanten“

NDR-Intendant Lutz Marmor nannte den Berliner einen großen Schauspieler und einen „Typ mit Ecken und Kanten“. Sein Publikum habe ihn geliebt, sein Name stehe für Meilensteine der deutschen Film- und Fernsehgeschichte in Ost und West.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erinnerte an die „Paula“-Preisverleihung vom Februar dieses Jahres. Er fügte hinzu: „Wir verdanken diesem großartigen Schauspieler viele unterhaltsame und anregende Stunden. In jeder Rolle war Krug unverkennbar, er war ein Typ, den man nicht vergessen konnte.“ Seine große Leistung liege darin, dass er erst in Ost, dann in West und schließlich in ganz Deutschland ein Star geworden sei.

Von MAZonline

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