Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Manfred Krug swingt die Zweifel weg
Nachrichten Kultur Manfred Krug swingt die Zweifel weg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:52 24.04.2016
Manfred Krug und Uschi Brüning Quelle: FOTO: Bernd Gartenschläger
Anzeige
Potsdam

Die größten Charismatiker bleiben auch anwesend, wenn sie kurz verschwinden. Manfred Krug kann es sich am Samstagabend im Potsdamer Nikolaisaal erlauben, die Bühne schon nach dem zweiten Stück zu verlassen. Der 79-Jährige stakst davon, er gewährt der Band und Ausnahmesängerin Uschi Brüning für eine Handvoll Songs den Vortritt.

Dann kehrt er zurück und erzählt von seinen körperlichen Malaisen. Schonungslos über sich selbst, ziemlich witzig für alle anderen – so berichtet er von seinen Altersflecken und, wie die Ärztin seine Haut behandelt. „Deshalb sehe ich aus, als hätte ich einen Piep“, sagt er und Brüning erwidert: „Ich habe gedacht, du warst wieder im Stahlwerk.“ Schließlich brannte einst ein Spritzer flüssigen Stahls dem damaligen Lehrling im Brandenburger Stahl- und Walzwerk eine Narbe auf die Stirn.

Geschichten über dusselige DDR-Zollbeamte

Krug liebt es, mit den eigenen Unzulänglichkeiten zu spielen. Beim ebenfalls ausverkauften Auftritt vor einem Jahr schob er einen Rollator über die Bühne. Nach seinem frühen Abgang wachsen auch dieses Mal die Zweifel, ob er dem Stress noch gewachsen ist. Doch alle Gebrechen sind vergessen, wenn Krug singt. Er zelebriert mit Samtstimme alte Swing-Nummern. Dann liest er herrlich frotzelnd eine Geschichte über dusselige Zollbeamten in der DDR vor, die erkennen müssen, dass es sich bei dem vermeintlich brisanten Inhalt eines Koffers um Stuhlproben fürs Krankenhaus handelt. Der ewige Charmeur changiert zwischen Geschichten und Gesang und, wenn er weder plaudern noch singen mag, überlässt er Brünings virtuosem Gesang den Raum.

„Quando, Quando, Quando“ kommt schwelgerisch daher

Die beiden widmen sich den Evergreens ihres Albums „Auserwählt“. Es ist nach 40 gemeinsamen Bühnenjahren die erste zusammen aufgenommene Platte. Legendäre Liebeslieder singen Krug und Brüning so schummrig schön, dass es auch beim hundertsten Hören nicht öde wird. „Quando, Quando, Quando“ kommt schwelgerisch und entschleunigt daher. Der Song beduselt einen und man meint, der Kaffee von eben sei ein Rotwein gewesen. Bandleader Andreas Bicking verstärkt mit seinen Saxofon-Soli das Bartresen-Gefühl.

Krug spielt auch eigene Songs, etwa „Wenn ich dich seh“. Der Text hebelt die Konventionen normaler Liebeslieder aus und bricht den Schwur ewiger Treue. Krug singt: „Das wird ganz schlimm für mich, wenn du mich mal verlierst.“ Als er über den Songtext redet, wirkt der alte Mann mit Hemd und Krawatte wie ein Lausbube, der genüsslich den letzten Streich beschreibt. „Man merkt gar nicht, dass das eine Unverschämtheit ist“, sagt er. Diese Mischung aus Griesgram und Gentleman zeichnet Krug aus. Einer, der charmant ist ohne zu schleimen und selbst entscheidet, wann Schluss ist – und dann entweder das Land, das Fernsehbusiness oder die Bühne verlässt.

Manfred Krug hat sich die Spielfreude erhalten

In Potsdam lässt er sich damit Zeit. Mehr als zweieinhalb Stunden dauert das Konzert. Brünings mal mit tiefer Gospelstimme, mal zart und unverbraucht wie ein verliebter Teenager gesungenen Interpretationen von „Black Coffee“ und „Son of a Preacher Man“ geraten zum musikalischen Höhepunkt. Krug muss seine Nase schon sehr nah an den Notenständer rücken, damit er keinen Einsatz verpasst. Seine Stimme aber bleibt unvergleichlich geschmeidig, die Spielfreude, auch mal bewusst unrhythmisch zu singen und Wörter zu improvisieren, hat er sich erhalten. Beim Duett „Auserwählt“ kommt alles zusammen. Von einer Liebesnacht im Mai und der versäumten Zeit ist die Rede. Krug, seit 1963 mit seiner Frau Ottilie verheiratet, beschreibt den rührenden Song gewohnt süffisant: „Ich schreibe immer nur Liebeslieder, obwohl ich mit der Sache gar nichts mehr zu tun habe.“ Die Zuschauer danken ihn dafür, sie jubeln laut und applaudieren im Stehen.

Von Maurice Wojach

Katrin Bauerfeind (33) hat vor fast allem Angst. Das gestand sie in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Hessischen Rundfunks (Radiowelle hr1). Ihrer Meinung nach werden Mädchen ängstlicher erzogen als Jungs.

24.04.2016

Eine Art Liebesbrief der späteren Königin Elizabeth II. ist für 14 400 Pfund (18 480 Euro) versteigert worden. Der handgeschriebene Brief aus dem Jahr 1947 ging bei einer Online- und Telefonauktion der Chippenham Auction Rooms an einen privaten Sammler, wie die britische Presseagentur PA berichtete.

24.04.2016

Woran ist Prince gestorben? Wo wird er begraben? Was passiert mit seinem Erbe? Nach dem frühen Tod des Popstars gibt es viele Fragen, aber auch einige Fakten über seine letzten Tage.

24.04.2016
Anzeige