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Maschmeyer: Das benötigt eine erfolgreiche Firma

Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ Maschmeyer: Das benötigt eine erfolgreiche Firma

Heute beginnt bei Vox die neue Staffel der Show „Die Höhle der Löwen“. Gründer versuchen darin, Investoren für ihre Geschäftsidee zu gewinnen. Einer der möglichen Investoren ist Carsten Maschmeyer. Wir haben vor der Show mit dem umstrittenen Geschäftsmann und Ehemann von Veronica Ferres gesprochen.

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Carsten Maschmeyer

Quelle: Vox

Potsdam. Er ist einer der reichten Deutschen und führte lange den umstrittenen Wirtschaftsdienst AWD, die sich unter anderem auf die Vermittlung von Versicherungen spezialisiert hatten. Ab heute ist Maschmeyer in der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ zu sehen. Er tritt dort als Investor auf und will junge Gründer bei ihren Geschäftsideen unterstützen.

Vor der Show hat die MAZ mit Maschmeyer über seine Rolle in der Show, Mentoren und die Raubtierseiten eines Investors gesprochen.

Sie steigen als neuer Investor bei der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ ein. Im Vorfeld wurde diskutiert, ob Sie als „umstrittener Unternehmer“ ein Vorbild für die neue Start-up-Generation sein können. Wie kommentieren Sie das?

Carsten Maschmeyer: Natürlich bin ich eine ideale Projektionsfläche für einige Kapitalismusgegner. Unumstritten hingegen ist, dass Gründer Kapital und unternehmerische Unterstützung brauchen, deswegen passt das Konzept ideal zu mir. Die Gründer, in deren Firmen ich bereits investiert habe, schätzen besonders, dass ich ihnen beim schnelleren Wachstum und mit meinen Kontakten sehr helfen konnte.

Zur Person

Carsten Maschmeyer ist einer der reichsten Deutschen. Seit den Siebzigerjahren arbeitete er als Finanzberater, zehn Jahre später kaufte er den Allgemeinen Wirtschaftsdienst AWD.

Kritiker sprachen von unsauberen Geschäftspraktiken, einige Kunden fühlten sich schlecht beraten und gingen vor Gericht, jedoch ohne Erfolg. Seine AWD-Anteile verkaufte Maschmeyer 2008, kurz bevor die Pleite von Lehman Brothers die Finanzwelt erschütterte. Maschmeyer ist mit der Schauspielerin Veronika Ferres verheiratet. Die neue Staffel der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ beginnt am 23. August um 20.15 Uhr. Darin versuchen Gründer Investoren zu gewinnen.

Das Bild von der „Höhle der Löwen“ suggeriert, dass jemand von einem Raubtier zerfleischt wird. Ist das ein Rollenbild, mit dem Sie sich identifizieren können?

Maschmeyer: Bei der Sendung handelt es sich um freundliche Löwen, die zusammen mit den Gründern Ideen auf den Markt bringen wollen – oft Innovationen, die für die Menschen vieles bequemer, schneller, günstiger machen. Apropos Rollenbild: Teilweise sind die Gründer plötzlich in der Rolle der Löwen, und wir müssen um sie werben, nämlich immer dann, wenn mehrere Investoren sich am gleichen Start-up beteiligen wollen.

Hat man im Raubtierkapitalismus nur eine Chance, wenn man seine Zähne zeigen kann?

Maschmeyer: Natürlich ist das Einsammeln von Investorengeld kein Kuschelkurs. Jeder Vorstand eines börsennotierten Unternehmens kennt das aus Gesprächen mit Analysten, mit Investoren und Banken, dass man da auch ein bisschen gegrillt wird. Aber nach meiner Erfahrung sind für einen erfolgreichen Firmenaufbau die wichtigsten Faktoren Empathie, Sensibilität, Harmonie und Teamgeist – und nicht Ellbogen rausholen und Zähne zeigen.

Jetzt sagen Sie nicht, Sie hätten in Ihrem Beruf noch nie die Krallen ausfahren müssen ...

Maschmeyer: Mit ausgefahrenen Krallen kann man sicherlich nicht viele und gute Mitarbeiter für seine Firma begeistern. Dazu muss man genau das Gegenteil, nämlich Freundlichkeit, Ehrlichkeit und menschliche Wärme verkörpern. Ich versuche Menschen so zu behandeln, wie ich selbst gerne behandelt werden möchte. Und wenn wir schon bei den tierischen Vergleichen sind: Ich hätte mir manchmal ein dickeres Fell gewünscht, zum Beispiel bei unangenehmen Personalgesprächen. Es war für mich immer besonders schwierig, wenn Menschen nicht das Vertrauen erfüllen konnten, das ich in sie gesetzt hatte, und ich mich leider von ihnen trennen musste.

In der Show geht es darum, über die Verbindungen mit mächtigen Menschen selbst zum Erfolg zu kommen. Wie ziehen Sie für sich die Grenze zwischen Networking und Klüngelei?

Maschmeyer: In der„Höhle der Löwen“ geht es nicht um Macht, sondern darum, auch Mitkontrahenten zu helfen. Networking ist für mich keine Klüngelei, es geht vielmehr darum, sich mit anderen Menschen zu vernetzen, um sich auszutauschen. Vertrauensvolle Beziehungen entstehen aus einer Summe von positiven Erfahrungen, vor allem, wenn man sich auf einen Menschen verlassen kann und das Gesagte auch immer getan und gelebt wurde. Auf einer solchen positiven Basis kann man dann auch mal um Hilfe bitten.

Hatten Sie als Berufsanfänger selbst einen Löwen an Ihrer Seite?

Maschmeyer: Nein, aber ich hätte mir einen Mentor sehr gewünscht, um auf dessen Erfahrungen zurückzugreifen. Dann hätte ich nicht jeden Fehler selbst machen müssen. Doch vor 35 Jahren, als ich meinen Weg als Unternehmer begann, war das eine andere Welt. Kapitalgeber standen nicht zur Verfügung. Das Schöne an der Vox-Sendung ist, dass die Gründer in einem Löwen sowohl einen Investoren als auch gleichzeitig einen erfolgreichen Unternehmer als Mentor bekommen.

Für welche Art von Start-up interessieren Sie sich?

Maschmeyer: „Die Höhle der Löwen“ ist für mich wie Zukunftskunde. Im Moment glauben viele aus der Venture-Szene an das sogenannte Internet der Dinge. Aber wir alle werden sicherlich auf einem ganz anderen Gebiet mit einer bahnbrechenden Veränderung überrascht.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Maschmeyer: Bluefixx, eins der in der Sendung vorgestellten Start-Ups. Der Gründer hat einen Reparaturstift mit LED-Licht entwickelt. Jedem zerbricht mal etwas, jetzt kann man das so einfach wie nie kleben, füllen und modellieren.

Der Löwe ist der König der Tiere, Sie hingegen hatten lange mit dem Ruf als „Drückerkönig“ zu kämpfen. Nehmen Sie an der Show teil, um Ihr Image aufzupolieren?

Maschmeyer: Nein. Auch wenn ich nach meiner Erfindung der unabhängigen Finanzberatung die Versicherungsbeiträge von sehr vielen Verbrauchern gedrückt habe, werde ich sicherlich nicht die Einschaltquote drücken. Denn es sieht so aus, dass sehr viele Menschen mich jetzt auch mal als Investor erleben wollen und sehen möchten, wie ich wirklich bin. Entscheidend ist nämlich, wie man sich einbringt, welche Entscheidungen man als Investor trifft und wie respektvoll man mit den Teilnehmern umgeht.

Von Nina May

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