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Kultur Matthew macht, was er will
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14:05 03.11.2017
Ein Tausendsassa: Matthew Logan Vasquez. Quelle: Promo
Potsdam

Er ist ein Hans-Dampf in allen Gassen – Matthew Logan Vasquez. Die meisten werden ihn noch von Delta Spirit kennen. Dass sich der Sänger und Gitarrist mit seiner zweiten Solo-Platte keineswegs verstecken muss, versteht sich von allein. Mit seiner vormaligen Band ist Vasquez ziemlich herumgekommen. Die Truppe hatte sich mit ihrem rauhbeinigem, herzhaften Americana-Sound trotz seltener Auftritte in Kontinentaleuropa einen exzellenten Ruf erspielt.

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Das hat er schon mal geschafft: Jason Isbell spielte im Heiligtum der Country Music. Im Ryman Auditorium. Viel mehr geht nicht. Und diesen Schrein erhellte er auch mit den Songs seines jüngsten Albums „The Nashville Sound“. Naheliegender Titel, oder? Doch Isbell, einst Teil der Drive-By Truckers, nimmt kein Blatt vor den Mund: Wenn er daran erinnert, dass der weiße Mann über die Knochen des roten spaziert. Isbell möchte nicht zu jenen gezählt werden, die schwarze Sklaven traktierten oder im Drogenrausch eines gewissen weißen Pulvers verglühen. Einzig seine keien Tochter hält die Hoffnung auf bessere Zeiten in ihm wach. Isebell und seine Einheit rocken und rauen den Country auf – wie schon der große Steve Earle. Sie haben Gespür für die akustischen Songs, in die so manche Spur traditioneller Stile eingewoben sind. Einfach großartig. Isbell und Band treten am Mittwoch, dem 8. November, um 20 Uhr im Columbia-Theater auf.

Jason Isbell and The 400 Unit: The Nashville Sound. Southeastern/Thirty Tigers/Alive.

Mehr New York bekommt ihr nicht: Dafür steht Garland Jeffreys. Und nicht erst seit seinem Hit „Matador“ von 1980. Der muntere 74-Jährige hat gerade ein Schaffenshoch. Geboren im Stadtteil Brooklyn, hat Jeffrey nie seinen Mantel in den Wind gehängt. Vielmehr ist er der Typ, der Broadways und Hinterhöfe kennt. Und die Hoffnungen und Enttäuschungen im Big Apple. Aufmerksam hat er sich umgeschaut. Daher fließt in seinen Liedern vieles zusammen: Da findet sich Blues aus den Südstaaten neben Reggae, Rock und Soul. Jeffreys verschmilzt alles mit enormer Leichtigkeit. Denn er ist deiner dieser Musikanten, die für New York stehen, den Schmelztiegel der Kulturen. Jeffreys gastiert am Montag, dem 6. November, um 22 Uhr im Quasimodo.

Garland Jeffreys: 14 Steps To Harlem. Luna Park Records/Rough Trade.

Auf seinem Album „Does What He Wants“ kann, darf und will Vasquez alles sein. Den Flirt mit einem Disco-Stampfer leistet er sich genauso wie den leicht verhangenen Indie-Song samt Frauenchor und pluckernden Keyboards. So nimmt Matthew Logan Vasquez den Albumtitel ernst: Er tut halt, was er will. Dann aber packt die Gitarre aus und Glam-Rock gleich mit. Danach zupft er freundlich zur Streichergruppe. Da kommt der Folkie durch. Matthew hat zudem eine zwingende wie strapazierfähige Singstimme, mit der er sämtliche „Rollen“, in die er auf seiner Platte schlüpft, problemlos und mit Verve meistert. Feiner Typ.

Ellen Sundberg war im legendären Woodstock. Quelle: Promo

Normalerweise schrillen gleich die Alarmglocken, wenn man folgendes hört: Junge Künstlerin reist nach Woodstock, um ihr Album einzuspielen. Der Geist des Ortes raunt dann von Bob Dylan und The Band, die stets viel mehr war als die famose Begleitband des Poeten. Die 23-Jährige Ellen Sundberg hatte sogar das Glück, den Tastenmann Garth Hudson zu treffen. Er spielte auf „Cigarette Secrets“ gleich mit. Doch die Fortüne der Sängerin aus Schweden, die sich einem facettenreichen Folk-Pop verschrieben hat, wuchs in New York noch weiter. Denn Richard Lloyd von Television griff zur Gitarre für ihre Version der Rock-Klassikers „Marquee Moon“. Diese junge Dame verdient Respekt.

Die Konzerte: Matthew Logan Vasquez spielt am Sonntag, dem 5. November, um 20 Uhr im Lidolino in Berlin-Kreuzberg. Ellen Sundberg am tritt Montag, dem 6. November, um 19 Uhr im Privatclub in Kreuzberg auf – mit Jade Jackson, einem neuen Stern der Country Music.

Von Ralf Thürsam

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Die Autorin Manja Präkels liest an diesem Samstag in ihrer Heimatstadt Zehdenick (Oberhavel) aus dem Debütroman „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“. Sie erzählt von den Auseinandersetzungen der Nazis mit liberalen, linken Jugendlichen in den Wendejahren. Ein starkes Buch, sprachlich klar, das auch vom Mord an einem Bekannten berichtet.

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