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Nachrichten Kultur ZDF dreht Unterleuten in Brandenburg
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00:18 11.07.2018
Thomas Thieme spielt den Großbauern Rudolf Gombrowski), Miriam Stein übernimmt die Rolle der geschäftstüchtigen Linda Franzen. Quelle: Foto: ZDF/Stefan Erhard
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Potsdam

Aus der Sicht eines bayerischen Geschäftsmanns, dem jede Fahrt weg aus dem Freistaat ein Graus ist, kann das nördliche Brandenburg furchtbar öde wirken. An einer Stelle ihres Romans „Unterleuten“ beschreibt Juli Zeh die Fahrt eines Investors aus Ingolstadt in die Prignitz. Er beobachtet, „wie die Landschaft sich selbst abschaffte. Wälder zogen sich zurück, Hügel ebneten sich ein, Flüsse versandeten, Farben bleichten aus. Er hasste Preußen.“

Ein wenig schmeichelhaftes Urteil, wohl wahr, dafür von der Autorin eindrücklich und in witzigen Bildern beschrieben. Mit ihrer Geschichte vom konfliktreichen Zusammenleben Alteingesessener und Zugezogener in einem brandenburgischen Dorf gelang Juli Zeh eines der bestverkauften Bücher im Jahr 2016. Zwei Jahre später ist mit Spannung zu erwarten, was für Bilder sich die Verantwortlichen einer Verfilmung fürs ZDF einfallen lassen, zu der gerade die Dreharbeiten begonnen haben. Eines ist schon klar: Das Brandenburger Landleben wird wieder im Mittelpunkt stehen.

Stars vor der Kamera

Matti Geschonneck führt Regie bei der als Event-Dreiteiler angekündigten Produktion. Der unter anderem mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Filmemacher kennt Brandenburg bestens. Er ist in Potsdam geboren und drehte unter anderem die erste „Polizeiruf 110“-Folge mit dem legendären Polizeihauptmeister Horst Krause, der danach mehr als 15 Jahre im ganzen Bundesland ermittelte.

Filme und Serien – Made in Brandenburg

Der Gesellschaftsroman „Unterleuten“ von Juli Zeh spielt in dem gleichnamigen brandenburgischen Dorf. Es geht um Zwistigkeiten der verschiedenen Bewohner untereinander, der Zugezogenen und Einheimischen sowie der Wende-Gewinner und Wende-Verlierer. Als eine Investmentfirma einen Windpark bauen will, eskaliert die Situation. Das Buch wurde unter anderem am Hans-Otto-Theater in Potsdam als Theaterstück umgesetzt.

Die aufwändige Produktion des ZDF-Dreiteilers „Unterleuten“ ist eines von zahlreichen aktuellen Filmprojekten. Unter anderem wurden und werden in diesem Jahr folgende Filme in Brandenburg gedreht: „Schwester.Herz“ von Tom Sommerlatte, „Honey in the Head“ von Til Schweiger mit Nick Nolte, „Lolle“ von Franziska Meyer-Price („Männerhort“) und mehrere Serien, darunter die Verschwörungsthriller-Serie „Spides“ von Rainer Matsutani.

Für die Verfilmung von „Unterleuten“ stehen ebenfalls bekannte Gesichter vor der Kamera, um nicht zu sagen: ein Star-Ensemble. Charly Hübner, einer der zurzeit meistgebuchten und meistgelobten deutschen Theater- und Filmschauspieler, spielt an der Seite von Thomas Thieme, Dagmar Manzel, Ulrich Noethen, Bjarne Mädel, Hermann Beyer und vielen anderen. „Wir freuen uns sehr, einige der Besten ihres Fachs vor und hinter der Kamera gewonnen zu haben“, sagt Frank Zervos, Hauptredaktionsleiter Fernsehfilm/Serie beim ZDF. Inhaltlich gehe es in der Verfilmung um die Frage von Wahrheit oder Täuschung, die in dem Mikrokosmos eines Dorfes immer wieder neu gestellt werde.

Noch kein Sendetermin

Klar ist bereits, dass die Dreharbeiten, die in Brandenburg und Berlin stattfinden, im Oktober 2018 abgeschlossen sein sollen, ein Sendetermin steht aber noch nicht fest. Genauso offen ist, um welche Orte es sich handelt. Mit wenigen Ausnahmen. Vor wenigen Tagen wurde in Bredow (Havelland) gedreht – demnächst geht es in Willmersdorf (Barnim) weiter, einem Ortsteil der Stadt Werneuchen. Die rund 300 Bewohner wurden bereits informiert, dass zwischen den 11. und 16. Juli das Filmteam vor Ort sein wird. Die Landstraße, die das Dorf durchzieht, wird für den Durchgangsverkehr gesperrt. Kristin Niesel, die Ortsvorsteherin von Willmersdorf, freut sich auf den Trubel – und darauf, einige Nachbarn auch im Film wiederzuentdecken. Es habe ein Casting gegeben. „Soweit ich weiß, sind unter den ausgewählten Komparsen einige Willmersdorfer Bürger, was alles noch spannender macht, wenn der Film dann ausgestrahlt wird.“ Bleibt die Frage: Warum ausgerechnet Willmersdorf? Niesel hat gehört, das liege an „der Anordnung unserer Kirche zur Straße und den umliegenden Wohnhäusern. Etwa so, wie es hier in Willmersdorf vorzufinden ist, wird es im Roman beschrieben.“

Begehrte Location für Drehs

Auch an anderen Orten Brandenburgs packen zurzeit diverse Filmteams ihre Requisite aus. In Babelsberg entsteht der Spielfilm „Traumfabrik“, eine in den Babelsberger Defa-Studios im Jahr 1961 angesiedelte Ost-West-Liebesgeschichte. Auf Schloss Lanke (Barnim) hat Til Schweiger Szenen für sein Remake von „Honig im Kopf“ gedreht. Außerdem stehen die Dreharbeiten zu „Sweethearts“ von der Schauspielerin und Regisseurin Karoline Herfurth („Fack ju Göhte“) an.

„Wir finden es super, dass sich Brandenburg neben Berlin als begehrte Drehlocation etabliert hat“, sagt Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin vom Medienboard Berlin-Brandenburg, das an den Produktionen beteiligt ist. Und erfindet gleich mal eine charmante Umschreibung der brandenburgischen Filmlandschaft: „Brandywood“.

Von Maurice Wojach

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