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Kultur Max Beckmann ab Freitag im Museum Barberini
Nachrichten Kultur Max Beckmann ab Freitag im Museum Barberini
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14:41 22.02.2018
Die meisten Bilder hängen schon. Am Freitagabend wird die Ausstellung „Max Beckmann. Welttheater" im Potsdamer Museum Barberini eröffnet. Zu sehen sind Gemälde, Skulpturen, Skizzenbücher und Grafiken – insgesamt 112 Leihgaben.
Potsdam

Der Kunstmäzen Hasso Plattner steht mehr auf Impressionisten und Kunst aus der DDR. Max Beckmann mag er überhaupt nicht, wird kolportiert. Als Direktorin hat er sich mit Ortrud Westheider trotzdem eine ausgesprochene Beckmann-Expertin in sein Museum Barberini nach Potsdam geholt, wohl wissend, wie er einmal erzählte, dass es dann früher oder später dort eine Beckmann-Ausstellung geben würde.

Gemälde, Skulpturen und Skizzenbücher

Es hat nach der Eröffnung des Barberini im Januar 2017 nur etwas mehr als ein Jahr und drei Ausstellungen gedauert und Beckmann ist in Potsdam. Westheider, die über die Farbe Schwarz in Beckmanns Werk ihre Doktorarbeit verfasste, hat 112 Werke – Gemälde, Skulpturen, Skizzenbücher und Grafiken – des großen deutschen Künstlers der klassischen Moderne in das Museum am Alten Markt geholt. Mit schwarz verbinde Beckman traditionelle Malweise mit zeitgenössischer Abstraktion, schrieb sie in den 90er-Jahren in einem Aufsatz.

Museumsdirektorin Ortrud Westheider vor dem Triptychon „Schauspieler“ von 1941/42. Quelle: Bernd Gartenschläger

Ab Freitagabend, wenn die Ausstellung „Max Beckmann. Welttheater“ eröffnet ist, erwartet die Potsdamer neben schwarzen Konturen und Flächen vor allem kräftige Farben und ausdrucksstarke Szenen.

Max Beckmann (1884–1950) malte und zeichnete fast ausschließlich figürlich. Bewusst setzte er sich schon vor dem ersten Weltkrieg von expressionistischen und kubistischen Kollegen wie Kirchner oder Picasso ab. Auch seine Annäherung an die Neue Sachlichkeit der Weimarer Zeit dauerte nicht lange. Beckmann verstand sich anders als etwa Otto Dix nicht als politischer Künstler. Er begann mythologische Motive zu malen und immer wieder die Welt des Zirkus, des Theaters und der Varietés.

Auch Skulpturen des großen deutschen Künstlers sind im Barberini zu sehen. Quelle: Bernd Gartenschläger

Das änderte nichts daran, dass er mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten seine Stelle an der Städelschule in Frankfurt am Main verlor, kaum noch ausgestellt wurde und seine Werke als „entartete Kunst“ verunglimpft wurden. Beckmann blieb trotzdem lange in Deutschland, überlebte die Nazis zuletzt in Amsterdam und emigrierte erst nach dem Krieg 1947 in die USA.

Auseinandersetzung mit schicksalhaften Mächten

Es sind oft rätselhafte Bilder, die Beckmann gemalt hat – Versuche, die Welt aus der Distanz zu erfassen. „Es handelt sich für mich immer wieder darum, die Magie der Realität zu erfassen und diese Realität in Malerei zu übersetzen“, schieb er 1938 in sein Tagebuch. Beckmann wollte mehr als nur abbilden, was er sah. Er wollte den inneren Zusammenhang des Realen, die Abhängigkeitsverhältnisse ergründen, um damit das Ausgeliefertsein des Einzelnen an schicksalhafte Mächte zu zeigen. Von daher rührt auch sein Interesse an Varieté und Jahrmarkt, Akrobaten, Schaustellern und Clowns und deren Freiräumen.

Genau um diese Fragen dreht sich die Potsdamer Ausstellung, die von Westheider zusammen mit Eva-Fischer-Hausdorf von der Kunsthalle Bremen kuratiert wurde. In Bremen war die Schau bereits vier Monate zu sehen. Beckmanns Welttheater ist keine Werkschau im chronologischen Sinne, sondern konzentriert sich bewusst auf die Arbeiten, in denen sich Beckmann als Beobachter des Darstellens und Rollenspielens verstand.

Max Beckmann. Welttheater. Museum Barberini, Am Alten Markt. 24. Februar bis 10. Juni, Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 19 Uhr. Eintritt 14 Euro/10 Euro.

Von Mathias Richter

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